Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 64 (10.8.1893)
- Date
- 1893-08-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIV. Jahrgang. Der Israelit. W; M 64. Ein Hentrak-Organ für das orthodoXe Iudenthum. Begründet von I>r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, de« IO. August 5653 (1893). Leitende Artikel. Sprüche der Wäter. Fünftes Buch. VII. Mainz, 9. August. ton “jna oipon rw utidn idj nuvw nitfy iyor n?i d’dj/s ->vy m *m« iDj’i -mon „Mit zehn Versuchungen versuchten unsere Väter Gott, gesegnet ist er, in der Wüste, denn es ist gesagt: Sie haben mich nun bereits zehnmal versucht und doch nicht meiner Stimme gehorcht." (IV. B. M., C. 14, V. 22.) Diese zehnfachen Versuchungen werden im Talmud (Erachin, fol. 15) in folgender Weise aufgezählt: Zweimal am Meere, zweimal beim Fehlen des Wassers, zweimal beim Manna, zweimal bei den Wachteln, einmal beim goldenen Kalb und einmal in der Wüste Paran bet den Kundschaftern. Als Israel vor sich das Meer und im Rücken die Kriegsschaaren seiner Feinde gewahrte, als somit das Wunder der Meeresspaltung sich noch nicht vollzogen hatte, damals verzweifelte Israel an Gott und gab seiner Verzweiflung in den an Moscheh gerichteten Worten Ausdruck: „Haben wir keine Gräber in Egypten, daß du uns herausgenommen hast, um in der Wüste zu sterben?" u. s. w. (II. B. M., 14, 11.) Aber als selbst das Meer sich schon gespalten hatte und sie im Durchzug durch dasselbe begriffen waren, nicht nur D' by, sondern ppv D'D, mitten im Meere, mitten auf der Wunderbahn, die Gott für unsere Väter geschaffen, regte sich der Kleinmuth. (Psalm 106, V. 7.) Sie fürchteten, daß ihre nachfolgenden Dränger ebenso wie sie selber das jenseitige Ufer erreichen könnten und beruhigten sich erst, als das Meer die Leichen ihrer Tyrannen ausspie, ns Linien s*vi iffK r6*un th ns ^snr sin dm ddp by nD d»"»d '•di onaoa 'n ntpy. Erst als Israel die Eghpter todt am Meeresufer sah, sah es die große Hand, die Gott über Mizrajim walten ließ, dann fürchteten sie Gott und vertrauten aus Gott und Moscheh, seinen Diener. (II. B. M., Cap. 14, V. 30, 31.) Kaum aber war Israel vom Meeresstrande wieder fortgezogen, so murrte das Volk in Mara gegen Moscheh, weil kein Wasser zum Trinken da war. (II. B. M., 15, 22.) Das neu gewonnene Gottvertrauen bestand seine erste Probe nicht angesichts des Wassermangels. Und obwohl Gott durch das Mara-Wunder zeigte, daß er auch aus glühendem Wüstensels k.i kühlenden Wafferborn sprudeln zu laffen vermag, wiederholte sich doch derselbe Kleinmuth, als sich später in Restdim ebenfalls der Wassermangel fühlbar machte. Und Gottes Langmuth trägt den Zweiflern an seiner Allmacht Rechnung und. gewährt ihr Verlangen, giebt ihnen nicht nur Wasser, gewährt ihnen auch auf ihr Verlangen noch Brod, die wunderbare Himmelspetse, das Manna. Aber auch hier Übertritt der Kleinmuth die Weisung, am Sabbat das Gottesbrod nicht zu suchen und die andere Mahnung, der Gnade Gottes für jeden Tag neu zu vertrauen und nichts übrig zu lassen für den anderen Morgen! Es fanden sich trotzdem Einzelne, die am Sabbat das von Gott gereichte Brod suchten und von dem Gewährten übrig ließen bis zum Morgen. Aus II. B. M., C. 16, V. 3 ergibt sich, daß das Verlangen des Volks sich nicht auf Brod beschränkte, sondern auch noch Fletsch in sich begriff. Aus V. 13 desselben Capitels ist ersichtlich, daß auch diesem Verlangen entsprochen wurde, ja es wurde selbst gewährt, als es sich in noch erhöhterem Maße zum zwettenmale geltend machte, wie es IV. B. M., Cap. 11 eingehend berichtet ist. Diesen schließen sich dann die Verirrungen beim goldenen Kalb und als letzte die der Kundschafter an. Erst h'er ereilte die sich gegen Gottes Führung