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Der Israelit · 1893-07-03 · Heft 53 (3.7.1893) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 53 (3.7.1893)
Date
1893-07-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1023 rten, entschieden. Von der Verlaffenschaft wurden zunächst 100.000 fl. für eine Stiftung zur Unterstützung der ersten Einrichtung von Gewerbetreibenden und Landwirten, und 310.000 fl. für eine anderweitige wohlthätige Stiftung abgezogen. Von den verbleibenden fünf Millionen erhält der Sohn zwei Fünftel, die Witwe und die beiden Tochter je ein Fünftel. Diese Beträge wurden, da die Parteien während der Verhandlung einen Vergleich schloffen, sofort flüssig gemacht. Im Antheile des Sohnes ist eine Million vinculierten Capitals enthalten, dessen Jntercalarzinsen zur Errichtung eines jüdischen Gymnasiums in Budapest zu verwenden sind. Der erforderliche Betrag von 55O.OOO st. wird bis 1903 beisammen sein und dann geht das Capital in den unbeschränkten Besitz des Sohnes über. Budapest. Das Testament der Frau Rosalie Kaffo- Witz wurde beim kön. Gerichtshöfe durch den Präsidenten Ludwig Bogisich im Beisein der gesetzlichen Erben, der Verlaffenschaftscuratoren Sigmund Kohner und Samuel Deutsch, sowie des Rechtsanwaltes Dr. Friedrich Halaß eröffnet. Das Testament ernennt zu Universalerben der Erblasserin die beiden Geschwister derselben; ferner enthält das Testament folgende wohlthätige Legate: der Pester isr. Religionsgemeinde zu Zwecken der zu erbauenden Mädchenschule 70.000 fl. dem isr. Knabenwaisenhause 17.000 fl., dem isr. Mädchenwaisenhause 8000 fl., Dem isr. Landcs-Taubstummen-Jnftitut 2000 st., zur Aussteuer für arme Mädchen 5000 fl.; dem Stcphanie-Kinderspital 1000 fl.: der Chewra Kadischa 1000 fl. und dem „Zion" Verein 2000 fl. Entfernteren Verwandten vermachte die wohlthätige Erblasserin 56.000 fl.; ferner wurde die Dienerschaft mit Legaten bedacht und ihren langjährigen, treuen Kutscher vermachte Frau Kassowitz ihren Wagen sammt den Pferden. Budapest. In Budapester Finanzkreisen macht die rasche Earriere eines blutjungen Journalisten viel von sich reden, dessen Ernennung zum Ministerial-Secretär im Finanzministerinm bevorsteht. Der im Jahre 1868 geborilene junge Mann, David Kohn, ein Sohn armer jüdischer Eltern, besitzt schon heute als National-Oekonom einen über die Marken seines Vaterlandes hinausreicheudeu Ruf. Er gewann vor zwei Jahren, noch als Jurist, einen Preis der ungarischen Academie der Wissenschaften mit einem Werke über „Das Termingeschäft im Getreidehandel", das auch in's Deutsche übertragen und von Fachkennern überaus beifällig ausgenommen wurde. Vor einem Monat gewann Kohn wieder den volkswirthschaftlichen Preis der Academie mit einem Werke über „Die italienische Valuta". Ministerpräsident Wekerle, der den begabten jungen Mann schon seit zwei Jahren aufmerksam im Auge behielt, berief ihn nun als Ministerial-Secretär in das Finanzministerium, und dürfte das ungarische Amtsblatt schon in den allernächsten Tagen die Ernennung des erst 25jährigen Mannes publiciren. Eitvanotvitz. Dienstag, am 13. v. M. besuchte Fürstbischof Dr. Theodor Kohn unsere Stadt. Eine Deputation der Hits. Israel. Cultusgemeinde, bestehend aus dem Rabbiner Eisler, dem Cultusvorsteher M. Löbl und den Herren A. Lobl und Max Spitz begrüßte den Fürstbischof. Auf die Ansprache des Rabbiners erwiederte der Fürstbischof: „Es gehört mit zu dem Grundsätze unserer Religion, alle unsere Mitmenschen gleich zu lieben und diesem Grundsätze werde ich treu bleiben und sind Sie, meine Herren, meiner Gewogenheit versichert." Die Deputation wurde auf das huldvollste empfangen und der Herr Cultusvorsteher sprach in kurzen Worten den Dank für den huldvollen Empfang aus. Krakau. 15. Juni. Das Curatorium der „Baron- Hirsch-Stistung zur Beförderung des Volksschulunterrichts in Galizien u»d der Bukowina" erstattet Bericht über das zweite Verwaltungsjahr. Das StiftungSvermogen beträgt 6980000 Gulden, die Ausgaben beziffern sich auf 255695 fl. In den alten, von der Israelitischen Allianz übernommenen acht Volksschulen ist die Frequenz von 1789 Knaben i. I. l891 aus 2101 i.J. 1892 gestiegen; die zehn von der Stiftung neu begründeten Schulen wurden von 865 Knaben besucht. Nicht nur für den Unterricht, sondern auch für die Bekleidurrg und Beköstigung der Kinder wurden namhafte Summen (ca. 8000 fl,) verausgabt. Ganz besonders hat sich die Errichtung von Abendschulen bewährt; in den elf Anstalten erhielten 792 Lernbeflissene Unterricht in allen Elementarschul-Disciplinen. Um dem Mangel an Lehrkräften zu steuern, wurden in den verschiedenen Lehrerseminarien Galizien's 33 Candidaten mit Stipendien unterstützt. Nicht weniger als 3^4 Handwerks-Lehrlinge sind Seitens der Stiftung bei Meistern untergebracht; die vortreffliche Handwerkerschule in Krakau, welche von der Israelitischen Allianz gegründet wurde und in die Verwaltung der Stiftung übergcgangen ist, beherbergt 57 Zöglinge. Endlich wurden 25 Fachschüler, 19 Gewerbeschüler, 9 Ackerbau-Zöglinge unterhalten. Es sind somit durch die Stiftung 530 Kinder dem Handwerk und Ackerbau zugeführt, insgesammt 7 l 19 Kinder mit den Wohlthatender Stiftung bedacht worden. Der Rechenschaftsbericht iheilt sodann das amtlich genehmigte Musterstatut für die Volksschulen und zum Schluß das Verzeichniß der Local-Comitees mit. Es ist ein Bild segensreicher Wirksamkeit, das der Bericht wiederspiegelt, ein Zeugniß ernsten Wollens und verheißungsvollen Vollbringens. Daß bei einem so groß angelegten, mit den mannigfachen Schwierigkeiten kämpfenden Unternehmen in einem kaum zweijährigen Bestehen hier und da Mißgriffe und Jrrthümer absolut unvermeidlich sind, liegt am Tage; aber gerade der Bericht beweist, daß, wo sich Verbesserungen und Aenderungen als nothwendig erwiesen, dieser Nothwendigkeit gehorcht wurde — eine erfreuliche Thatsache, welche gesteigerte Gewähr für die segensvolle Entwickelung der Stiftung bietet. Diersburg (bad. Schwarzwald). Jedes Jahr besuchen jüdische Familien den bad. Schwarzwald und ist an sämmtlichen Plätzen wie z. B. in Hornberg, Triberg etc. ein jüdisches Hotel nicht zu treffen. Um denselben Gelegenheit zu geben, koscher zu leben, ist in Tiersburg. 3/1 St. von den Stat. Drtenberg und Niederschopfheim entfernt, sehr schön gelegen, rings mit Wald umgeben und mit sehr schönen, neu angelegten Wegen eine jüdische Restauration errichtet worden. Jedes Jahr sind Couranten da und nimmt deren Zahl immer zu, und ist also jedem Jehudi, der streng koscher leben will, Hotel Bad. Hof, Diersburg bestens zu empfehlen- IT Ä n } f t ö nt. Für den folgende« Theil ist die Redactio« nicht verantwortlich. Bad llarzStiu*;;* Villa Concordia Rest Haus 1 Ranges am Walde unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadr. (3738 Großer eleganter Speisesaal, Lesezimmer, Synagoge, ertra gute Küche, solide Preise.

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