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Der Israelit · 1893-08-24 · Heft 68 (24.8.1893) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 68 (24.8.1893)
Date
1893-08-24
Page
– (sequence 21)
Language
German
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ft ÄrthodM Kuderrthum^ OM 24. Aug. 1893] [Mt. 8. ^frofocoCf der am 23. und 24. Mai 1893 im Saale des Restaurateurs Falk zu Hannover stattgesundeneu 28. Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. Anwesend 3 Ehrenmitglieder und 30 Mitglieder. Erste Sitzung, Dienstag, den 23. Mai. Der Vorsitzende, Herr Lehrer Blumenfeld-Adelebsen, eröffnet die Sitzung mit herzlichen Begrützungsworten und einer Ansprache, in welcher er der Betrübniß der Lehrer Ausdruck giebt, daß man es habe erleben müffen, wie in heftiger Weise im verflossenen Jahre die jüdische Lehre und das jüdische Schristthum von gewisser Seite angegriffen worden. Man habe sogar die Lehrbücher der jüdischen Religion einer Prüfung auf ihren moralischen Inhalt unterzogen, als ob die jüdische Lehre verderblich für Staat und Kultur sei. Dies sei aber nicht blos verletzend und bedrückend für uns als Lehrer der jüdischen Religion, — es sei auch ungerecht. Wir hingen gerade in Befolgung unserer Religion mit allen Fasern unseres Herzens an unserm Vaterlande, dessen Wohl wir mit aller Kraft und in treuer Hingebung zu befördern suchten, nicht zum mindesten dadurch, daß wir in Schule, Synagoge und Gemeinde eine Lehre und ein Schriftthum zum Verständniß und zur Anerkennung brächten, die Jahrtausende überdauert. Wir wollten uns indes durch ungerechte Angriffe nicht verbittern lassen, sondern unentwegt die uns vorgezeichneten Bahnen der Pflicht und des Gewissens wandeln. Der Vorsitzende schloß seine Ansprache mit der Aufforderung einzustimmen in den Ruf: „Unser allergnädigster Landesherr Se. Majestät der Kaiser und König Wilhelm II. lebe hoch!" Die Versammlung stimmt dreimal begeistert in diesen Ruf ein. Darnach folgten noch Ansprachen seitens der Herren Landrabbiner Dr. Gronemann und Dr. Lewinsky und des Delegirten des D. I. G. B. Herrn Rechtsanwalt Dr Benfey- Hannover. Die mit großem Beifall aufgenommene Ansprache des letzteren gipfelte darin, daß die Lehrer namentlich berufen seien, den Antisemitismus zu bekämpfen. Sowie man 1866 gesagt habe, der preußische Schulmeister habe die Schlacht bei Konigrätz gewonnen, so möge man dereinst sagen können, der jüdische Lehrer habe den Antisemitismus lotgeschlagen. Dazu sei keineswegs erforderlich, daß der Lehrer die antisemitischen Versammlungen besuche und thatsächlich in den Kampf eintrete. Durch nachhaltiges, gewissenhaftes Wirken im Amte werde er schon sein Ziel erreichen, wie ja auch nicht gemeint sei, daß der preußische Schulmeister in der Schlacht bei Königgrätz zugegen gewesen. Der Vorsitzende berichtet über die Schritte, die er in Gemäßheit des Beschlusses der vorjährigen Versammlung gethan, um einen Anschluß des Vereins an den allgemeinen preußischen Lehrerverein herbeizuführen. Das Resultat war ein negatives, indem letzterer der Auffassung war, daß die Organisation des Landeslehrervereins eine derartige sei, daß kleinere Verbände nicht in den Rahmen desselben passen, und gab anheim, etwa einen Anschluß an den Lehrerverein der Provinz Hannover herbeizuführen und dann vielleicht eine besondere Sektion zu bilden, in der die spezifisch jüdischen Interessen gepflegt werden könnten. Ebenso sind Schritte gethan behufs Vereinigung der sämtlichen jüdischen Lehrervereine Deutschlandes zu einem Lehrerbunde. Das Resultat steht noch aus und bleibt dem Vorstande die Aufgabe, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Erfreulich war der Bericht des Vorsitzenden über die Neuregelung der Dienstalterszulagen für die jüdischen Lehrer in der Provinz Hannover. Darnach sind nunmehr die jüdischen Lehrer ihren christlichen Kollegen völlig gleichgestellt und erhallen die volle Alterszulage aus Staatsmitteln und nicht mehr, wie bisher zum Theil aus Mitteln des Provinzialfonds. Dieses günstige Resultat schreibt der Vorsitzende dem energischen Eintreten der Herren Landrabbiner zu. Die Versammlung bringt denselben ihren Dank dafür durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck. Der Vorsitzende ertheilt nach weiteren Mittheilungen dem Herrn Seminardirektor Dr. Kroner das Wort zu seinem Referate: Die Bildungsanstalten für jüdische Lehrer in Deutschland und ihre Aufgaben". Der Herr Referent führt aus: Ehe ich über mein Thema selbst spreche, empfiehlt es sich, die Veranlassung zu meinem Vorträge näher zu bezeichnen. Sie bestand zunächst darin, daß an Stelle des Herrn Dr. David, der für die diesjährige Versammlung einen Vortrag zugesagt hatte, aber infolge seiner Uebersiedlung nach Düsseldorf nicht halten konnte, ein anderer Redner eintreten mußte. Dazu kam, daß Herr Blumenfeld-Adelebsen mich ersuchte, gegen den im Familienblatt des Dr. Rahmer veröffentlichen Vortrag des Lehrers

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