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Der Israelit · 1893-08-03 · Heft 62 (3.8.1893) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 62 (3.8.1893)
Date
1893-08-03
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Lindwurms zu besänftigen, wurde eine Liste aller Bewohner aufgestellt und das Loos gezogen, wer dem Ungeheuer als Speise vorgeworfen werden sollte. Nactdem die Opfer jedoch allzu zahlreich geworden waren, weigerte sich die Bürgerschaft der weiteren Auslosung, und es entstand ein gefährlicher Hader in der Stadt. Um die Bürger zu beruh'gen und ihnen ein Beispiel von Opfermut zu geben, ließ sich die Königin, deren Gatte gestorben war, nebst ihren Beamten in die Verlosungsliste einzeichnen; das wirkte. Es lebten auch damals in Worms 3 Brüder, riesenhafte Gestalten, welche das Schlosser- und Messerschmiede-Handwerk eifrig betrieben. Da jeder Mann von dem traurigen Opfertode betroffen werden konnte, fertigten die drei Brüder einen Panzer an, der von außen ringsum mit scharfen Messern versehen war. Eines Tages fiel das Los auf die Königin. Sie weinte und jammerte so sehr, daß einer der 3 Brüder sich erbarmte und sich bereit erklärte, sich für die Königin zu opfern. Doch fügte er die Bedingung bet, daß, wenn er durch Gottes Gnade am Leben bliebe, ihn die Königin zum Gemahl nehmen müsse. Gerne willigte die Königin in diesen Vorschlag ein. Der Schlosser, angethan mit seinem Panzer, wurde dem Lindwurme vorgeworfen, welcher ihn sofort verschlang, aber die haarscharfen Messer im Ipv^rn zerschnitten den Leib des Ungetüms, so daß dieses verendete und der Schlaffer lebend dem toten Körper entstieg. Großer Jubel herrschte in der Stadt, welche nun wieder aufatmen konnte. Der Jubel verstärkte sich, als die Königin ihr Wort einlöste und den Retter der Stadt zu ihrem Gemahl erkor. Hocherfreut war der jetzt zum König Gekrönte, und damit die seltsame Art, wie er die höchste Stufe erklommen, nie aus dem Gedächtnisse schwinde und der Nachwelt dauernd erhalten bleibe, nannte er die Stadt, welche vorher Garmisa geheißen, zur Erinnerung an den Wurm, Worms. Gleichzeitig befahl er, daß das Wappen der Stadt nunmehr zur Erinnerung an sein früher betriebenes Handwerk einen Schlüssel führen sollte. „An dem Rathause", so schließt das, wie schon bemerkt, meinen Erzählungen zu Grunde gelegte, „Maaseh Nissim" Buch, „befand sich ein Bild, welches die 3 Brüder mit dem Lindwurm und die Königin mit ihrer Krone darstellte." > Wiscell'en. < (Interessante Inschriften an der Wormser Synagoge.) Iv'an .rpiD nnsr6 terya ,rpi?va nny Dpr6 ,3XW] "IIS ,najn py:n rraio wym t'xb aina " w ,V»yo DlD3l] TpD p« ,.tw’ r6’oo “j-n dpi ,rrrp rp^yi ivn nta ,r3PSD *>y] Tpl nnn iein nwy roan ,^ddd mso man , asa noaa] Vb'n.i ihtd» ,my roiD3 ,ni« yni nxya ,1SrP DH33331] maan varno mix pis rvm ,my )vnn nm* nnx naiöxm nay 3^> ,mann yow nyf? "parv , maitaxa ^nan , mann vrx m na apy» -iö , maaV rra wa , maatw ya nawn ^>nn mo »rnan^ Dirne " nx b)bn nma o^senm , maiana öyo »TpD iß' , maiat£r6 38rr»N3 ,rnapb o^y stv xy, ,maanp nxtyno oxma^ av.' , maarn D’aao ana , man niKwm o«m .mayp px x-npn w ,manat maioa nai’ „Von der Sehnsucht nach dem Vorhof des „Tempels errichtet, stehe das Zeugnis da in Joseph l „Gottesfürchtige! Ihr schaut aufwärts, zum Felsen, „zur Schrift, ihm vorn eingegraben. Den Inhalt „beweist, ruft und bezeugt der Stein aus der Wand, „der Balken aus dem Gehölz. Tief grub er bis „zum Grunde und führte aufwärts das Gewölbe, „einwärts führt ein gerader Weg und die Wand „erhebt sich aus früheren Trümmern. Dieses alles „auf Kosten seines Geldes, auf daß er im Schatten „der Weisheit eine Hütte sich schaffe, unter dem ästigen „Baum, in jener Höhe errichtet —, dort, wo bei'm „Aufgang der Sonne das Licht ihm schön erglänzt, „daß Schatten ihm werde in der Hütte, von der „Haut dessen, über welchen die Freunde die Lose „werfend, würdig zur Theilung im Kreise sich „setzen. Genießen wird er der Freuden Fülle; „einem Gurte gleich wird Tugend um seine Lenden, „Treue um seine Hüften sich schließen. Gepriesen „in Ewigkeit der, welcher das Flehen erhöret! „Denn erfüllet hat er im Glauben das Herz seines „Dieners, des Jakob, eines Sohnes David's, auf „daß dieser mit Einsicht begabt, seinem erhabenen „Namen einen Tempel errichte, und mit ihm seine „Gattin Rachel, hochgeachtet zwischen den Glück- „lichen. Ihr Vermögen diente zur Ehre, zur Freude „Gottes; ausschmückend verschönerten sie den Tempel, „der im Elul 794 seine Vollendung erreichte. Lteb- „licher denn Opfer gefiel es dem Schöpfer, lieblicher „als Söhne und Töchter empfingen sie ewigen Ruf, „Denkmal und freudigen Glückswunsch. Gesegnet „sei ihr Andenken, und wer dies liest, spreche Amen." Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.

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