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Der Israelit · 1893-07-27 · Heft 60 (27.7.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 60 (27.7.1893)
Date
1893-07-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Zahrgang. Der Israelit Ein Gentrak-Hrgan für das orthodore Iudenlhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 27. Juli 5653 (1893). Leitende Artikel. Sprüche der Wäler. Fünftes Buch. III. Mainz, 26. Juli. "ibj/1 omat* nojru nuvw m»y vty in» oma* bw man noa jmr6 otoa „Mit zehn Prüfungen wurde Abraham unser Vater — der Friede ruhe auf ihm — geprüft undbestand bei allenum kund zu thun die Liebe Abrahams unseres Vaters — der Friede ruhe auf ihm." Die zehn Prüfungen aus dem offenkundig von Gott getragenen Leben und Geschick unseres Vaters Abraham werden an verschiedenen Stellen verschieden aufgezählt. Sie finden sich mit Ausnahme der ersten sämmtlich in der Thora ausdrücklich angegeben, und setzen sich in folgender Weise zusammen 1) Abraham ließ sich von dem Nimrod in den Feuerofen werfen und wurde so zum Märtyrer seiner Ueberzeugung von Gott. — Darauf bezieht sich daS Gottes-Wort: dhkü ">ind *prNsnn ir» 'n »jn „Ich bin Gott, der ich dich doch aus dem Feuer der Chaldäer geführt habe." (1. B. M.. C. 41, V. 7.) 2) Die göttliche Aufforderung Heimath und Familie zu verlassen, und das sich daran knüpfende unstäte, heimathlose Leben. 3) Die Hungersnoth in dem Lande, das ihm doch als Krone aller Fruchtbarkeit und des reichlichsten Ucberflusses für seine Nachkommen verheißen war und die Nothwendigkeit nach Egypten deßhalb auszuwandern. 4) Die gewaltsame Wegnahme der G fährtin seines Lebens bei dieser Gelegenheit durch Pharao und später durch Abimelech. 5) Der Gottcskamps, den Abraham der Einzelne mit fünf mächtigen Königen aufnahm, um seinen Brudersohn Loth zu retten. 6) Die Erscheinung bei dem Bund zwischen den Stücken und die sich daran knüpfende Verheißung von dem Fremden- und Sklavenloos seiner Nachkommen, die Abraham nicht zurückhielt seine Nachkommen in seinem Geiste zu erziehen, obwohl er im voraus wußte, welches Schicksal er ihnen damit bereitete. 7) Die Nothwendigkeit der Vertreibung Hagars, die ihm sagen mußte, daß wenn Gott mit Fürsorge über sein Thun und Lassen wache, er eine Verbindung nicht habe geschehen lassen können, die er später wieder lösen mutzte. 8) Die Ausweisung Jsmaels seines erstgeborenen Sohnes und die damit geschaffene Unmöglichkeit bildend und veredelnd seine Erziehung zu beeinflussen. 9) Das Gebot der Verstümmelung des eigenen Körpers durch die Beschneidung im hohen Greisenalter. 10) Die Opferung Jizchaks. Wir haben den Ausdruck jiutdj mit „Prüfungen" wiedergegeben, was das Wort auch an und für sich sagt. Es muß jedoch daran erinnert werden, daß von einer Prüfung in dem gewöhnlichen Sinne des Wortes nicht wohl die Rede sein kann, wenn Gott der Prüfende ist. Durch Prüfung eines Menschen, eines Schülers u. s. w. will der Prüfende den Charakter, das Wissen und was auch sonst immer des zu Prüfenden zu erkennen suchen. Das ist aber bei Gott, der das Resultat jeder Prüfung schon im Voraus kennt, ausgeschlossen. Wenn Gott dennoch die Menschen prüft, so müssen die Motive und Zwecke einer solchen Prüfung anderwärts zu suchen sein. Daß Gott Abraham zehnfach prüft, begründet daher unser Bäterspruch mit der göttlichen Absicht, vor der ganzen Welt die Gottesliebe kund zu thun, die Abraham „unseren Vater" erfüllte. Es ist dies zu wissen besonders bedeutsam, um die Thatsache zu begründen, daß Gott einen Abraham aus

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