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Der Israelit · 1893-05-18 · Heft 40-41 (18.5.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 40-41 (18.5.1893)
Date
1893-05-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. M 40 & 41. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 18. Mai 5653 (1893). Wir geben heute eine Doppelnummer, da des heiligen Schabuothfestes wegen die nächste Nummer Donnerstag, den 25. Mai erscheint. Leitender Artikel. Sprüche der Wüter. Viertes Buch. LXVIII. Mainz, 17. Mai. “iDNn ^>xi min DipD^ r6u 'in noi« wina »an .jytcn iw'a bxi i"i'a niD”p’ -p’ant? "jnn« «an trew Rabbi Nehorai lehrte: „Flüchte zu einem Ort der Thora und sage nicht, sie werde dir nachgehen, deine Genossen werden sie in deinem Besitze erhalten, und auf deine Einsicht verlasse dich nicht." Gewährt, wie die vorhergehende Mischna lehrt, die Thora ihren treuen, selbstlosen Jüngern Kronen und Ehren, ist der Adel, den Wissenschaft und Bildung verleihen, der höchste, den Menschen erstreben können, so mag man wohl der Thora nachgehen und sie aufsuchen. Dieser Zusammenhang unserer Mischna mit der vorhergehenden ist an und für sich klar. Weniger durchsichtig ist der Zusammenhang der einzelnen Sätze dieser Mischna. Im Talmud (Sabbat, fol. 147) wird die Erklärung dieser Mischna an ein Vorkommniß aus dem Leben Rabbi Eleasar ben Aroch geknüpft, der nach einer Auffassung mit Rabbi Nehorai identisch ist. Rabbi Chelbo, heißt es daselbst, lehrte: Der Wein Phrygiens und warme Bäder haben den zehn Stämmen den Untergang bereitet. Auch Rabbi Eleasar ben Aroch ging in jene Gegend und ließ sich von ihren Reizen fesseln, so daß er sein Wissen einbüßte. Als er zurückgekehrt war, wollte er in der heiligen Schrift lesen. Er hatte aber sein ganzes Wissen so vollständig verloren, daß er statt oa^> nin rinn (II. B. M-, C. XII, 2) las: tnnn Da^> n'n. Da flehten unsere Lehrer Gottes Erbarmen für ihn an und er erlangte sein Wissen wieder. Das ist es, was in der Mischna Rabbi Nehorai lehrt: Flüchte nach einem Orte der Thora und sage nicht, sie werde dir nachgehen, deine Genossen werden sie dir im Besitze erhalten und auf deine Einsicht verlasse dich nicht. Eine Boraitha bemerkt: Sein eigentlicher Name war nicht Nehorai, sondern Rabbi Nechemjah und nach anderen Rabbi Eleasar ben Aroch; er wurde nur Rabbi NehoraL (der Erleuchtende) genanrü, weil er die Auge» der Weisen im Gesetze erleuchtete. Jedenfalls geht aber der uns hier beschäftigende Ausspruch weit über die Erlebnisse ihres Autors hinaus und hat eine allgemeine, alle berührende Bedeutung. Er gibt der bedeutsamen Wahrheit Ausdruck, daß die Thora nur im lebendigen Verkehr mit Lehrern und Genossen erlangt werden kann, daß sie aber in der Zurückgezogenheit und nur gestützt auf die eigene Geisteskraft verkümmert. Die Art und Weise aber, in welcher uns diese Wahrheit hier vermittelt wird, ist ein sprechender Beleg für die Lehre, welche den sechsten Abschnitt der Sprüche der Väter einleitet. Dieser letzte Abschnitt, welcher die Art und Weise zum Gegenstand hat, mit welcher die Kenntniß der Thora angeeignet wird und daher auch den Namen-. Perek Kinjan ha-Thora führt, wird mit folgenden Worten eingeleitet: nrosDai am nnar? -pm njron p*6a D’Dan iw „Die Weisen haben durch die bloße Sprache der Mischna, in welche sie ihre Wahrhett kleideten, schon eine Lehre gegeben. Aus diesem Umstand hätte man folgern können, das bloße gesprochene überlieferte Wort genügte, um sich die Weisheit der Weisen anzueignen. Das ist jedoch nicht der Fall. mioVö mv rupiöff?£vw. Der lebendige Verkehr mit den Meistern der Thora ist für den Jünger ersprießlicher, als die theoretische Weisheit, die aus

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