Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 80 (9.10.1893)
- Date
- 1893-10-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1517 stehen ihm gleich hoch. Das beweisen auch die zahlreichen Ehrungen, die Sr. Excellenz zu Theil wurden. Herr Distrikts-Rabbiner Nathan Bamberger »"j in Würzburg überreichte eine prachtvoll ausgestattete Adresse im Namen der unterfränkischen Rabbinen mit einer geeigneten Ansprache. Sr. Excellenz gab hteranf unter herzlichem Danke für die Rabbinen und die ihnen unterstellten Gemeinden die Versicherung, daß er wie bisher auch für die Zukunft keinen Unterschied zwischen den Konfessionen kenne und keine Ungerechtigkeit gegen Israeliten aufkommen lassen werde u. s. w. > vermischtes. < Rotenburg <t. b. Fulda., 14. September. Sonnabend den 9. September feierten Herr Kreisrabbiner Strauß und Gemahlin das schöne Fest ihrer silbernen Hochzeit. Die Nachricht hiervon verbreitete sich erst in letzter Stunde, denn in seiner gewohnt bescheidenen Weise wollte das Jubelpaar dasselbe nur im engsten Familienkreise begehen. Nun gestaltete es sich jedoch zu einem Feste der ganzen Gemeinde, welche den Anlaß gern benuote, die Liebe und Dankbarkeit für ihren verehrten Lehrer mit Aufmerksamkeiten aller Art zum Ausdruck zu bringen. Herr Kreisrabbiner Strauß hat sich um die Neubelebung des religiösen Sinnes und um die Erziehung der Jugend in unserer wie in den übrigen ihm unterstellten Gemeinden große Verdienste erworben, welche bereits vor einigen Jahren anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläums und jetzt wieder in den herzlichsten Ovationen, denen nicht ein einziges Mitglied unserer großen Gemeinde fern blieb, dankbare Anerkennung gefunden haben. Die Israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Han »over Linbe» macht immer weitere Fortschritte. Nachdem das Hauptgebäude bereits Ende Mai vollendet und bezogen, sind nun auch die mit der Anstalt verbundenen Werkstätten fertig gestellt, so daß die in den Kellerräumen des Wohnhauses provisorisch eingerichteten Werkstätten aufgegeben werden konnten. Das zur Wohnung für die in der Anstalt beschäftigten Gärtner und Handwerker bestimmte Gebäude ist bezogen worden, dagegen stehen noch Räume für verschiedene Handwerke leer, die vorläufig in der Anstalt noch nicht betrieben werden sollen. Die Scheune, Stallung und übrigen Wirthschaftsräume sind gleichfalls fertig gestellt und werden sobald sie vollkommen ausgetrocknet sind, soweit erforderlich, in Benutzung genommen. Die nach dem neuesten System angelegten Gewächshäuser sind bis auf die Heizung, welche in einigen Tagen probirt werden soll, vollendet. Beim Bau des Hauptgebäudes war zugleich ein schön belegener Platz für die Laubhütte vorgesehen, der den übrigen Theil des Jahres allerdings für andre Zwecke benutzt wird. Durch Tannenzweige, Blumen, Ouirlanden künstlerisch ausgeschmückt, sowie durch hübsch ausgeschnittene Kürbisse und andere größtentheils von den Zöglingen angefertigte, geschmackvolle Zierraten, war die Sukkah, ohne nennenswerthe Kosten zu verursachen,^ zu einem wahren Schmuckkästchen gestaltet. Die Ausschmückung selbst war für die Zöglinge bereits ein Fest. Eine Nacht vor dem Feste wurde sogar bis 2 Uhr daran gearbeitet und selbst die Atterkleinsten zeig ten keine Spur von Müdigkeit. Während des Festes wurde die Sukkoh von verschiedenen Einheimischen und Fremden besucht und bewundert. Es war ein wirkliches Vergnügen zu beobachten, wie bei jedem Lob aus fremdem Munde die Kinder selbst aufhorchten und freudestrahlend die lobenden Bemerkungen wiederholten. Jeder Einzelne bis zum Kleinsten hinunter, war stolz in dem Bewußtsein, sein Theil dazu beigetragen zu haben. Derartige Mitwirkung der Zöglinge hat auch einen erziehlichen Werth, da die Lust zur praktischen Arbeit dadurch schon im Kindcsalter geweckt wird. Mit den Neuanmeldnngen werden voraussichtlich beim Wiederbeginn des Unterrichtes 24 Zöglinge in der Anstalt sein. Da dieselbe für 60 Zöglinge eingerichtet ist, so wäre eS wünschenswerth, wenn recht bald zahlreiche Anmeldungen erfolgten. Um sich von der Zweckmäßigkeit der Anstalt zu überzeugen, können wir nur jedem einen persönlichen Be such derselben empfehlen. Wir sind überzeugt, daß ein jeder bei Wahrnehmung der praktischen Einrichtung und der so großen Segen versprechenden Anstalt sein Scherflein zur Förderung derselben beitragen wird. Wien, 5. Oct. Das Kriegsministerium hat den Reservelieutenant Josef Freisinger, der als Redakteur des Troppauer Antisemiten-Blattes „Deutsche Wehr" wegen einer Majestätsbeleidigung angeklagt war und freigcsprochcn wurde, wegen dieses Prozesses der Offizierscharge für verlustig erklärt und als Infanteristen zu einem anderen Regimente tranSserirt. Die Königin-Regentin der Niederlande hat dem General-Prokurator am Gerichtshöfe in Curacao, Herrn Salomon Henriques, die Würde eines Ritters des ^niederländischen Löwenordens verliehen, während der Polizei- Ober-Jnspector in Amsterdam, Herr Boas, auch ein Jude, die goldene Ehren-Medaille erhielt. In der Türkei nehmen die Juden eine immer b.ssere Stellung ein. Jüngst wurde Robert Effendi (Misrachi) zum Direktor des politischen Departements Adrianopel ernannt. Die gleiche sehr wichtige Stellung bekleiden schon drei Juden: Jussuf Effendi (Kriger) für Salonichi, Victor Effendi für den ottomanischen Archipel uud Vatali Effendi (Saffoon) für Bagdad. Jerusalem. Eine interessante Ceremonie fand hier statt, als der Chacham-Baschi vom Sultan die Bestätigung seiner Ernennung erhielt. Eine ganze Procession hiesiger Juden, die Spitzen der Gemeinde mit dem Chacham-Baschi in der Mitte, bewegte sich zum Palast des Gouverneurs. Alle trugen silberne Stäbe in den Händen, der kaiserliche Brief lag auf einem silbernen Tablett. Vor dem Palais des Gouverneurs wurde der Chacham-Baschi von einer Ehrengarde, welche das Gewehr präsentirte, empfangen und in den Empfangssalon des Gouverneurs geleitet, wo dieser ihn mit den ersten Persönlichkeiten der Civil-, Militär-, Gerichts- und Religions-Behörde begrüßte. Auflösung des Ureis-Aätßsets in Wr. 76 & 77: HS*© Laubhütte. B12H der Becher. Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurde geloost und erhielt die Gewinnerin, Frau Lehrer M a n d e l b a u m in Würzburg Ein Werk „Günstling d»S Czarcn" von Dr. I. Lehmann in Prachtbanb gratis zugesandt. Briefkasten der Expedition. B. P.^Szereb, Betrag empfangen. E. in S. Betrag empfangen.