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Der Israelit · 1893-06-19 · Heft 49 (19.6.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 49 (19.6.1893)
Date
1893-06-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. M 40 Der Israelit. Sin Aentrak-Hrgan für das orthodoxe IudenIHum. Begründet von Dr, Lehm««« in Mainz. Montag, den 19. Juni 5653 (1893). Da mit dem l.Juli 1893 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten ■ü^^r Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 3224. Leitende Artikel. Unser Hyristenyaß. Mainz, den 18. Juni. Der „Israelit" hat sich stets durch eine, den Haß gegen das Christenthum bald offener, bald versteckter bekundende Tendenz in besonderem Maße hervorgethan, und kaum ein anderes, spezifisch jüdisches Organ hat der christlichen Preffe so viel Anlaß zur Zurückweisung ebenso anmaßender und überhcbenüLr ungerechtfertigter Angriffe gegeben, als eben der „Israelit." Germania. Von befreundeter Seite sind wir etwas verspätet, erst jetzt auf diese Aeußerung der Berliner „Germania" aufmerksam gemacht worden. Sie enthält eine so vollendete Anerkennung unseres bisherigen Auftretens in der Abwehr judenseindlicher Angriffe, daß wir uns über die wenig verbindliche Form derselben leicht hinwegsetzen. Wir glauben selbst, daß wir den Aerger der „Germania" redlich verdient haben. Nicht durch unseren Haß gegen das Christenthum, auch nicht durch unsere Anmaßung und Ueberhebung, sondern lediglich dadurch, daß sie trotz Jahre langer Suche in den Spalten unseres Blattes nichts von den Liebenswürdigkeiten findet, die sie uns gewiß lieber Nachweisen als anlügen möchte. Es ist bekannt, wie Blätter vom Kaliber der Germania, „die spezifisch jüdischen Organe" jede Woche beschnüffeln. Daß die Ausbeute nicht etwa kärglich aussällt, sondern daß sie thatsächlich gleich null ist, das könnte auch weniger giftige Naturen schon in Harnisch bringen. Die „specifischen jüdischen Organe" wie sie die Germania nennt, also diejenigen Blätter, welche von Juden und zunächst für Juden und jüdische Zwecke geschrieben werden, gehen ja nach den religiösen Richtungen, die sie vertreten, oft sehr weit auseinander. Aber in dem einen Punkte sind sie hartnäckiger Weise, als hätten sie sich verabredet, ganz einig; sie liefern der Germania, durch Predigten von Christenhaß auch nicht den Schein zur Möglichkeit eines Angriffs. Deßhalb hat man die Fabel von der Judenpresse erfinden müssen. Zur Würdigung dieser nichtswürdigen Unterstellung schrieben wir in Nr. 32 dieses Blattes: „Unter den Glaubenssätzen des antisemitischen Bekenntnisses steht die Behauptung von der Existenz einer Judenpresse obenan. Zur Judenpresse zählt nicht nur jede Zeitung, die in ihrer Redaction einen jüdischen Mitarbeiter beschäftigt, sondern auch jede, welche den Kreuzzug gegen die Juden als eine öffentliche Schmach bekämpft, oder auch nur sich darauf beschränkt, ihn nicht mitzumachen. Wenn nun irgend ein Organ dieser angeblichen Judenpresse irgend etwas Gereimtes oder Ungereimtes über das Chriftenthum und seine Institutionen enthält, so stellen diese antisemitischen Preßtrabanten ganz unverfroren das Verlangen, die Juden sollen dieser Expectoration öffentlich entgegentreten. Wenn sie das nicht thun, so ist der Beweis erbracht, daß alle mit jener Aeußerung einverstanden sind und sie werden dafür verantwortlich gemacht. Ist aber ein Organ naiv genug, einmal auf diesen Leim zu gehen und öffentlich zu erklären, daß es irgend eine Extravaganz nicht theilt, dann ist eS bei den Antisemiten erst recht vom Regen in die Traufe gekommen." Hierüber quittirt nun dte Germania, indem sie uns des Hasses gegen das Chriftenthum, der Anmaßung und der Ueberhebung beschuldigt. Die Anmaßung und Ueberhebung schenken wir ihr. Ein Blatt, das von uns bekämpft wird, und wegen der Zurückweisung seiner dumm-dreisten Angriffe das Christenthum gehaßt glaubt, hat damit eine Anmaßung und Ueberhebung bekundet, daß es genug vor seiner eigenen Thüre zu kehren hat. „Er (der Israelit) war immer einer der ersten, die über „Judenhetze" zeterten, wenn einmal Christen

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