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Der Israelit · 1893-09-18 · Heft 75 (18.9.1893) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 75 (18.9.1893)
Date
1893-09-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. Beilage zu M 75 -es „Israelit". Literarischer Bericht. Hebr. Prosodie von Jmanuel Frances, zum ersten Male edirt und mit einer Einleitung, Anmerkungen und Beilagen versehen von Hein« rich Brody (Druck von I. Fischer. Krakau 1892). Edition des Vereines Mektze Nirdomim. Es kann nicht an dieser Stelle unsere Absicht sein, den Werth des Werkes und die literarische Thätigkeit des Verfassers eingehend zu schildern, denn beides hat bereits der Herausgeber bor uns zur Genüge in seiner Einleitung gethan. Wir wollen uns also hier mit einem kurzen Abriß begnügen. Eine der ersten Stellen unter den jüd. Dichtern Italiens des 17. Jahrhunderts nimmt ein: I. Frances, Verfasser dieses vorliegenden Werkes. Er war von poetischem und religiösem Geiste durchdrungen und überragte an Gediegenheit und Handhabung der hebe. Sprache viele seiner Zeitgenossen, wie dies seine schon zum Theil erschienenen Gedichte beweisen. Auch dieses vorliegende Werk verräth nicht minder den geistvollen Meister und verdient daher den Freunden der hebräischen Literatur bekannt zu werden. Der Verf. behandelt in Gesprächsform die hebr. Prosodie. Er sucht den Unkundigen mit der hebr. Prosodie bekannt zu machen und diesem Bestreben wußte der Verf. in hohem Grade gerecht zu werden. Der Verf. bewährt in seinem Werke eine hohe Geistcskräft und zeigt, daß er die hebräische Sprache wie eine lebendige, mit der Muttermilch eingesogene, zu beherrschen weiß. Ich kann nicht umhin, die Verdienste, die sich der Herausgeber um Veröffentlichung dieses Werkes erworben hat, hcrvorzuheben. Die Einleitung, die der Herausgeber dem Werke voranschickt, zerfällt in zwei Thcile: erstens die Lebensbeschrcibung des Vers. In dieser Einleitung documentirt sich der Herausgeber als ein auf dem Gebiete der jüd. Literatur tüchtig gebildeter Mann, dem nicht blos eine vielfache Belesenheit zu Gebote steht, sondern der auch seine eigenen Gedanken praktisch zu verwerthen weiß. Er sucht uns mit allen Geistesfähigkeiten des Verf. bekannt zu machen, um der literarischen Welt ein vollständiges Bild dieses großen Mannes zu geben. Er liefert uns die besten Beweise dafür, daß der Verf. auch von talmudischem Wissen durchdrungen war und daß er auch auf diesem Gebiete als Autorität galt. Der zweite Theil der Einleitung zählt die liter. Werke des Verf. auf. Auch dieser Theil ist nicht mit geringerer Geschicklichkeit bearbeitet. IN den Beilagen sktzzirt der Herausgeber mehrere Lebensbeschreibungen. sowie die des David FranceS, Vater des Vers., die des Joseph Frances, Bruder des Verf., und zuletzt die des I. Firma, Talmudlehrer des Verf. Auch citirt der Herausgeber mehrere Gedichte, theils dem Verf. angehörend, theils von seinem Bruder verfaßt. Der Herausgeber hat schon dadurch, daß er sich die neuesten Forschungen der jüd. Literatur zu Nutze gemacht, seinen Anmerkungen eine Wahrheitskraft verliehen und viele falsche Annahmen gründlich widerlegt. Wir wünschen aufrichtig, daß der Herausgeber noch recht Vieles zur Ehre der jüd. Literatur beitragen möge. Von demselben Herausgeber erschienen eben: „Beiträge zu Salomo Da-Piera's Leben und Wirken nebst Auszügen aus seinem Diwan. (Druck von H. Jtzkowksi, Berlin.) I. Nacht. ZeitirrrgSrrachrichlen und chkorresporrderrze«. Deutschland. Breslau, 5. September. Mehrere jüdischrussische Vereine lassen durch Abgesandte die Ansiedelungen des Baron Hirsch in Argentinien besichtigen. Es handelt sich darum, festzuftellen, ob noch weitere Nachschübe möglich sind und den Leuten dort Gelegenheit geboten ist, sich eine neue Existenz zu gründen. Die Maßregelung der Juden dauert in Rußland fort. Durch Ukase werden plötzlich Städte, die bisher zum Aufenthaltsgebiete der Juden gehörten, davon ausgeschloffen; die Betheiligung der Israeliten an gewerblichen Unternehmungen wird beschränkt; Tausende von Familien verlieren dadurch die Möglichkeit, sich zu ernähren. Die jüdischen Kreise sehen sich deßhalb in die Nothwendigkeit versetzt, zahlreichen Glaubensgenoffen in fremden Ländern ein Fortleben zu ermöglichen. Angesichts der lebhaften Klagen über die Zustände in den argentinischen Kolonien soll bei Zeiten untersucht werden, ob diese Beschwerden begründet sind. Andernfalls müßten in andern Ländern Ansiedelungen geschaffen werden. Karlsruhe, 6. Sept. Eine Versammlung von Bez.-Aeltesten und Vorstehern der isr. Gemeinden des Landes, einberufen von Herrn Dr. M. Wertheimer, Bez.-Aeltesten und Vorstand der isr. Gemeinde Bühl, tagte hier letzten Samstag. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die Neubesetzung eines Conferenzrabbinen, 2. Die zukünftige Besetzung der

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