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Der Israelit · 1893-09-04 · Heft 71 (4.9.1893) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 71 (4.9.1893)
Date
1893-09-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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PKMWMWJWBIM! VMWM'^ Brthodose MuderrthumÄ IMv. S. 4. Sept. 1893] wm ML < Nevimt E-- über die 14. Generalverfam mlung des isr Die XIV. Generalversammlung des isr. Lehrervereins für das Königreich-Bayern, tagte gleichzeitig mit der XII. Hauptversammlung des bayerischen Volkschullehrervereins am 8. August dieses Jahres in Würzburg. Aus diesem Grunde erfreute dieselbe sich eines äußerst zahlreichen Besuches. Die Präsenzliste wies 150 Theilnehmer auf, darunter die HH. Rabbiner Adler-Kitzingen, Bamberger Bad Kissingen, Bamberger-Würzburg, Dr. Stein-Schweinfurt, und als Vertreter der hiesigen Cultusgemeinde deren Vorstand Herr M. Rosenheim. Ihre Abwesenheit entschuldigten die HH. Rabbiner Grünebaum-Ansbach, Dr. Neuburger-Fürth, Dr. Perles-München und Witteshöfer-Floß. Mit besonderem Interesse wurden die Mittheilungen des letzteren über die geschichtlichen Anfänge der isr. Religionsschule in Bayern ausgenommen. Dieselbe ist infolge einer von seinem sel. Vater bei der kgl. Regierung eingereichten Denkschrift ins Leben gerufen worden. In seiner Eröffnungsrede begrüßte der Vorsitzende, Herr H. Goldstein-Maßbach herzlich die so zahlreich Erschienenen und hob mit besonderer Genugthuung, die rege Theilnahme der HH. Rabbiner an der Versammlung hervor. Er betonte, Rabbiner- und Lehrerstand seien Potenzen, die nur im Vereine Ersprießliches wirken können, dieselben hätten im Großen und Ganzen ja nur ein Ziel: die religiöse Erziehung und Belehrung. Im Weiteren wies er auf die Nothwendigkeit eines engen Zusammenschluffes aller Lehrer hin und auf den geistigen und materiellen Schutz, den ein festgegliederter Lehrerstand gewährt. Aber die Erfahrung zeige, daß oft der lebendige Gemeinsinn, der Corpsgeist mangele, der Egoismus sich breit macbe und Collegialität nur so weit übe, als solche den Standesintereffen diene. Darum solle jeder seine Kraft in den Dienst des Ganzen stellen und deffen gemeinnützigen Bestrebungen möglichst fördern. Der Kassier Herr Dr. Braunschweiger-Würzburg erstattete nun den Kaffabericht. Das Vereinsvermögen beträgt ca. 27000 M. und die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist auf 150 angewachsen, so daß 2/, der bayerischen, jüdischen Lehrer dem Vereine angehören. Er legte den Mitgliedern nahe, daß infolge der vorjährige Erhöhung des UnterstutzungstheileS es Pflicht eines jeden Einzelnen sei für die Interessen des Vereins Propaganda zu machen. Hierauf wurde im Sinne eines Antrags Levi-Riedenberg beschlossen, den größeren jüdischen Zeitungen einen Lehrervereins für das Königreich Bayern. ausführlichen Bericht über die Verhandlungen zugehen zu lasten. Nach einer knrzen Pause ertheilte der Vorsitzende dem Referenten Dingfelder-Gunzenhausen das Wort zu seinem Portrage über: „Die Vereinigung jüdischer Lehrer in Deutschland". Der Referent gab eine Uebersicht über die Entstehung und Entwicklung der isr. Pensionsrassen un> Lehrervereine Deutschlands. Dieselben verfolgen einen dreifachen Zweck. Unterstützung von Lehrer-Wittwen und Waisen uud dienstunfähiger Lehrer, Hebung der jüdischen Religionsschule und Förderung des jüdischen Lehrerstandes durch Vertretung feiner Interessen gegenüber der Oeffentlichkeit. Im letzteren Theile wies er besonders nach wie die Stellung der isr. Religionslehrer vielfach einer noch ungesicherte sei, da weder Staat noch Gemeinde die Verpflichtung haben, für ihre dienstunfähige Neligionslehrer und deren Hinterbliebenen zu sorgen. Um mit Nachdruck für eine Hebung und Besserstellung des Lehrerstandes eintreten zu können empfiehlt er einen Zusammenschluß sämtlicher Lehrervereine Deutschlands. Dem über 1 Stunde währenden Vortrage, folgten die Anwesenden mit größter Aufmerksamkeir und zollten dem Redner für die interessante und gediegene Ausführung lebhaften Beifall. Insbesondere wurde die auf Gründung eines über ganz Deutschland sich erstreckenden isr. Lehrerbundes abzielende These eingehend besprochen und in folgendem Wortlaute angenommen: „Der isr. Lehrerverein für das Königreich Bayern begrüßt die vom Verein jüdischer Lehrer in Hannover ausgegangene Anregung alle jüdischen Lehrervereine des deutschen Reichs zn einem Lehrerbunde zu vereinigen " Als Vorort für die nächstjährige Versammlung wurde Nürnberg bestimmt. Einen besonderen Erfolg der diesjährigen Handlungen haben wir noch hervorzuheben; demnächst wird nämlich mit Einrichtung von Fortbildungskonferenzen für jüdische Lehrer begonnen werden. Dadurch dürfte einem von vielen strebsamen Lehrern gefühlten Mangel abgeholfen sein. Würzburg, 10. August 1893. Im Aufträge: Der Schriftführer, A. Mandelbaum.

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