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Der Israelit · 1893-08-31 · Heft 70 (31.8.1893) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 70 (31.8.1893)
Date
1893-08-31
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1356 Ziffern reden zu lassen; sie beweisen, daß die Zahl der Schüler von Jahr zu Jahr ftätig wächst, daß der Kreis der Gönner und Freunde der Anstalt sich immer mehr erweitert, und vor Allem, daß dieselbe das Vertrauen großer, geachteter Gemeinden, welches in der Berufung der Schüler zum Ausdruck kommt, in immer erfreulicherem Maaße sich erhält und neu erwirbt. Der finanzielle Theil des Berichtes hebt eine Reihe namhafter Zuwendungen hervor. Der am 1t. September 1889 verstorbene Herr Heinrich Löwenheim hat das Seminar zum Universal-Erben seines Vermögens eingesetzt, dessen bisherige Eingänge ca. 47.000 M. betragen; kleinere Beträge werden noch hinzukommen. An ferner» Legaten werden verzeichnet: von Moses und Babette Leither in Fürth 10,000 Mark, von S. I. Cohn Berlin, 1500 Mark und von Heimann Simon Berlin, 1000 M. Außerdem gingen no^ fünf Legate im Gesammtbetrage von 1332,70 M. ein. Die Einnahmen betrugen 151595,66 M. (davon Legate 60832,70 M.), die Ausgaben 68358,30 M.; das Vermögen ist auf 407,104.76 M. gestiegen. Durch diese Steigerung der Einnahmen ist die Verwaltung dem Ziele näher gebracht, die Anstalt von der Wandelbarkeit der Jahresbeiträge unabhängig zu machen und den durch die gesteigerte Frequenz erheblich größeren Ausgaben gerecht zu werden. Daß Letzteres in der That keine leichte Aufgabe ist, beweist ein Blick auf das Verzeichniß der Hörer, für deren materielles Wohl die Anstalt nach dem Maaße ihres Könnens sorgt. Das Seminar wurde in den Berichtsjahren von siebenundsech ig Schülern besucht, von denen 46 aus Deutschland, 8 aus Oesterreich, 10 aus Ungarn, je 1 aus Holland, Rußland und Palästina stammen. Bedenkt man, daß die Anstalt sehr hohe Forderungen an die Vorbildung der Candidaten, welche die Aufnahme suchen, stellt, daß wie der Bericht hervorhebt, unter den im Laufe der letzten Semester Aufgenommenen kein Einziger ist, der nicht das Gymnasium absolvirt hat, so wird man das Gewicht jener Zahlen erst ganz würdigen können. Es ist wohl kaum jemals ein ähnliches Institut von einer gleich großen, in talmudischen und allgemeinwissenschaftlichen Disciplinen so tüchtig vorgebildeten Zahl von Schülern frequentirt worden. Daß diese bedeutsamen Fortschritte auch die gebührende Würdigung erfahren, beweisen die ehrenvollen Berufungen mehrerer, nach vollendetem Examen entlassener Zöglinge, und zwar wurden zu Rabbinern gewählt: die Herren Dr. H. Baneth in Gablonz (Böhmen), Dr. A. Bloch in Sulz u. W. (Elaß), Dr. E. David in Düsseldorf, D. E. Goitein in Nachod, Dr. A. Loewenthal in Taruowitz O. S., Schaffner in Baltimore (Amerika), Dr. B. Seligkowitz in Cöthen (Anhalt), Dr. E. Weill in Fegersheim (Elsaß), Dr. I. Zivi in Winzenheim (Elsaß.) Höhere Lehrer- resp. Prediger-Siellungen haben vier Schüler übernommen. Es sind hohe, herrliche Aufgaben, welche die Anstalt sich gesteckt. Soll sie dieselben in gleich erfreulichem Maaße erfüllen können, so muß sie in den Stand gesetzt werden, einerseits die so lange erstrebte, leider aber noch nicht vollständig erreichte Selbständigkeit, die völlig ausreichende Fundirung zu erlangen, andererseits den mit der Schülerzahl proportional wachsenden Ansprüchen voll und ganz Genüge zu thun. Mögen die Mahuworte, mit welchen das Curatiorium seinen Bericht schließt, auf recht fruchtbaren Boden fallen, mögen die bisherigen treuen Freunde sowohl selbst bis zur Zeit größerer Selbständigkeit des Instituts ausharren, als auch den Kreis seiner Gönner erweitern helfen, damit die ersehnte Zeit bald erreicht werde, wo das Seminar durch entsprechende Fundirung ohne stete Existenzsorgen den an dasselbe gestellten Anspiüchen genügen kann. Frankreich. Paris, 21. August. Drummont kommt in die Stichwahl, aber mit wenig Aussicht; Papillaus, Redakteur der „Libre Parole", antisemitischer Kandidat, ist geschlagen. Hauptmerkmale der Wahlen sind die Erfolglosigkeit der Panamacampagne, die Niederlage des Antisemitismus, der Rückgang der katholischen Partei, das Fiasko der Ralliirten, die geringen Erfolge des Sozialismus und die Vernichtung des Boulangismus. Rußland. Aus Petersburg meldet ein Drahtbericht: Aus bester Quelle verlautet, daß dem Ministerium des Innern ein Gesetzentwurf vorliege, welcher die Fabrik-Industrie der Juden wesentlich beschränken soll. H tt K i 8 e «. Für den folgenden Theil ist die Redaetio« nicht verantwortlich. Bad Harzburg ts=|«b unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabb Dr. Anerbach, Halberstadt. (4816 Großer eleganter Speisesaal, Lesezimmer, Synagoge, rrlra gute Suche, solide preise.

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