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Der Israelit · 1893-06-01 · Heft 44 (1.6.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 44 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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838 Schritt auf dem abschüssigen Pfade das erste Glied einer unendlichen Kette ist, die Euch hinüberzieht ins feindliche Lager. Gedenket, daß Ihr dem heiligen Priestervolke angehört, dessen Aufgabe es ist, den übrigen Völkern kund zu thun, datz es nur einen Gott gibt, das Jahrtausende hindurch diese Aufgabe erfüllt hat und das auch von Euch die Mitwirkung an der Erfüllung dieser Aufgabe erwartet. Br. Literarischer Bericht. «ipv3 .rtDuroi mvo onpno nmtPnD 71121 ■pNDBBNn in ntpo n*o rrm rixv D’arnosi “no^ro nJHD3 TNriM^IWJl» p"p3 Y3N 3“! 171* .pwn ISO .jjnnj/D Verlag von M. D. Hoffmann's Wittwe, WienII, Herminengasse 11. Das vorliegende Werk ist ein posthumes, dessen Verfasser in der wissenschaftlichen Welt durch seine früheren Schriften y-dn p yw'bx rrbvi und n'biw rühmlich bekannt ist. Beide Schriften sind auch im „Israelit" seiner Zeit eingehend besprochen, und nach Verdienst gewürdigt worden. Inzwischen ist der gelehrte, gottesfürchttge Forscher dahingegangen und aus seiner reichen literarischen Hinterlassenschaft liegt uns der erste Band hier vor, desien Ausgabe die Familie des verblichenen Verfassers dessen Wunsche gemäß besorgt hat. Seiner äußeren Form und Ausstattung nach erinnert es an das Buch Aber die einzelnen „Aehren" bilden durch ihre reiche Fülle stattliche Garben. Es sind in der That „viele Gedanken", manigfache Themata, zahlreiche Probleme, die ausnahmslos, eine originelle, eigenartige Behandlung finden, und ein Helles Licht über die Vielseitigkeit des Verfassers V's: verbreiten. Mit Vorliebe greift der Verfasser die dunkelsten, schwierigsten Stellen der heiligen Schrift, des Talmud und der Midraschim zur Behandlung heraus und überrascht überall durch den feinen kritischen Takt und die einfache, rationelle Art der Erklärung. — Wir greifen z. B. die bekannte, schwierige Stelle heraus, mit welcher das 13. Capitel in Samuel 1 beginnt: rato rw p, welche bereits in Joma fol. 22 erklärungsbedürfttg gefunden wird. — Der Verfasser erinnert an die Stelle Sebachim 118 b (es wird hier irrthümlich Joma 18 citirt), wo ausdrücklich betont wird, datz ein Jahr lang Saul und Samuel die Königswürde gemeinschaftlich inne hatten. Da in den unmittelbar dem C. XIH vorangehenden Schlußworten des C. XII Samuel redend eingeführt ist, so bezieht der Verfasser das 13^3 auf Samuel und übersetzt: fcm*» by ibn dw wi (i^d) ni» p „Ein Jahr lang regierte Saul gemeinschaftlich mit Samuel, und zwei Jahre regierte er allein über Israel." Wer sich in das Studium des vorliegenden ersten Bandes vertieft, wird mit uns der Fortsetzung desselben mit Spannung entgegensetzen. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzeu. Deutschland. Hannover, 24. Mai. Die deutsch-sozialen Antisemiten, Spiecies Liebermann v. Sonnenberg, Förster, König, haben hier ihren Parteitag abgehalten. Ihre Hauptarbeit war die Abschüttlung und Verleugnung Ahlwardt's, durch den sie doch compromittirt zu werden fürchten. Dr. König-Witten äußerte. Ahlwardt habe eine furchtbare Dummheit mit der Behauptung gemacht, daß Isidor Löwe mit den Judenflinten Deutschland habe wehrlos machen wollen im Aufträge der Alliance israelite. Ahlwardt sei der meistgenannte Mann geworden, und das sei ihm nicht gut bekommen. Hinzugekommen sei noch das Benehmen seiner speziellen Freunde in Berlin. Die Begrüßung nach der Entlassung, der Empfang der Familie in großer Versammlung habe in den weitesten Kreisen anständiger Leute Ekel erregt. Das fei eine traurige Komödie gewesen. Die Ueberreichung von Lorbeerkränzen statt einer scharfen Absage sei außerordentlich kurzsichtig gewesen. Im Reichstag habe Ahlwardt auch nicht die geringste Spur eines Beweises vorgebracht. Da Ahlwardt seine Hauptbeschuldigung nicht bewiesen habe, so sei es auch nicht viel werth, daß er nun in seinem Wahlkreife umherreise, Privatkommisstonen wählen lasse und Komödien aufführe, die er vielleicht im Reichstage gelernt habe. Noch schärfer äußerte sich Liebermann von Sonnenberg. Die Angelegenheit mit den „Judensstnten" habe nicht vor die Molksversammlung gehört. Nachgewiesenermaßen habe Ahlwardt nicht einmal in den Akten geblättert gehabt. Für- Kenner der Gründerverhältnisse habe er auch gar nichts Neues vorgebracht. Das Schlimmste aber sei, daß er Anschuldigungen erhoben habe, ohne fein angebliches Beweismaterial zu kennen. Weiterhin machte Liebermann von Sonnenberg das interessante Geständniß, Ahlwardts Auftreten habe auch in sofern geschadet, daß alles Geld "für Ahlwardtsammlungen draufgegangen sei, so daß.jetzt für die Wahl nichts eingehe. Für Ahlwardt hatte nur sein Kumpan Dr. Paul Förster in der Diskussion schüchtern Partei genommen. Vermischtes. < Augsburg, 22. Mai. In einer vorgestern stattgefundenen Versammlung erklärte die „Antisemitische Volkspartei Augsburgs und Umgebung", daß sie mit dem Ahlwardtschen

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