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Der Israelit · 1893-08-31 · Heft 70 (31.8.1893) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 70 (31.8.1893)
Date
1893-08-31
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. Mette Leilage;u M 70 des „Israelit u Literarischer Mericht. Brieflicher Sprach- und Sprech««terricht zur Erlernung der hebräischen Sprache, herausgegeben von Elia hu Saphir, Lehrer des Hebr. und Arab. an der Schule in Pethach Thikwa (Palästina) und Dr. Nathan Birnbaum. Chefredakteur der Zeitschrift „Selbst- Emancipation." 1. und 2. Brief. Die ausführliche Wiedergabe des Titels dieser Briefe ist uns schon deßhalb nöthig erschienen, da Verlag und Druckart auf ihnen nicht verzeichnet ist. Außerdem ist es aber für die Beurtheilung der hiermit begonnenen Arbeit ersprießlich zu wissen, wie weit die Herren Herausgeber durch ihren Beruf der Aufgabe, die sie sich stellen, gewachsen sind. Es ist fraglos: Diese Briefe sind mit hohem Interesse zu begrüßen, und, es ist lebhaft zu wünschen, daß sie durchaus Gediegenes in geschickter Weise darbieten. Die Herausgeber hoffen, „daß jeder, auch der bloß mitDurchschntttsbegabuna ausgeftattete Lernende .nach Beendigung des Curses im Stande sein wird, das Hebräische aller Epochen gut und flüssig lesen, und das moderne Hebräisch auch schreiben und sprechen zu können." Der Schreiber dieser Zeilen theilt aus Gründen, die hier nicht weiter entwickelt werden sollen, allerdings nicht die Anschauung der Herausgeber, daß „das gegenwärtige Buch-, Zeitungs- und Verkehrshebräisch die lebende und lebenskräftige hebräische Volkssprache der Jetztzeit" sei, auch ist er nicht der Meinung, daß z. B. auf den palästinensischen Colonien, wenn nicht ganz außergewöhnliche Umstände, die aber eben in sich unmöglich sind, geschaffen werden, eine neuhebräische Volkssprache gezüchtet werden könne. Er sieht vielmehr in dem allem nur ein trefflich gefördertes und zu immer höherer Blüthe sich entfaltendes Gebilde einer hochzuschätzenden Kunst. Und wenn auch mehrere Millionen Juden ihre Correspondenz in hebräischer Sprache führen, hebräische Zeitungen lesen, aus hebräischen Schriften Literatur und Wissenschaft unserer und früherer Zeit kennen lernen u. dgl. m., so ist die hebräische Sprache doch im landläufigen Sinn eine todte Sprache. Deßhalb begrüßen wir aber das besprochene Unternehmen mit nicht im mindesten geringerer Freude. Es wäre eine höchst dankenswerthe Arbeit, wenn die Herausgeber uns alle die mannigfachen Ausprägungen des hebräischen Sprachschatzes vorführten, die die Geistesarbeit von Jahrtausenden widerspkegeln, wenn sie das garaus in der von ihnen beabsichtigten populären Weise vollbrächten, baß das von ihnen Miti , getheilte alsbald lebendiger Besitz des Studirenden würde. Es wäre das eine groß angelegte Arbeit j und wir müssen uns daher zunächst durchaus abwartend verhalten, ob die Herausgeber ihre Aufgabe wirklich so ausführen wollen und können. Die ersten zwei Briefe, die durch schönes Papier und hübschen lateinischen Druck sich recht vortheilhaft einführen, verdienen im Allgemeinen unbedingt Lob. Kenntniß, Erfabrunq und gute Beobachtungsgabe zeichnen sie aus. Sie lehren den Lautbestand und die moderne Aussprache des Hebräischen in den verschiedenen Weltgegenden kennen und geben zum Schluß ein Leseftück. Eine Reihe von Druckfehlern ist sehr zu bedauern. Zu tadeln ist jedenfalls die theilweise angewandte Umschrift vermittelst griechischer Buchstaben und Lesezeichen, deren Kenntniß bei dem großen Publikum doch nicht vorauszusetzen ist. Ueberhaupt sollte der Transscriptionsapparat in einem für weitere Kreise bestimmten Werk so einfach als möglich sein. Aus diesem Gesichtspunkt ist es auch zu wünschen, daß die Herausgeber, die einen guten und fließenden Styl schreiben, die vorgeführten Regeln möglichst leicht und faßlich zum Ausdruck bringen, was in den vorliegenden Briefen beinahe durchweg, doch nicht immer geschieht. Ich möchte es den Herausgebern an's Herz legen, daß sie die gerügten Mißstände in den folgenden Briefen beseitigen. Noch manche Einzelheiten wären zu berichtigen, die hier zu erwähnen zu weit führte. Wir wünschen dem Unternehmen die wärmste Theilnahme und Förderung seitens des Publikums und wollen hoffen, daß die Herausgeber ihre Aufgabe in bester Weise lösen werden. — Zeitungsnachrichten und Eorrespouveuzeu. Deutschland. Berlin, 22. August. Die „Jüdische Presse" schreibt: Der soeben zur Ausgabe gelangte Rechenschaftsbericht des hiesigen Rabbiner-Seminars für 1891/92 legt abermals erfreuliches Zeugniß für das äußere Wachsthum und die innere Erstarkung der vortrefflichen Anstalt ab. Ueber den eigentlichen Verwaltungsbericht können wir uns aus ein schlichtes Referat beschränken. Die Ziele und Aufgaben, welche die Anstalt sich gestellt, die Leistungen und Erfolge, auf welche sie Hinweisen kann, sind in Ihrem Blatte so oft besprochen worden und in den weitesten Kreisen längst so bekannt und anerkannt, daß es einer abermaligen Darstellung nicht bedarf. Wie in früheren Jahren, genügt es auch diesmal.

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