Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 75 (18.9.1893)
- Date
- 1893-09-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1433 sagte er: „Form und Farben dieses Baues erinnern an eine längst vergangene Zeit, in welcher die (Glaubensgenossen mit den anderen Bürgern gleichwerthig und in vollster Harmonie lebten, da sie als nützliche und angesehene Staatsbürger, als Streiter auf dem Felde der Wissenschaft und Kunst unbefangen geschätzt wurden. Die Erinnerung an diese Zeit mag in uns die Hoffnung ans die Zukunft neu beleben auf schönere, bessere Tage. Wir können hoffen, wenn wir aufblicken zu unserm Monarchen, der — wie ein Vater seine Kinder — alle seine Unterthanen mit gleicher Liebe umschließt." Nun folgten die Hammerschläge des Bürgermeister- Stellvertreters Dr. Grübl und der anderen Ehrengäste, welche sämmtlich hiebei gleichsfalls passende Worte sprachen. Nunmehr wurde das ewige Licht angezündet, woraus die reich ausgestatteten Thorarollen zur Bundeslade getragen wurden. Sodann folgte die Festrede des Ober-Rabbiners Herrn Abraham Schnur. Mit einem Gebete für den Kaiser und der Absingung der Volkshymne schloß die schöne Feier, der ein zahlreiches andächtiges Auditorium beigewohnt hatte. Schweiz. Bern, 1. Sept. Die Initiative steht noch immer auf der Tagesordnung der öffentlichen Besprechung, nicht nur, weil sie uns das Schächtverbot gebracht hat, sondern auch wegen des „Rechts auf Arbeit", womit sie uns bescheeren möchte. Dabei kommt das neue Volksrecht nicht immer gut weg. Diese derbe Kind der urwüchsigen Demokratie gebärdet sich, wie ein bernisches Blatt sich ausdrückt, wie ein kleiner Herkules , der die wider ihn ausgesandten Schlangen lächelnden Antlitzes erwürgt. Es sei gewiß voreilig gewesen, ihm gleich bei der Geburt das Commandorecht über seine Eltern zu übertragen, d. h. das Recht des ausgearbeiteten Entwurfes sei ein Mißgriff gewesen, der sich einst rächen werde durch wahrhaft verblüffende Ungeheuerlichkeiten. Diese Tyrannei sei ärger, als wenn die Bundesversammlung uns einen Gesetzentwurf vorlegt, den sie nach reiflicher Erwägung und Wiedererwägung endgiltig festgestellt hat. Dort heckt irgend ein Comite, das der Zufall zusammengesetzt hat, eine Formel aus, die schon redactionell ein Ungeheuer von Stil ist (so lautet z. B. der wörtliche Text des dem Volk vorgelegten und von ihm am 20. August beschlossenen Verfassungsartikels : „Das Schlachten der Thiere ohne vorherige Betäubung vor dem Blutentzuge ist bei jeder Schlachtau undViehgattung ausnahmslos untersagt"), geschweige denn, daß der Inhalt logisch oder auch nur allgemein durchführbar wäre. Da mag der Kern der Absicht noch so gut sein, die Form verdirbt alles wieder. Und jede Möglichkeit einer vernünftigen Diskussion ist ausgeschlossen. Die 50,000 müssen unterschreiben, was man ihnen vorlegt, und das Volk muß darüber abstimmen, ja oder nein, ein Abänderungsantrag darf nicht gestellt werden. Allerdings fleht der Bundesversammlung das Recht zu, dem Jnitiatvbegehren, falls sie demselben nicht zustimmt, einen eigenen Entwurf gegennberzusteUen, oder die Verwerfung des Vorschlages zu beantragen, aber man hat gesehen, daß in der Schächtfrage die eidgenössischen Räthe sich auf keinen eigenen Entwurf einigen konnten und die Ablehnung beantragten, worauf das Volk doch das Begehren annahm. In der Bundesversammlung berathen 191 vom Volke gewählte Vertrauensmänner über Gesetze nnd Verfassnngsparagraphen, bei der Initiative sind es sieben oder neun von einem Verein auserkorene Vorstandsmitglieder, die sich zu Despoten aufschwingen und gegen die es keine Appellation an eine besser unterrichtete Instanz gibt. Das ist gar nicht so demokratisch wie es aussieht. Immerhin geziemt es sich, die Initiative noch etwas in ihrer Wirksamkeit zu beobachten, ehe man ein abschließendes Urtheil über sie abgibt, und warten wir ab, was sie mit dem Begehren für „Recht auf Arbeil" macht, das nun, seit die 50000 Unterschrift in Bern eingereicht sind, an die Reihe kommt. Und diese Frage ist für die Schweiz unendlich wichtiger als die Schächtfrage. _WT & tt j e i a c n. "M>_ ar Für den folgenden Thcil ist die Redaction nicht verantwortlich. -*■ e>>uchversandtgeschäst, v"'1 nnttf geschlossen, 'V' sucht per 1. Oct. einen Comptoirlften, mächtig der sranz. Correspondenz, event auch der ungarischen. Offerten mii Gehaltsansprüchen snb B. M. 648 postlagernd Wiesbaden (6123 (Luche per sofort für mein Mode- und w Wcißwaaren-Geschäst einen angehen den Commis. Samstags nnd Feiertage streng geschlossen. H. Bermaun Nachfolger, 6122) Fürth i. B. □oexxxxxsroaroaooaaoaaaa Angehender Commis, z. Z. noch im Bank-Geschäft thätig, sucht sich zu verändern. Gefl. Offenen unter L. 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