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Der Israelit · 1893-09-07 · Heft 72-73 (7.9.1893) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 72-73 (7.9.1893)
Date
1893-09-07
Page
– (sequence 23)
Language
German
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1401 > BlisceLen. * — Die vereitelte Auktion. Unter diesem Titel erzählt die christliche Mtssionszeitschrift „Dibre Emeth" folgendes Geschichtchen aus Frankfurt a. M.: An einem trüben Aprilmorgen hielt in einer engen Gasse der Stadt Frankfurt a. M. die „Amtschaise". So nannte der VUkswitz den Wagen des Gerichtsvollziehers unter dessen Leitung jetzt zwei Dienstleute damit beschäftigt waren, aus der Dachwohnung eines der geringsten Häuser des Stadtviertels allerlei Möbel, Betten und sonstigen Hausrath aufzuladen. Dies Alles wollten sie zum städtischen Auktionslokal verbringen und dort versteigern. Neugierig umstanden Kinder und Erwachsene den Wagen und richteten ihre Blicke auf eine junge blasse Frau. Mit stillem Gram sab sie, ein einjähriges Kind auf dem Arm, dem Thun der Arbeiter zu. Vier größere Kinder standen schluchzend neben ihr und brachen jedesmal, wenn wieder ein Stück aufgeladen wurde, in lautes Weinen aus. Diese Leute hatten offenbar einst bessere Tage gesehen. Das merkte man an dem Hausrath, und das erkannte man an der Frau selbst und ihren Kindern. Sie war die Wittwe eines Kaufmannes. Dieser hatte durch den Bankerott eines Geschäftsfreundes, für welchen er sich verbürgt hatte, fast sein ganzes Vermögen verloren. Um den Verlust wieder einzubringen, ließ er sich in gewagte Unternehmungen ein und verlor nun auch den Rest seines Vermögens. Trostlos und hoffnungslos griff der Unglückliche und Feigling zur Pistole und — ließ Weib und Kind im tiefsten Elend in der Welt. Seine Gattin war muthiger als er. Freiwillig verkaufte sie alles Entbehrliche aus ihrer Haushaltung und befriedigte einzelne Gläubiger ihres Mannes. Dann bezog sie die ärmliche Dachwohnung, um sich und ihre Kinder durch fleißige Arbeit , mit Nähen und Stricken durch zu bringen. Aber noch hatte sie nicht den Kelch des Leidens bis auf die Hefe geleert. Ein entsetzliches Scharlach - Fieber warf ihre 5 Kinder nach einander auf das Krankenlager, und nur die auf' opferndste Pflege der Mutter war im Stande, sie am Leben zu erhalten. Indessen kehrte Noth und Mangel im armen Stüb lein ein. Die kleinen Ersparnisse der heldenmüthigen Pflegerin waren bald aufgezehrt. In dem Haus der Scharlachkranken wollte Niemand mehr eine Arbeit machen lassen. Nun kamenSchulden, und das Ende war die Einkehr des Gerichtsvollziehers. Ein hartherziger Gläubiger bestand auf seinem Guthaben, und da gab es kein Erbarmen. Und doch giebt es noch Erbarmen auf Erden. In dem Augenblick, als das Bettlein des jüngsten Kindes aufgeladen werden sollte und die Frau mit aufgehobenen Händen den Gerichtsvollzieher bat, ihr doch wenigstens nur dies zu lassen, trat aus der Reihe der Umstehenden ein Handelsjude auf den Gerichtsvollzieher zu und fragte so Nie „heilige Lade" in der Synagoge viviliana )u Rom. öcrn u V'KiSIWlMj :!M!ISWSWt ijiunijiilp'miil

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