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Der Israelit · 1893-06-05 · Heft 45 (5.6.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 45 (5.6.1893)
Date
1893-06-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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W •nityrtfis&vrf XXXIt. Jahrgang. jjg 45. Der Israelit. Ein KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 5. Juni 5653 (1893). Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Viertes Buch. LXXII. Mainz, 4. Juni. Q'tpyoi nawna nnN nyt? ns* ibin n’n «in bv nn« ny» n£n «an n>iy "p> ba n;n D^>iya D’anD .nm D^iyn *n Vaa «an rfnya nn n-np Derselbe lehrte: „Bessereine einzige Stunde in Teschuba und guten Ha ndlungen auf dieserWelt als das ganzeLeben der künftigen Welt und eine Stunde Seelenbefriedigung in der künftigen Welt ist besser als das ganze Leben dieser Welt." Der vorliegende Ausspruch enthält die naheliegende Consequenz des vorhergehenden. Wir haben früher darauf hingewiesen, daß, wenn unsere großen Weisen uns eine Wahrheit mit Zuhilfenahme eines Gleichnisses lehren, man das Bild, dessen sie sich bedienen, nicht sorgfältig genug studiren kann. Man lernt das Verglichene erst vollständig würdigen, wenn man sich in jeden Zug des Gleichnisses forschend vertieft. Wenn die zeitliche Welt nichts ist als der Vorraum, der zum königlichen Festsaal führt, und an diesen Umstand die Mahnung geknüpft wird, im Vorzimmer die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, um in den Pallast eintreten zu können, so müssen wir einen Blick auf die Vorbereitungen werfen, welche man gewöhnlich im Antichambre einer hohen Persönlichkeit zu treffen pflegt, die uns zu empfangen bereit ist. Wer bei einem Fürsten zur Audienz geladen ist, muß durch sein äußeres Auftreten, durch seine hoffähige Kleidung beteits seine Ehrerbietung bekunden. Aber die Toilette macht man nicht im Vorzimmer des Empfangssaales, diese muß schon vom Hause vollständig tadellos sein. Wer vor dem Fürsten eine Angelegenheit zur Sprache bringen, ein Anliegen Vorbringen, seine Vertheidigung führen will, legt sich ebenfalls nicht erst im Vorzimmer dasjenige zurecht, was er sagen möchte. Das hat jeder zum Empfang Geladene ebenfalls schon vorher mit größter Sorgfalt erledigt. Denn wie könnte man etwas derartiges verschieben, bis zum Eintritt ins Zimmer, wo jeder Augenblick der Empfang erfolgen kann. Welches sind nun die Vorbereitungen, die gewöhnlich im Vorzimmer erfolgen? Man legt dort die Oberkleider ab, welche die eigentliche Empfangstoilette verhüllen, in welchen vor dem Fürsten selbst zu erscheinen unschicklich wäre. Erfolgt nicht der Empfang sofort, so wird man gewiß die Muße benützen, um sich das alles noch einmal zurecht zu legen, worum es sich eigentlich bei der ganzen Audienz handelt. Ganz dieselbe Handlungsweise ist uns geboten, wenn diese Welt, in der wir leben nichts, als die Vorhalle für den Empfang beim König aller Könige ist. Ein bedeutungsvoller Väterspruch mahnt: an? inn’D '&h nn« dv „Kehre zurück, einen Tag vor deinem Tode" und da wir diesen Tag nicht kennen, da wir nicht wissen, ob es nicht schon der morgige sein wird, so lautet die Erläuterung dieses Wortes, vollziehe heute schon die Rückkehr, da es vielleicht morgen schon zu spät ist. Nicht nur, daß jeden Tag, sondern daß jede Stunde, ja jede Minute der Ruf erfolgen kann, der uns vor unseren Herrn und Meister ladet, das ist die Mahnung, welche der Vergleich der Welt mit einer Vorhalle vor dem Palast nahe legt. irron nvH on« v« nna üb» on« p« .«a \3N “ja nnNi »rva^ msiw nyi ’nuatpn ntpyNtp ny b „Kein Mensch ist Herr über den Geist, den Geist zurückzuhalten, es gibt keine Herrschaft am Tage des Todes. (Koheleth C. 8, V. 8). Es ist

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