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Der Israelit · 1893-07-20 · Heft 58 (20.7.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 58 (20.7.1893)
Date
1893-07-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. 58. Der Israelit. Sin KenLrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 20. tt I i 5653 (1893)« Leitende Artikel. Sprüche der Wäter. Fünftes Buch. I. Mainz, 19. Juli. X*>.11 -iöi^ nobn noi D*>iyn xi2j nnoxo rrwjn Vi3MD«r n»y«nn ]d jrßnS x^x mxi2nb inx idxö2 D'pnsfc aiö idv in^i nnoxo miyya xidw o^iyn nx .nnoxo rvwya xi2Jtp D^iyn nx i'o"pow „Durch zehn Aussprüche ward die Welt geschaffen. Was will das lehren? Hätte sie nicht durch einen Ausspruch geschaffen werden können? Nur um an den Schlechten Vergeltung zu üben, welchedtedurch zehn Aussprüche geschaffene Welt zu Grunde richten und einen guten Lohn den Gerechten zu geben, welche die durch zehn Aussprüche geschaffene Welt aufrecht erhalten." Die zehn Aussprüche, mit welchen Gott die Welt erschaffen, werden im Talmud, Midrasch und Pirke de Rabbi Elieser in nicht ganz gleicher Weise aufgezählt. Nach der gewöhnlichen Auffassung sind es folgende Aussprüche: 1. nx tp *x idxi, Gott sprach, es werde Licht. 2. ypi 'dr idxi, Gott sprach, es werde eine Ausdehnung. 3. 2'0.i iip* x 10X1, Gott sprach, es sammle sich das Wasser. 4. pxn xinn 'x idxi, Gott sprach, es lasse die Erde hervorfprossen. 5. nnxo w x idxi, Gott sprach, es werden Ltch» terträger. 6. o'o.i ütirN' 'x idxi, Gott sprach, es wimmle das Wasser. 7. ri'n tPBJ pxn xsnn 'x 10x1, Gott sprach, es bringe die Erde lebendes Wesen hervor. 8. OIX nwy* 'x idxi, Gott sprach, wir wollen einen Menschen bilden. 9. 1211 iiv cr6 idxi, Gott sprach zu ihnen, seid fruchtbar und mehret euch. Als zehnter, resp. erster Ausspruch gilt das die ganze Schöpfungsgeschichte einleitende Wort: 'x xi2 rviNoa, „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde", da diese jedenfalls auch auf Grund göttlichen Ausspruchs ins Dasein traten, wie dies übrigens ausdrücklich Ps. 33, V. 6 hervorgehoben wird. Der Ausdruck „Gott sprach" ist gewiß nur in figürlichem Sinne zu nehmen und die Aussprüche Gottes sind göttliche Willensäußerungen, die in die Form eines Ausspruchs gekleidet sind, um die menschliche Auffassung zu erleichtern. Diese Aussprüche setzen einen Gegenstand voraus, an den fie gerichtet sind, z. B. das Wasser zur Vollziehung der Sammlung, die Erde zur Vollziehung des Pflanzenwuchses u. s. w. Dieser Umstand dürfte ein Licht darüber verbreiten, warum der erste Ausspruch, der Himmel und Erde ins Dasein rief, uns nicht in der Form der anderen Aussprüche mitgethetlt wird, warum es also z. B. nicht heißt: w 'x idxi px? üw. Eine solche Fassung hätte, wie bemerkt, ein Objekt, an das dieser Ausspruch gerichtet ist, zur nothwendigen Voraussetzung und es hätte damit der Annahme von der Ewigkeit des Weltstoffes Vorschub geleistet werden können. Thatsächlich sind auch Himmel und Erde durch Gottes Ausspruch ins Dasein gerufen, aber die Wahrheit, daß sie aus Nichts in die Wirklichkeit getreten sind, wird uns leichter vermittelt, wenn uns die Schöpfung ohne den ihr vorangegangenen Ausspruch mitgetheilt wird. Die Bedeutsamkeit der Weltschöpfung durch zehn Aussprüche und nicht durch einen einzigen, die unser Väterspruch betont, erfordert zu seiner vollen Würdigung ein tieferes Eingehen auf die Schöpfungsgeschichte, wie sie die Thora berichtet.

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