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Der Israelit · 1893-05-29 · Heft 43 (29.5.1893) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 43 (29.5.1893)
Date
1893-05-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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; V**T 820 wurde derselbe würdig eingerichtet und konnte vergangenen Freitag (den 19. dss.) Abend feierlich eingeweiht werden. Zur Vollziehung der Weihe war Herr Dr. A. Ackermann aus Berlin berufen. Vor einem äußerst zahlreichen Publikum (auch viele hochangesehene, aber vorurtheilslose Persönlichkeiten, wie Kommerztenrath M e n d e, Stadtrath Krakauer hatten der Einladung Folge geleistet) entwickelte Herr Dr. Ackermann die Bedeutung des Kampfes für das höchste Gut in längerer, meisterhafter Rede, im Anschluß an den Vers aus dem Wochenabschnitt: lruno bv ter« '3a um DnNas6 ii>n bv wni. In seinen mxn-Predigten setzte der Redner theilweise seine begeisternden Mahnreden fort und wies besonders eindringlich auf die Bedeutung der Jugenderziehung hin. So herrscht in dem Lager der Frommen ungetheilte Freude darüber, daß dieses schöne Ziel mit Gottes Hilfe so .glänzend erreicht wurde. Möge den wackeren Kämpfern die Genugthuung werden, ihr Werk immer reicher gedeihen zu sehen. O este r. - U n g ar. Monarchie. Wien. Der allbekannte Schriftsteller Gustav Frey tag hat in einem Wiener Blatte eine Pfingstbetrachtung veröffentlicht, tu welcher er gegen den Antisemitismus zu Felde zieht. Darin heißt es unter Anderem: „Das Getöse ist so heftig, daß auch verständige Männer sorgenvoll fragen, was daraus werden solle. Es giebt darauf nur eine runde Antwort: „Nichts wird daraus. Für den Eifer und den Haß der Feindseligen durchaus Nichts." Ganz vortrefflich sind die Schlußsätze des Artikels, tu denen sich sogar eine an Freytag nicht gerade häufig bemerkbare Wärme, ja sogar ein gewisses tiefes Pathos kundgibt. Es heißt da: „Auch dem tüchtigsten Volke bleiben Erkrankungen des Gemüthes nicht erspart, welche, Fiebern und Phantasten vergleichbar, das Urthetl verstören, leidenschaftlichen Haß aufregen. Solche Krankheiten haben in der Regel einen akuten Verlauf, aber die Nachwirkungen werden nur langsam überwunden. Die antisemitischen Schreier und Ankläger dieser Tage gleichen in vielen Einzelheiten den unholden Gesellen, welche in England zur Zeit Karls II. die Menge bis nahe an den Wahnsinn brachten, Richter und Geschworene in Angst um das eigene Leben versetzten. Damals wurden nicht die Juden, sondern die Katholiken als Feinde der Nation verklagt und durch falsche Zeugen auf das Schaffot gebracht. Die beschränkten und argen Gesellen, welche jetzt die Wege der englischen Angeber, der Titus Oates und Dangeifield, wandeln, werden in Verachtung vergehen wie diese. „Niemand aber fühlt das Leidige dieses Streites mit so heißem Schmerze wie der redliche Jude selbst. Er hat seither ftted'ich mii dem christlichen Nachbar verkehrt, als Genosse in der Politik, als Freund im geschäftlichen Verkehr und im Hause, als Vertrauter, vielleicht als Lehrer in wissenschaftlicher Forschung. Er hat seine Söhne für das Vaterland in den Kampf geschickt und hat sich als guter Deutscher gefühlt in Liebe und Abneigung. Jetzt sieht er entsetzt, daß ein Abgrund geöffnet ist zwischen ihm und seinen christlichen Freunden, und daß immer noch das alte grausige Schicksal der Vorfahren über seinem Leben und der Zukunft seiner Kinder hängt. Er hat für die Christen ausgehört, der Nächste zu sein. „Möge er gläubig der hohen Gewalt, welche über ihm wie über uns waltet, vertrauen. Nicht thatenlos, denn auch er soll helfen, daß besser werde was in seinen Kreisen von starrem Hochmuth und verknöcherter Selbstgefälligkeit zu finden ist." Die antisemitische Preßmeute wird nun bald die Entdeckung machen, daß Gustav Freytag eigentlich ein Jude sei. WBF E n } c t fl e it. "W> Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich, ein relig. Mädchen, d. bür- Serf. kochen kann u. kinderlieb ist, möglichst zum 1. Juni. Zeugnisse nebst Gehaltsansprüche an Frau R. Kis, Altona, 3534) gr. Bergstraße. aOQQOCXJOGOOaopoOOOOOOOO Reelles HeirathSgesnch. Ein tüchtiger Geschäftsmann, Wiltwer, Anfangs 50er, mit eigenem Haus und gutgehendem Geschäft in einer größeren Stadt Süddcutschlands, wünscht sich mit einer vermögenden Dame zu verehelichen. Off. bef. unt. A. Z. 3562 die Exp. d. Bl. 00QCXX30000CXXXX300000000 z Heiraths-Gesnch. z Für einen ist Berlin sehr geachteten Arzt mit guter Praxis, mnsikalisch, angen. Erschein., suche ich aus religiösem Hause eine für Musik empfängliche Dame mit Vermögen. Gefl. Adressen unter Angabe der näher. Verhält, erb. unter K. W. 1269 an 3570) Rudolf Moste, Berlin 6. Besseres Mädchen, Jsr., zur Pflege und für Besorgung des Haushalts für eine alte Dame gesucht von Frau E. Schmoller, Karlsruhe i. B., 3542) Westendstraße 59. ir suchen zur alleinigen Führung unseres größeren bürgerlichen Haushalts eine tüchtige, erfahrene Haushälterin. Gefl. Offerten mit Angabe des event. Eintritts, Gehaltsansprüche und Photographie erbiten wir sofort. Gebrüder AlSberg, Bremen.

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