Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 74 (14.9.1893)
- Date
- 1893-09-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mm WWUWWMWMM wrnrnmmmmm ' / XXXIV. ^Jahrgang. J\b 74_# Der Israelit. Si» Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, de« 14. September 8384 (1898). Da mit dem 1. Ott. 1893 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Post« zeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 3224. Leitender Artikel. Teschubah. Mainz, 13. September. An der Schwelle eines jeden neuen Jahres hat uns Gottes Gnade zehn Tage gewährt, die uns zur Rückkehr zur Pflicht mahnen^ sobald wir derselben untreu geworden * sind. Und wer wäre ihr nicht untreu geworden in den Tagen, die cn'v naiöb irVy son d'-ped dv iy n: d'hdd, zwischen dem vergangenen und künftigen Versöhnungstage liegen? Wohl erhoffen wir durch Gottes Gnade vom bevorstehenden Versöhnungstag Sühne für unsere Vergehen, aber der Weg, der zur Sühne führt, ist: nawn, d. h. vollkommene Rückkehr zu unserer Pflicht. Ohne nanpn, ohne den festen Vorsatz, die Sünde, der wir verfallen waren, von nun ab zu meiden, gibt es keine Verzeihung und Sühne. Gewährte der Jom Kippur auch ohne Besserung seine Versöhnung, er wäre eine traurige Ablaßinstitution, ein Sporn zur Sünde, ein Pfuhl der Entartung, statt eines Bornes der Reinigung und Läuterung, wie er es thatsächlich ist. D'iwon on ndhx -idixh ->B3d Dvn' vK „Wer spricht, ich werde fortsündigen, der Jom Kippur wrrd es ja sühnen, dem bringt der Jom Kippur keine Sühne." Deßhalb hat uns Gottes Gnade die zehn ersten Tage eines jeden Jahres zur Vorbereitung für den Versöhnungstag bestimmt, damit wir durch den Vorsatz der nanpn der msd und nrr^D würdig sind, die wir vom um ov erhoffen. Nach einem merkwürdigen Ausspruch des Midrasch habe diese zehn Teschubahtage Abraham von Gott für seine Nachkommen erbeten in dem Augenblick, in welchem er seinen Sohn zur Opferung fesselte, die er auf der Moriahöhe zu vollziehen im Begriff war. y"t2Gi idn ua prur» n« U'ax dito« ipyt? njwu nn ndd 'D3 «sin umo) nawn »d> niry in ,(K*Tn mr6 Es bedarf wohl der Erwägung, wie so gerade dieser Moment zu einer solchen Bitte veranlassen fynntp. Ein tieferes Eingehen auf das Wesen der nawn dürfte über diese Schwierigkeit einiges Licht verbreiten. Ucber das Wesen der nawn, über ihre Grenzen, Folgen und die Gesinnung, von der sie begleitet sein muß, besitzen wir zahlreiche Aussprüche unserer Weisen, die zum Theil sich zu widersprechen scheinen. Sie zählen msa 'p^-n nym«, vier Abstufungen auf, nach welchen die Sühne je nach der Schwere des begangenen Unrechts erfolgt. IV dvd u affi n^y ros® by m« -py .i^ i’^niE» $at Jemand ein Gebot übertreten (also es hätte sich Jemand z. B. über das Gebot der Zizis, Tefillin, Mesusah u. a. hinweggesetzt) und kehrt zurück, so wird ihm auf der Stelle verziehen. Das heißt, die Verzeihung erfolgt zu jeder Zeit des Jahres, sobald der Fehlende sich seines Unrechts bewußt wird und den Vorsatz faßt, von jetzt ab das vernachlässigte Gottesgcbot treu zu erfüllen; es bedarf somit nicht des tm dv, um die Sühne zu erwirken. .imb DniBDn Dvi r6m rown r.ryn vb by di« -oy Hat Jemand ein Verbot übertreten (also es hätte Jemand z. B. das Verbot: Du sollst nicht stehlen, lügen u. a. übertreten), so läßt Teschubah allein die Sache noch unentschieden und erst Jom Kippur (in Verbindung mit Teschubah) bringt die Sühne.