Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1893)
- Date
- 1893-08-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1203 Man bekommt beinahe Respekt vor Ahlwardt, wenn man ihn mit den andern antisemitischen Führern vergleicht. Keiner von Allen reicht ihm das Wasser — er ist ein ganzer Mann in seiner Art. Man kann ihm nicht nachsagen, daß er vor irgend einer Konst quenz zurückscheue — wer Nichts zu verlieren und Alles zu gewinnen hat, der kann ein hohes Spiel rtskiren. Ahlwardt spielt täglich um seine Existenz. Er darf sich von keinem überslegeln lassen; er muß unermüdlich vorwärts schreiten auf der Bahn, die er betreten und seine ganze Vergangenheit bürgt dafür, daß er sich nicht überholen läßt, daß er als Erster durchs Ziel gehen wird bei dem Distanzmarsch um die Behauptung der Pöbelgunst. Mit Ahlwardt verglichen ist Paul Förster, „Doktor, Professor und Lieutenant" — wie Herr Stöcker ihn nennt — nur ein Schwächling. Kaum ist er auf Ahlwardt's Empfehlung hin in den Reichstag gewählt worden, und schon macht er eine Schwenkung. Er hat seinen Herrn und Meister, hat den großen „Rektor aller Deutschen" verralhen und thut mit einem Male so, als ob er mit diesem nie Etwas gemein gehabt hätte. Man braucht kein Ahlwardtschwärmer zu sein und kann dennoch der Ansicht huldigen, daß sich dieser um Paul Förster denn doch etwas ganz Anderes verdient hat. Doch Ahlwardt mag sich trösten. Seine Genugthuung ist ihm gewiß. Die Halben und die Lauen werden sich rasch abwirthschaften und nur die Ganzen, die Rücksichtslosen und Unverzagten werden zunächst übrig bleiben. Es ist ein kindischer Wahn, zu glauben, daß so Etwas wie ein gemäßigter oder gar „anständiger" Antisemitismus auf die Dauer auch nur denkbar sei. Und es ist gut, daß dem so ist. Je häßlicher und je verzerrter sich die scheußliche antisemitische Fratze dem Volke zeigt, um so eher wird es zur Besinnung kommen und sich abwenden von den falschen Propheten. Möge dies geschehen, so lange es noch nicht zu spät ist. Briefkasten der Redaetio«. Elektrotechniker M. S. Als Antwort diene Ihnen die Thatsachc, daß ein uns bekannter orthodoxer junger Mann Elektrotechnik studirt hat, indessen nicht im Stande ist, dieselbe praktisch auszuüben, weil sich keine Firma findet, die an rDIP freigeben kann. Gerade der Elektrotechniker muß stets am Platze fein und es ist sehr störend, wenn beim Bau einer Bahn oder Lichtanlage der Ingenieur jede Woche einen Tag fehlt. Wenn jedoch der Elektrotechniker ein Handelsgeschäft mit entsprechenden Maaren einrichten will, ist der Sabbat ohne Schwierigkeit zu beobachten. In der „Chemie* sind diese Berhältnisse weit günstiger. — Anderes, außer dem von Ihnen genannten, ist nicht zu empfehlen. Briefkasten der Expedition. N. L. in Z a ch a u. Betrag empfangen. S. G. in Z. Betrag empfangen. Ein jüdisches Blatt in Amerika schreibt: Herr Max Victor in Köln ist unermüdlich in der Erfindung von neuen Sorten Glückwunschkarten zu ruttfn ItWT Man sollte gar nicht glauben, daß nach einer so großen Reihe von Jahren, in welchen Herr Victor stets Neues geboten, e8 immer wieder möglich ist, Urberraschungen bringen zu können. Trotzdem finden wir auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl noch „nie dagewesener* Neujahrskarten. Wir erwähnen nur den „Barometer*, die „Sepher Thora", verschiedene neue Bildnisse berühmter Männer, sowie die in unserer heutigen Nummer zum Abdruck gebrachte Ansicht von Jerusalem und Umgebung. Wir wünschen Herrn Victor eine recht gute Saison. E n i « i e « n. Für den folgende« Theil ist die Redaetio« nicht verantwortlich. ßsid Iflar/Imr^ Billa Concordia ^2 9ieft.:$au0 1- Ranges am Walde unter Aussicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. De. Anerbach, Halberstadt. (4816 Großer eleganter Speisesaal, Lesezimmer, Synagoge, erlra gute Küche, solide Preise. Enthaarnngspulver. Aerzklich empfohlen für Damen u. Herren. Greift die zarteste Haut nicht an! Nimmt den stärksten Bart — ohne Rasirinesser — in wenigen Minuten weg. Zu baden in Apothek., Parfüm, oder direkt von I. TobiaS Selinger, G. C. Brü ings Nachfolger, Frankfurt a. M. Große Dose ä Mk. 2, — Pinsel 12 Pf._(3278 Knaben Pensionat Fürth. Knaben, welche die israelit. Bürgerfchnle, deren Abgangszeugnisse zum einjährig-freiwilligen Dienste berechtigen, besuchen wollen, finden sorgfältige Pflege sowie gewissenhafte Beaufsichtigung und Nachhilfe bei Julius Freudenberger, 2888) Lehrer an der iSrael. Bürgerschule. Zum Schmieren dev Nähmaschine gebraucht das Beste; es ist das Billigste: Die dem Petroleum ähnlichen DafelinenKe haben keinen ölenden Fettgehalt und rniniren die Maschine. Klaueuöl ist daS beste Nähmaschinenöl, eS besitzt größte Schmierfähigkeit und harzt nicht! Klaueuöl, präparirt für Nähmaschinen rc., von MAbiu- & Sohn, Hannover, ist zu haben in allen besseren Handlungen. (720 37093585