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Der Israelit · 1893-08-07 · Heft 63 (7.8.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 63 (7.8.1893)
Date
1893-08-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. M 63. Der Israelit. Sin Gentrat-Hrgan für das orthodore IudenIHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 7. August 5653 (1893). Leitende Artikel. Sprüche der Wüter. Fünftes Buch. VI. Mainz, 6. August. Das letzte Wunder, das Gott zur endgiltigen Befreiung seines Volkes aus der Hand der Egypter mit der Spaltung des Meeres vollzog, war das größte aller bisher erfolgten. Es wird deßhalb auch als rfcrun *r „die große Hand Gottes" im 2. B. M., C. 14, V. 31 bezeichnet, und die prophetischen Bücher, besonders aller die Psalmen ergreifen wiederholt die Gelegenheit es zu feiern. Das Wunder begann damit, daß Gott zwischen beiden Lagern Nacht und tiefe Finsterniß entstehen ließ. Hiermit fängt die Darstellung des Berichtes in der heiligen Schrift an: Die Wolke verhüllte das Lager. Diese Finsterniß sollte nicht sowohl die Egypter im Marsche hemmen und ihnen Israel unzugänglich machen, als vielmehr der Anblick der großen Vorkehrung auf dem Meere, die zu ihrem Untergange getroffen ward, ja ihnen den Anblick des eigenen Fußbodens zu entziehen, der, während sie ihn noch für festes Land hielten, schon der neue Wunderboden des Meeres war. — Hätten sie diese Veränderung im Ursprünge bemerkt, sie würden bald der Gefahr vorgebeugt und den Rückzug an- > getreten haben. Während nun in jener Nacht beide Lager noch in einer beträchtlichen Entfernung vom Meere waren, erhob Moscheh auf Gottes Geheiß den Stab, zum Zeichen, daß das eigentliche Wunder seinen Anfang nehme. Die Beschaffenheit und Art und Weise dieses Wunders war folgende. Der Abgrund oder Boden des Meeres stieg, erschüttert aus der Tiefe, nach oben, bis er mit dem Lande oben an beiden Ufern eine Fläche bildete. Man durfte nicht ins Meer h in ab st eigen, sondern konnte geraden Schrittes darauf hin gelangen. Durch dieses Emporstetgen des Abgrundes mußte aber das darauf ruhende Gewäffer nothwendig verdrängt werden. Es hätte zwar, da es eben keine regelmäßige Ebbe war, beide Lager überschwemmen müssen; aber der heftige Sturm trieb es in zwei hohe, aufrechtstehende Wasserberge empor. Daher die Worte des Gesanges: Durch den Hauch deiner Nase (d. i. der Sturm) thürmte sich das Waffer; das Fließende, stand fest, wie etwas Aufgeschüttetes." Dieser neue Erdboden war, wenn auch nicht mehr mit Wasser bedeckt, doch durchnäßt; trocknete aber au der großen Hitze der Feuerfäule. Es ist nun einleuchtend, warum die Thora hier nicht den Ausdruck hinabsteigen ins Meer — vp — gebraucht; ebenso, warum sie das Spalten des Wassers nicht als unmittelbare Wirkung Gottes, sondern als eine durch eine vorhergehende Ursache (des d«p'i mnb dm nie) nothwendig entstandene Folge in der leidenden Form — Niphal — darstellt. So standen denn die ganze Nacht hindurch beide Lager auf dieser neuen Wunderbahn, ohne irgend eine Veränderung im Marsche verspürt zu haben. Nun aber graute der Morgen und mit ihm brach die Stunde der strafenden Vergeltung Gottes an. „Der Herr schaute nun auf das Lager der Egypter, auch mit der Feuersäule und er verwirrte das Lager der Egypter." Die Egypter, als sie nämlich jetzt bei der plötzlich erschienenen Beleuchtung rechts und links die riesigen, hochaufgethürmten, mit jähem Einsturz drohenden Wassermaffen sahen, merkten erst jetzt, daß sie auf dem Boden des Meeres sich befanden und geriethen in die entsetzlichste Verwirrung. Dazu brachen ihre Wagen zusammen, der Sturmwind heulte, Blitze leuchteten, Donner grollten (Ps. 77, V. 17—19.) und überwältigt von Erdbeben, Sturm und Wetter jammerte die gesammte Masse der Egypter: \n »jdd hdijn

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