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Der Israelit · 1893-09-14 · Heft 74 (14.9.1893) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 74 (14.9.1893)
Date
1893-09-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1414 1000 von Freifrau Louise v. Rothschild); an Verpflegungsgebühren und Versicherungen M 10,657, 7933, 7760; Verpflegungsgebühren vom Armenamt M. 3337, 2943,2383. An Stelle des Herrn E- Rosenthal trat Herr S. Una in B§ien, 6. August. Vorgestern Abend fand unter zahlreicher Betheiligung die erste Volksversammlung des neugegründeten „Vereins der österreichischen Reformpartei" statt, welcher sich zumeist aus Kleingewerbetreibenden rekrutirt, die mit der verhetzenden antisemitischen Bewegung nicht länger zu thun haben wollen. Der Obmann des Vereins, Schuhmachermeister A. Panzer, begrüßte die Versammlung und forderte sie auf, im Jnteresie des Vereins nach Möglichkeit zu wirken. Die Reformpartei wolle für die Förderung politischer nnd wirthschaftlicher Jnteresien eintreten und für die Beseitigung konfessionellen und nationalen Haders wirken. Die Versammlung nahm mit großem Beifalle das Programm zur Kenntniß, welches davor warnt, den Schlagworten der Antisemiten Glauben zu schenken, die alle Schuld an der mißlichen Lage des Mittelstandes den Juden allein in die Schuhe schieben und den Nothleidenden Hilfe und Rettung versprechen, ohne ihre Versprechungen zu erfüllen. Constautinopel. In einigen Dörfern am Golf von Ghemlek hatten ernste Unruhen gegen unsere Glaubensgenosien staltgefunden, welche man der Ermordung eines todt aufgefundenen jungen Christen beschuldigte. Da trotz der unzweideutigsten Beweise der Unschuld der Juden die Erregung sich nicht legte, veröffentlichte der Erzbischof von Bruffa, Monsignore Nathanel, folgende Kundgebung, welche in allen Kirchen verlesen wurde: „Einige Tage vor Ostern wurde unweit des Dorfes Caziki bei Bruffa ein Jüngling aus Ghemlek, Namens Charlambos Spanon, todt aufgefunden. Sobald die competente Behörde hiervon benachrichtigt wurde, entsandte sie einen Arzt an den angegebenen Ort, welcher die Leiche untersucht und, nachdem er weder Wunde noch sonst ein Zeichen der Vergewaltigung gsunden, den Schluß gezogen hat. daß der junge Mensch, der geistig nicht normal war, die Nacht an diesem Ort zugebracht habe und schließlich erfroren sei. Da die officiellen und unbestreitbaren Nachrichten über die Todesart des obgenannten Charlambos alles Vorhergesagte bestätigen, begreifen wir nicht, inwiefern sein Tod den Juden zugeschrieben werden konnte. Diese unsinnige Behauptung, die durch böswillige Verleumdung Verbreitung gefunden, hat die Bevölkerung von Ghemlek gegen die Juden aufgcreizt, von denen mehrere mißhandelt wurden. Die Gewaltthaten haben sich auch noch an anderen Orten unseres Sprengels wiederholt, wie uns von dem ehrenwerthen Rabbiner von Bruffa und den Notabeln der Gemeinde mitgetheilt wird. Diese barbarische Handlungsweise hat uns mit großem Schmerz und tiefer Bekümmernrtz erfüllt, und eS betrübt uns sehr, daß sie in unserem Sprengel stattfinden konnte. Nichts ist weniger übereinstimmend mit dem Geiste unserer heiligen Religion, als der Rassenhaß und der blinde Fanatismus, die die niederen Leidenschaften des Volkes aufreizen. Daher und weil wir die Behauptung, daß die Juden christliche Kinder abschlachten, um sie zu geheimen Ritus zu verwenden, als unsinnig und verrückt beurtheilen, rathen wir Euch väterlich hiermit, Euch jeder Gewaltthal gegen die Juden zu enthalten. Die Zuwiderhandelnden werden sich von uns eine Rüge und von der kaiserlichen Regierung Strafe zuziehen. Wir bitten Euch, in Frieden und Eintracht zu leben mit allen Euren Mitbürgern, wie es das heilige Evangelium vorschreibt mit den Worten: „Glücklich die Friedliebenden, denn sie werden Gottes Kinder genannt; auch erflehen wir für Euch die Gnade unseres Herrn und geben Euch unseren erzbischöflichen Segen." Brody. 2. September. Wie alljährlich haben Brodyer Kaufleute in Rußland namhafte Schlüffe in Hopfen gemacht und bedeutende Einzahlungen geleistet. Knapp vor der UebernahmS-Periode wurde ihnen behördlicherseits unter Hinweis auf eine Bestimmung aus dem Jahre 1887 bedeutet, daß sie als Juden in Rußland weder kaufen noch verweilen dürfen und sofort abreisen müffen. Die Betroffenen wendeten sich telegraphisch nach Petersburg mit der Berufung auf die Verordnung vom Jahre 1891, welche protocollirten Firmen und ihren Agenten den dreimonatlichen Aufenthalt in Geschäftssachen gestattet. Es erfolgte keine Antwort. Nun wurde seitens der hiesigen Handelskammer die Intervention der österreichischen Regierung angerufen. Von der humoristisch-satyrischen Zeitschrift: „Der Spottvogel" (Pfeift auf Alles), herausgegeben von Karl Schneidt, Berlin W., Nolleudorffstraße 33, liegt uns das 1. Heft des 3. Jahrgang« zur Besprechung vor. Die originelle Zeitschrift erscheint jetzt in vergrößertem Format shalbjähriger Bezugspreis 2 Mk.) und ist direkt vom Herausgeber zu beziehen. Die Nr. 1 des neuen Jahrgangs hat einen ungemein reichhaltigen Inhalt aufzuweisen, aus dem wir nachstehende Artikel hervorheben: Zeitspiegel. (Der internationale Arbeiterkongreß in Zürich.) — Säkularmenschliches. — Freibier und Käse. — Die „gnädige Frau." — Vogelschau. — Die Spionenseuche. — Ein Utopist im Waffenrock. — Kaiserliche Worte. — Eine neue Militärvorlage. MF“ H « } e t fl e n. Fiir den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. S. D. LO WENTH ALSilberwaar en Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. Cultusgegenständc. 175) $JIMt suchen einen Religionstehrer, Can- <vü tot u. Schachet für die hiesige Gemeinde. Gehalt 600 Mk. nebst freier Wohnung und Nebenverdienste. Unverheirathete Bewerber erhalten den Vorzug und wollen sich bei dem Unterzeichneten Vorstand melden. Osann, 4. September 1893. 6009) Hermann Bermanu. Köchingesucht gegen hohen Lohn Hotel Emmerich, 6004) Frankfurt a. M. föin ältliches, geb. Israel. Ehepaar, das '3' für gröbere Arbeiten eine Arbeiterin hält, sucht zum 1. October er. ein israel. Fräulein als Stütze. — Damen, die weniger auf hohes Gehalt, als auf wahrhaft liebevolle und ganz und gar familiäre Stellung sehen, belieben Offerten unter Z. 540 postlagernd Parchim I. M einzusenden. (5859

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