Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-08-10 · Heft 64 (10.8.1893) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 64 (10.8.1893)
Date
1893-08-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448376--36890-2484931
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

WM 1133 Das Berliner Schöffengericht verurtheilte den Capitain» lieuntenant a. D. und expedirenden Secretär im Reichsverstcherungsamte F. Altag wegen eines in einem Restaurant verübten antisemitischen ExcesseS zu einer Geldstrafe von 30 Mark. Der Excedent suchte nach Antisemitenart sein Vorgehen damit zu entschuldigen, daß er stark betrunken war; das Schöffengericht ließ dies nur als milderen Umstand bei der Strafbemeffung gelten. <Die Päpste und die jüdischen Aerzte.) Dr. Moritz Stern in Kiel hat soeben den ersten Band einer Sammlung „Urkundlicher Beiträge über die Stellung der Päpste zu den Juden" veröffentlicht, welche eine staunenswerthe Fülle gelehrten Materials über die Geschichte der Juden enthält. Eine Reihe der veröffentlichten Urkunden handelt von den Privilegien der jüdischen Aerzte und beweist von neuem die alte Thatsache, wie sehr sich die Juden des Mittelalters um die Pflege der Medizin verdient gemacht haben. Auf einzelne Urkunden wollen wir Hinweisen: Rom, 27. April 1376. Mitglieder des römischen Senats erklären, daß Magister Manuel und dessen Sohn Magister Angelus, beide in der Chirurgie sehr erfahrene jüdische Aerzte, wegen der vielen nützlichen Dienste, die sie den römischen Bürgern täglich durch ihre ärztliche Kunst leisten, nebst ihren Angehörigen von jeder Steuer und Abgabe, sowie von der Tragung des Judenzeichens befreit sein sollen. Florenz, am 8. September 1420. Der Vice-Kämmerer Ludwig gewährt dem Magister Elia Mamannus, Hausgenoffen und Arzt des Herzogs von Bourbon, der jetzt an den Papst Briefe des Königs Alphons IV. von Aragon bringt und Angelegenheiten dieses Königs mit dem Papste zu verhandeln hat, auch sonst wegen seiner ärztlichen Geschicklichkeit nach Rom gerufen ward, mit Rücksicht auf den König und den Herzog auf ein Jahr freies Geleit nach Rom zur Curie. Rom, 11. Sept. 1422. Die päpstliche Kammer zahlt 3 Goldgulden und 10 Saldi römischer Münze als Reisevergütung an einen jüdischen Arzt, der von Rom nach Vicovaro zur ärztlichen Behandlung des dort plötzlich durch einen Sturz verunglückten Cardinals Peter von Fonseca gerufen worden war. Rom, 14. Mai 1504. Papst Julius II. bestätigt dem Rabbi Samuel Zarfati, Juden zu Rom, und seinem Sohne Rabbi Joseph die ihnen vom Papst Alexander VI. und dem Könige Ludwig von Frankreich verliehenen Privilegien, erlaubt ihnen, ärztliche Praxis bei Christen auszuüben, sich zum Doctor promoviren zu laffen, befreit sie und ihre Familien von jeder Gerichtsbarkeit und Steuer, sowie vom Tragen des Judcnzeichens, gestattet ihnen häuslichen Gottesdienst und nimmt sie in seinen Schutz. Rom, 13. November 1530. Papst Clemens VII. nimmt den Juden Jsaac Zarfati wegen seiner überaus heilsamen ärztlichen Thätigkeit unter die päpstlichen Haus- und Tischgenoffen auf. Rom, 17. Juni 1550. Papst Julius III ernennt den Huden Theodorus de Sacerdotibus zu seinem Leibarzt mit jährlichem Gehalte. Berlin, 4. Aug. Dem Rechtsanwalt Hertwig, Pr.-Lieut. d. L., aus Charlotlenburg, ist am Mittwoch vom Landwehr- Bezirks Kommando Teltow eröffnet worden, daß der Kaiser in die nachgesuchte Vertheilung der Verbüßung der über ihn verhängten Festungshaft auf zwei durch einige Wochen Freiheit unterbrochene Perioden nicht gewilligt habe, vielmehr die Verbüßung der dreimonatigen Festungshaft binnen 24 Stunden in Magdeburg zu beginnen habe. Am Donnerstag Nachmittag hat nun Rechtsanwalt Hertwig die Fahrt nach Magdeburg angetreten, sich dort auf der Kommandantur gemeldet, von der aus feine Ueberführung nach dem Festungsgefängniß erfolgt ist. Bruchsal. Dem fünften Jahres-Bericht des Landesvereins zur Erziehung israelitischer Waisen im Großherzogthum Baden entnehmen wir: Von den 41 Kindern zu Beginn des Jahres wurden im Laufe deffelben wieder 4 aus der Fürsorge des Vereins entlaffen, 2 infolge Besserung der ökonomischen Lage ihrer Angehörigen, 2 nach vollendetem vierzehnten Lebensjahre. Von diesen erlernt ein Knabe das Handwerk eines Metzgers, der andere daS eines Bäckers. Neu ausgenommen in die Fürsorge des Vereins wurden 13 Kinder und es befanden sich in derselben am Schluffe des Jahres 1892 50 (27 Knaben und 23 Mädchen), von welchen 21 bei dafür geeigneten Familien untergebracht worden sind, während 29 sich gegen Zahlung eines Erziehungsbeitrages bei Verwandten befinden. Die Einnahmen betrugen 19126 Mk., von denen 9463 Mk. verausgabt wurden. Wie«. Der verstorbene Literat Ignaz Blumenfeld hat ein Capital von 25.000 st. für angehende Künstler hinterlaffen und setzte die israel. CultuSgemeinde in Wien als StiftungScurator ein. Wegen verschiedener Zwischenfälle in der VerlaffenschaftSabhandlung wurde erst in den letzten Wochen obiger Betrag zu Händen der Wiener Lultusgemeinde ausgefolgt und die Stiftung im Sinne des Testators realisirt. Besoul. In dem VerleumdundSprozeß des hies. Oberrabbiners Schol gegen Drummont wurde letzterer zu 400 Fr. Schadenersatz verurtheilt; nach der Bestimmung des Klägers erhielt Oberrabbiner Zadoc Kahn in Paris die Verfügung über diese Summe; dieser hat dieselbe den Anstalten zur Rettung verwahrloster Kinder zugewiesen.__ Briefkasten der Expedition G. F. in Geilenkirchen, Betrag empfangen. N. in W. Betrag empfangen. y Anzeigen. b*~ Für den folgenden Theil ist die Redactio« nicht verantwortlich. S.&D.LOWEimMLSilberwaaren l75) Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. Cultusgegenstäude. Hll>elcher Glaubensgenosse würde einem > CV§r. Köchin für orth. Küche bei hohem I verkaufen, so weit der Borrath reicht, jungen, bedrängten, i8r. Kaufmann I Lohn gesucht. I 'VV einige ein ganz neues Beloeiped abkaufen, das! Offerten mit Zeugnißabschristen unter Rott: „Gerettet," mit beschmutztem ders. voreilig kaufte. Anfr. unter J. 1001J.3471 bei Rudolf Moffe, Leipzig! Titelblatt, 70 Pf. Alleudorf, Werra. (5338 niederzulegen. (5331' Joh. Wirth'sche Hofbuchdruckerei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.