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Der Israelit · 1893-07-31 · Heft 61 (31.7.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 61 (31.7.1893)
Date
1893-07-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. M 61. Der Israelit. Ein Gentrak-Hrgan für das orthodore Zudenthum. Begründet von l>r Lehmann in 9R<tin&. 3R o tt t a g, den 31. Juli 5653 (1893). Leitende Artikel. Sprüche der Wäler. Fünftes Buch. IV. Mainz, 30. Juli. dvi by rnttfin troj m&y .dm by bttry'i onvon nnasn by n"jpn N’sn rvoc itpy „Zehn Wunder geschahen unseren Vätern in Mizrajim und zehn am Meere. Zehn Schläge führte derHeiltge, gefegt net sei Er, über die Mtzrer inMizrajim und zehn am Meere." nuvDJ und ü'di, Prüfungen und Wunder sind in der heiligen Sprache nicht nur lautvermandt, sondern es bestehen zwischen beiden innere, das eigentliche Wesen beider berührende Beziehungen. Die Prüfungen Abrahams, von welchen die vorhergehende Mischna handelte und die Wunder in Egypten und am Meere, welche den Gegenstand der vorliegenden Mischna bilden, stehen in innigem Zusammenhänge, der bis zu den zehn Aussprüchen der Weltschöpfung zurückreicht, mit welchen das fünfte Buch der Sprüche der Väter eröffnet und sich auf die zehn Aussprüche erstreckt, welche die Grundlage der göttlichen Offenbarung am Sinai bilden. Mit zehn Aussprüchen hat Gott die ganze Welt ins Dasein gerufen. Als der mächtigste Staat dieser Welt ihren Schöpfer und sein Sittengesetz durch brutale Unterdrückung des Gottesvolkes verleugnete, ließ der Vater der Menschheit die von ihm durch zehnfachen Ausspruch ins Dasein gerufene Natur ihr gewohntes, regelmäßiges Geleise wieder verlaffen, pan bji ’dp isd ]y^>, um die verlorene Kunde vom Dasein Gottes wieder neu zu beleben. Das sind die zehn Schläge, mit welchen Egypten heimgesucht wurde. Die mit zehn Aussprüchen geschaffene, durch zehn Aussprüche wieder aus ihren Bahnen gewiesene Welt ist durch die Erfüllung jener zehn Aussprüche — mvy nnmn — in ihrem ganzen Bestände bedingt, welche das Gesetz Gottes an sein Volk in nue« enthalten. „Wäre dieser mein Gottesbund nicht Tag und Nacht, ich hätte die Gesetze von Himmel und Erde nicht geschaffen", lautet daher das Prophetenwort. Wo das göttliche Sittengesetz mit Füßen getreten wird, empört sich Himmel und Erde, Luft und Wasser, lehnt sich das ganze Universum gegen diese Verletzung auf, um Gott als Herrn und Meister der Natur und der Menschheit zu verkünden. Das Wecken des entschwundenen Gottesbewußtseins auf der ganzen Erde war somit Zweck und Ziel des thränenreichen Schicksals Israels in Egypten, wie es schon Jahrhunderte vorher in nächtlicher Gotteserscheinung mit den Worten enthüllt wurde: „Wissen sollst du, daß Fremde deine Nachkommen sein werden in einem Lande, das ihnen nicht gehört, man wird sie zu Knechten machen, man wird sie quälen vierhundert Jahre, aber auch das Volk, dem sie Knechte sein werden, richte ich und nachher werden sie mit großer Errungenschaft hinausziehen." (I. B. M., Cap. 15, V. 13.) Es war dies eine der zehn Prüfungen, die Abraham auferlegt wurden und gewiß nicht die leichteste. Fest und treu bei Gottes Sache im Gegensatz zu einer ganzen Welt zu bleiben, obwohl ihm das thränenreiche Geschick verkündet wird, das seinen Nachkommen für diese Treue beschieden ist. Und doch strahlt unter dem Lichte dieses Gedankens, gerade aus dem trüben Prüfungsgefchtck die Wunderwaltung Gottes bei der Leitung der Nachkommenschaft Abrahams in ihrer lichten Größe, daß das ]”02 zum dj, die Prüfung selber zum Wunder wird. Vergegenwärtigt man daß Abrahams ganzes Leben in der einen Sehnsucht aufging, das Bewußtsein von Gott in immer größere Kreise zu

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