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Der Israelit · 1893-08-03 · Heft 62 (3.8.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 62 (3.8.1893)
Date
1893-08-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■-’" K^-i' XXXIV. Jahrgang. J\b HA Der Israelis j z r \ Sin Hentrat-Hrgan für das orthodore IudentHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 3. August 5653 (1893). Leitende Artikel. Sprüche der Wäter. Fünftes Buch. V. Mainz, 2. August. Bon den zehn Wundern, die in Mizrajim und am Meere unseren Vätern widerfuhren, haben wir aus der Thora selbst keine Kenntniß. Ebensowenig zählt die Thora die zehn Schläge auf, welche über die Egypter am Meere kamen, während die zehn, welche sie in Egypten heimsuchten, unter dem Namen der „zehn Plagen" allgemein bekannt sind. Rambam nimmt an, die Verschonung unserer Väter in Egypten von den über die Egypter erfolgten Plagen hätte ein jedesmaliges Wunder für unsere Väter zu bedeuten. Zum Beispiel bei dem gegen den Nil und alle egyptischen Gewässer geführten Schlag, der sie in Blut umwandelte, hätte sich an unseren Vätern das Wunder vollzogen, daß ihr Wasser nicht nur nicht zu Blut wurde, sondern daß selbst das zu Blut verwandelte Wasser diese Eigentümlichkeit aufgab, sobald es in Besitz eines Israeliten übergegangen war. Wenn somit die Wunder, von welchen hier die Rede ist, nur die Conseguenzen der egyptischen Plagen waren, so hätten wir wohl erst die Aufzählung der zehn Plagen und dann erst die Erwähnung der daran sich knüpfenden Wunder für unsere Väter erwarten sollen. Die umgekehrte Reihenfolge, welche die an den Vätern vollzogenen Wunder in den Vordergrund stellt, dürfte lehren wollen, daß nicht der gegen die Egypter geführte Schlag, sondern die damit bewirkte materielle und ideelle Hcbung unserer Väter der Zweck dieses zehnfachen Eingriffs in den gewöhnlichen Lauf der Natur war, wie ihn die egyptischen Plagen manifeftiren. Die zehn Schläge gegen die Egypter am Meere und die zehn Wunder, die sich dort au unseren Vätern vollzogen, werden verschiedenartig aufgezählt. In unserer Abhandlung über die Hagada schel Peßach haben wir die gewöhnliche Auffassung wiedergegeben. Eine äußerst tief in den Gegenstand sich versenkende originelle Auffassung des ganzen Wunders der Meeresspaltung gibt Rabbi Herz Wesel in seiner Erklärung der Sprüche der Väter. Rabbi Schelomo Pleßner Hr gibt dieselbe in seinen religiösen Vorträgen im Auszug wieder und knüpft daran den Ausdruck des Bedauerns, daß die Schriften dieses genialen Autors viel zu wenig gekannt und gewürdigt seien. Bevor wir jedoch die Auffassung Rabbi Herz Wesels hier wiedergeben, wollen wir, dem Beispiele Pleßners folgend, erst der Annahme entgegentreten, welche das ganze Wunder als einen natürlichen Vorgang ansieht, indem sie ihn mit der Ebbe und Fluth in Verbindung bringt. Vom religiösen Gesichtspunkte ganz abgesehen, haben gelehrte Forscher, welche selbst die Gegend besuchten, diese Annahme aus folgenden Gründen als unhaltbar abgewiesen.- 1) Sechs Stunden dauert die Abnahme des Gewässers während der Ebbe Wie konnten aber binnen dieser kurzen Frist 600,000 Mann mit ihren Frauen und Kindern, also mehrere Millionen Seeleu, bei Nacht und Finsterniß in das Meer gekommen und mit dem zahlreichen Anhang (21 my) mit Thieren und Gepäck glücklich bis an das jenseitige Ufer vorgedrungen sein? 2) In der Ebbe fällt zwar das Meer beträchtlich, der Abgrund bleibt aber doch immerhin mit Wasser bedeckt und behält seine Unebenheiten und Vertiefungen. Wie würden dann aber die beiden Heere, wenn sie sich nicht auf trockenem und ebenem Boden geglaubt hätten, sich immer weiter in das Meer gewagt haben? 3) Den Egyptern, die von dem Steigen und Fallen ihres Nilflusses die genaueste Kunde hatten, konnte die Zeit der Ebbe und Fluth des an ihr

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