Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 68 (24.8.1893)
- Date
- 1893-08-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1308 Mayer finden wir nicht weniger als fünf Mal als Vorsteher ebenso vieler Kolonien aufgeführt. Außer den Vollkolonien zusammen etwa 1900 Kinder, finden wir noch 21 Halbkolonien mit 1100 Kindern. Bor einigen Sagten begann eine Berliner Loge mit der Aussendung von 12 Kindern, daraus find heute 3000 geworden und mehr wie die doppelte Anzahl hilfsbedürftiger, schwächlicher Kinder mußten zurückgewiesen werden. Wir können nur mit dem herzlichen Wunsche schließen, daß es dem Berliner Magistrate mit Hilfe wohlwollender Mitmenschen in Berlin und in den preußischen Provinzen gelingen möge, die hohe Wohlthat der Sommerfrische in künftigen Jahren allen bedürftigen Kindern zu Theil wird. Der Correspondent der conservattven Zeitung schildert in Vorstehendem, ohne es besonders hervorzuheben, die jüdische Ferien Colonie aus Berlin, die in einer Stärke von 300 Kindern in verschiedenen Städten Aufenthalt gefunden. Hier haben die Berliner Glaubensgenossen wirklich eine nVna mso geübt, die wahrere zeigt sich nicht blos durch Almosen, sondern isua yi wooa v3 °’“IDn Wir rufen den Berlinern besten niro rwtr zu: pD> pi nan» p! ZeittmgSrrachrichte« unb «Korrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 22. August. Dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern die Wittwe des seligen Herrn Buchhändlers I. Kauffmann nach langem Leiden zu einem bessern Jenseits abzuberufen. Wer die Verblichene gekannt hat, dem ist es bewußt, daß sie weit mehr als eine gewöhnliche Erscheinung war. Vermöge ihrer vorzüglichen Geistesanlagen, ihres stets muntern und heitern Wesens, war sie die Seele der Unterhaltung bei allen stattfindenden isr. Gesellschaften, so auch namentlich in den verschiedenen Badeorten, wo sie sich immer viele Freunde erworben hat. Ihrem Manne war sie eine aufopfernde treue Gattin, ihren Kindern eine stets besorgte Mutter und ein Muster der Häuslichkeit. Was sie aber besonders auszetchnete, war eine ungeheuchelte Frömmigkeit und wahre Gottesfurcht, und so war es denn auch natürlich, daß Wohlthun ihre grüßte Freude war. Armen und Unglücklichen stand sie mit Rath und That bet und gar manche Familie hat ihrer Bemühung ihre weitere Existenz zu verdanken. Hungernde zu sättigen, war ihr Bedürfntß. Ihr Andenken gereiche uns zum Segen. A. Speyer. Hamborg, 16. August. Nach der hier aufgestellten Statistik haben Berlin und Hamburg die meisten Juden, indem dort auf 100,000 Einwohner 5020 Juden und hier 2870 Juden kommen. Darauf folgen Hessen Nassau mit 2680, Hessen mit 2570, Polen mit 2530, Elsaß-Lothringen mit 2160 Juden auf 100 O00 Einwohner. In der Anzahl der Konkurse steht Bremen obenan, trotzdem es hinsichtlich der Anzahl der dort befindlichen Juden eine der letzten Stellung einnimmt. Hamburg nimmt hinsichtlich der 1892 vorgekommenen Konkurse die fünfte, Bremen die dritte Stelle ein. In Hamburg fielen auf 1000O0 Einwohner 26,5, in Lübeck 36,8 Konkurse. Oesterr.-Un gar. Monarchie. Wien, 20. August. irp-6« rvn m Don^>. Die Israeliten in der Leopoldstadt machen jetzt große Anstrengungen und scheuen auch keine Auslagen, um thetls zu ganz neuen Gotteshäusern zu kommen, theils um die alten zu verschönern. So wurde das alte und baufällige Häuschen, welches die Gassenfront der Schiffschule bildete, niedergerissen und durch einen drei Stock hohen Neubau ersetzt, der nicht nur diesem Gotteshause, sondern auch der Schiffgasse selbst zur Zierde gereicht. Wie ich nun vernehme, wird Rabbi Salomon Spitzer '"j, welcher bekanntlich der Rabbiner der genannten Synagoge ist, in diesem Neubau eine Amtswohnung erhalten, io daß er nicht mehr zur Miethe wohnen muß. In der der Schiffgaffe benachbarten Leopoldgasse schreitet der Bau der neuen polnischen Synagoge rasch seinem Ende entgegen und wird schon am kommenden 3. September die Einweihung dieses Gotteshauses stattfinden. Auch die Israeliten in der Fugbachgasse, welche im Osten der Leopoldstadt liegt und wo sich die Synagoge in einem gemietheten Hause befindet, haben sich jetzt aufgerafft, um sich eine selbstständige Synagoge zu verschaffen und wurde, wie ich vernehme, mit einem Bauunternehmer schon ein diesbezüglicher Vertrag vereinbart. In diese Synagoge geht Rabbiner Pollak, welcher bekanntlich der erste Dajan der Wiener Cultusgemeinde ist. So mantfestirt sich überall in der Leopoldstadt der religiöse Sinn unserer Glaubensbrüder und bringen sie große Geldopfer, um sich würdige Andachtsstätten zu verschaffen. Bei diesen ihren frommen Bestrebungen werden sie vom Staate und der Stadt auf's kräftigste unterstützt. Schweiz. Basel. Die Basler Nachrichten bringen folgendes „Stimmungsbild": Wir erhalten von Zürich eine am 16. August im dortigen Bahnhof aufgegebene Postkarte mit folgendem Inhalt: „Redaktion der Basler Nachrichten in Basel. Es ist jetzt bekannt, wie viel Du, werthe Tante, vom jüdischen ComitS erhalten. Schäme Dich, du elende. Mehr folgt öffentlich. Panama in der Schweiz!l!"