Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 68 (24.8.1893)
- Date
- 1893-08-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 68, XitlT. Jatzrga««. Der Israelit. Ein Genlrak-Argan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, de« 24. Aug n st 5653 (1863). Leitender Artikel. Sprüche der Water. Fünftes Buch. X. Mainz, 23. August. nmyon ’sy hm mn m G’Dtsun ia»a k^i „Es verlöschte kein Regen das Feuer des auf dem Altar aufgeschichtetenHolzes." Feuer und Waffer find sonst die schärfsten Gegensätze, wenigstens aalten ste als solche bis auf unser Zeitalter der Elektrizität, welche aus der Kraft des faUendeu Wassers Feuer erzeugt. DaS Wunder, das die Wissenschaft heute zu Wege bringt, Feuer und Waffer derart zu versöhnen, daß das eine das andere nicht nur nicht ertüdtet, sondern neu erschafft, dasselbe Wunder vollzog sich in kleinerem Rahmen bei der Altarflamme und zwar bet derjenigen Gluth sogar, welche von den Holzstücken herrührte, die täglich neu dem Brande zur Nahrung überwiesen wurden. Als das erste Gottesheiligthum in der Wüste und das zweite durch Salomo seinem Zwecke übergeben wurde, fiel Feuer vom Himmel auf den Altar nieder. Die Feuergluth, die bei der Einweihung des salomonischen Tempelheiltgthums ntederfiel, verblieb auf dem Gottesaltar bis ste später König Menasche entfernte. Von diesem Gottesfeuer wird uns berichtet: nsnan nznyo hm «wa now onan ntyon ru’Ni ,yitö*a pnV rtoiNi roo na an nana mai „Fünf Etgenthümlichkeiten werden vom Altarfeuer gesagt: Es hatte die Form eines lagernden Löwen, es war hell wie die Sonne, die Flamme war stofflich greifbar, sie verzehrte Feuchtes wie Trockenes, und sie erzeugte keinen Rauch." (Talmud Joma fol. 21 b.) Trotz dieses vorhandenen himmlischen Feuers war es gebotene Pflicht irdisches Feuer durch täglich anzulegende Holzstücke zu unterhalten (III. B. M., C. 1, V. 7.) Indem es hier nun nicht heißt, daß der Regen das Feuer der Altarstätte nicht verlöschte, sondern das Feuer der auf dem Altar aufges hichteten Holzstücke, so ist uns damit gesagt, daß selbst gewöhnliches Feuer unverlöschbar ist, sobald es auf dem heiligen Untergrund des Gottesaltars ruht. Gilt dies aber von dem gewöhnlichen, irdischen Feuer, wie muß es dann erst von der begeisternden Gluth wahr sein: nanssn pim maa^ ^av vb n»aa itd na iri'a pn ba ns« vrr in» dn n'.svs" uh nnnji .■6 na» „j/wuguye Fmthen können die Liebe nicht verlöschen und Ströme sie nicht hinwegschwemmen, gäbe Jemand das ganze Vermögen seines Hauses, um die Liebe, verachten würde man ihn." (Hohes Lied, Cap. VIII, V. 7.) Wenn die Strömung unserer Zeit so leicht das Feuer unserer Begeisterung verlöscht, so beschämt uns die unverlöschltche Altarflamme im Tempelheiligthum. Wenn uns jeder Luftzug aus der zu Gott in unwandelbarer Gradheit emporstrebenden Richtung zu herdrängen die Kraft hat, so zeigt uns das folgende Wunder das Ideal, wie es uns vorschweben sollte, und wie es zur Zeit des Tempelbestandes jedem vor Augen stand nnn ah ppyn tidj; ns« nnn „Kein Wind bewäl tigte die Rauchsäule des Altars." Was ist leichter, wesenloser, jedes Widerstands unfähiger als der emporwirbelnde Rauch? Und was ist stärker als der zum Sturm entfesselte Wind, der Berge entwurzelt und Felsen zersplittert, der aber Halt macht vor der Rauchsäule, die sich vom Gotttesaltar zum Himmel erhebt! So stark ist die Kraft heiliger Feuerbegeisterung, daß nicht nur die Gluth durch keinen Regen, sondern, daß selbst die verflüchtigenden, davon wirbelnden Rauchtheilchen dieser Flamme von keinem Sturme bewältigt werden. So stürmen seit Jahrtausenden alle Stürme auf Israel, auf seinen Glauben, sein Gesetz, sein