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Der Israelit · 1893-09-22 · Heft 76-77 (22.9.1893) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 76-77 (22.9.1893)
Date
1893-09-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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' t-^-^.‘' - ^-.yy^^5:/,V-- r: -» _-; :*,.»• .- r; 7 —; -■ - •■- ■-•■ » ».-,• ..--:-—- XXXIV. Jahrgang. Erste Keil, zu M 76 & 77 des „Israelit“. Leitender Artikel Z>es Sukkotstfestes Bedeutung von Dr. H. Sänger. Die Vorschriften über das „Sukkothfest" und die häufige Wiederholung derselben, sollen uns dessen große Bedeutung so recht eindringlich vor Augen führen. „Rede zu den Kindern Israel also: Am 15. Tag dieses siebten Monat ist das Sukkothfest sieben Tage dem Ewigen. „Jedoch am 15. Tag des 7. Monats, wenn Ihr etnsammelt den Ertrag des Landes, sollt Ihr feiern das Fest des Ewigen sieben Tage. . . „Und Ihr sollt es feiern als Fest dem Ewigen sieben Tage im Jahre, als ewige Satzung für Eure Geschlechter, im siebten Monat sollt Ihr es feiern." „In Hütten sollt Ihr wohnen (sieben Tage; jeder Einheimische in Israel soll in Hütten wohnen." „Ein Sukkothfest sollst du dir machen sieben Tage, wenn du einsammelst aus deiner Tenne und deiner Kelter." „Sieben Tage sollst du feiern dem Ewigen deinem Gölte, an dem Orte, welchen der Ewige erwählen wird, denn es wird dich segnen der Ewige, dein Gott, in all deinem I Ertrage und in allem Werk deiner Hände und du sollst nur froh sein." In diesen zwei letzten Sätzen ist die ganze Bedeutung des Sukkothfestes zusammengefaßt: Wir dürfen es als Ernte- und Freudenfest auffassen, aber es zugleich als Fest dem Ewigen unserem Gotte feiern, denn Er wird dich segnen in Allem, so daß du nur froh sein wirst. Damit ist der Gedanke ausgesprochen: Wenn wir uns mit Recht freuen über den Ertrag un sere r Ernte, wenn wir mit dem Erfolg unserer Mühe, mit unserer gefüllten Tenne und Kelter, als Lohn unseres Fleißes, unserer Händearbeit zufrieden sind; wenn wir also für uns ein Fest feiern, das ganz uns gilt, weil ja die Früchte, der Lohn und die Festesfreude auch uns nur zu Gute kommen, daß wir damit auch ein Fest dem Ewigen feiern können. Nur muß diese Freude verbunden sein mit dem Gedanken, baß auch Gott ein Theil des Dankes und der Freude zukommt, da Er uns nicht nur den Segen von Oben dazu gegeben, da Er auch das Saatkorn uns gibt, daß wir es säen, da Er uns die Traube dargeboten, auf daß wir sie nutzbringend anpflanzen können, daß also Ihm, als dem Urspruge aller Dinge, auch unser Dank und unsere Anerkennung gebührt. Dann ist unsere Freude über den Erfolg unserer Mühe berechtigt. Wie leicht macht es uns Gott mit unserer Dankbarkeit Ihm gegenüber! Er spendet Alles, wir verwerthen diese Spende, bedürfen ober bei all dieser Mühe, bei all unserem Fleiße immer noch des himmlischen Segens. Wir dürfen und sollen uns dann freuen, wir sollen genießen und nur auch Seiner dabei gedenken. Dann verspricht uns Gott auch ferner Seinen Segen in all unserem Thun, so daß wir nur Freude haben werden. Das Sukkothfest ist aber nicht blos Erntefest für des Feldes Früchte, wir sollen es feiern auch wenn wir Handwerker, Taglöhner, Kaufleute sind, die mit der Bearbeitung des Bodens nichts zu thun haben. Als Erntefest gilt es vorwiegend, weil das erste und notwendigste Lebensbedürfniß des Feldes Frucht ist, weil der Segen für diese der unentbehrlichste; aber als Ertrag gilt Alles, was zum Leben des Menschen notwendig, um was der Mensch ringt und wonach er strebt, um sich seinen Unterhalt zu verdienen. Es kommt nicht selten vor, daß die Ernte keine gesegnete, unser Fleiß und unsere Mühe umsonst waren. Auch der Handwerker und Kaufmann hat ungeachtet seines fleißigen Strebens Verluste zu verzeichnen. Doch das Sukkothfest hat dadurch an seiner Bedeutung nichts verloren. Im Gegentheil, es gewinnt an Bedeutung; es beweist uns, daß wir es eben nicht bloß uns feiern dürfen, daß es auch unserem Gotte gelten muß; daß wir nicht bloß uns die Früchte unserer Arbeit verdanken, sondern auch Gott. Dieser Eckenntniß sollen wir uns nicht verschließen. Darum hat auch das Wohnen in der Sukkoh die Bedeutung, daß wir uns in den Schutz Gottes begeben, mag die Witterung günstig oder ungünstig sein. Wenn wir sonst im Leben von der Gunst oder Ungunst Jemandes abhängen, so suchen wir uns die Gunst zu erhalten. Und je weniger günstig er sich uns zeigt, um so mehr sind wir darauf bedacht, da wir nun doch einmal von ihm abhängen, daß die Stimmung uns wieder günstiger wird. Sind wir selbst Schuld an der Verminderung dieser Gunst, so werden wir sicherlich Alles aufbieten, um sie uns wieoer zu erwerben. Und unserem Gotte gegenüber, von dessen Gunst wir doch in den allernothwendigsten, unentbehrlichsten Dingen abhängen, wie sich uns jede Stunde Beispiele und Beweise genug aufdrängen; unserem Gotte gegenüber brauchen wir nicht so viel Anstrengung, um die verscherzte Gunst wieder zu erlangen. „Wenn du für Dich das Sukkothfest feierst, dann feiere die sieben Tage auch dem Ewigen;^gedenke auch Seiner, als des

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