Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-04-27 · Heft 34 (27.4.1893) · page 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 34 (27.4.1893)
Date
1893-04-27
Page
– (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448348--36251-2484269
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ganze Kraft dafür einsetzen, endlich dauernde, Kr alle Zeiten wirksame Einrichtungen zu treffen. Den Weg, welchen wir zu gehen haben, können wir nicht verfehlen; die „Zionsfreunde“ haben ihn uns gezeigt und sind auf ihm schon ein Stück vorangegangen, — wir müssen ihnen folgen. Dieser Weg heisst: Rekolonisation Palästinas, und das Mittel, um diese Bahn durchschreiten und an das Ziel derselben gelangen zu" können, ist die Association kleinerer und mittlerer Kapitalisten, die Gründung einer Genossenschaft. Je grösser, je allgemeiner die Betheiligung, desto sicherer ist auch die erforderliche Kapitalsanlage. Mit Leichtigkeit Hessen sich auf diesem Wege viele Millionen zusammenbringen, sie müsste man dazu verwenden, um neue Kolonien in das Leben zu rufen, Plantagen anzulegen, Fabriken und sonstige industrielle Unternehmungen zu begründen. Dann wäre eine starke Einwanderung russischer Juden, die ihrer Heimath nicht Hals über Kopf entflohen sind, sondern sie in geordnetem Zuge verlassen haben, möglich, und bald würde eine neue blühende Cultur im cis- und transjordanischen Palästina, in Syrien und Mesopotamien, vielleicht auch in dem in jüngster Zeit vorgeschlagenen Midjan erstehen. Bei unserem Vorschläge — um nun auch auf die concreten Einzelheiten einzugehen — denken wir an Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, welche Anteilscheine zu je dreihundert Mark ausgeben würden. Massig Begüterte würden, um nicht erhebliche Summen zu wagen, nur einen solchen Anteilschein an sich bringen, grosse Kapitalisten hingegen würden sich leichter zum Erwerbe einer grösseren Anzahl entschlossen. Auch der wenig bemittelte, für die heilige Sache opferfreudige Jude müsste die Gelegenheit haben, nach Massgabe seiner finanziellen Kräfte sich an dem Unternehmen zu betheiligen, indem man ihm den Ankauf solcher Scheine gegen Ratenzahlungen nach genau stipuUrten Bedingungen gestattete. Die Gelder legt man sicher und zinstragend zu 3V2 pCt. an, während man den Inhabern der Anteilscheine eine Verzinsung von 2 */2 auf das Hundert gewährleistet. Sobald man etwa einmal hundertt ause nd Mark zusammen hätte, könnte man schon mit der Anlegung einer Weberei, der Errichtung einer O elf ab rik oder eines ähnlichen industriellen Unternehmens von gesicherter Rentabilität beginnen. Diese gewerblichen Unternehmungen müssten ausschliesslich — um den ganzen Kolonisationszweck nicht zu vereiteln — nur jüdische Arbeiter beschäftigen. (Schluss folgt.) Briefkasten. Auf viele neuerdings an mich ergangene Anfragen erkläre ich wiederholt, dass ich über dieQualitätder seit längerer Zeit bereits aus Galizien Bettelbriefe massenhaft nach Deutschland Sendenden nicht die geringste Auskunft zu ertheilen vermag, und deshalb auch jede Vermittelung von Spenden an dieselben ablehnen muss. In manchen Orten daselbst scheint eine allgemeine Sehreibewuth nach dieser sehr bedenklichen Seite hin um sich gegriffen zu haben. Einer der Vielschreiber hatte sogar die Dreistigkeit, jüngstens ein „baye risch es (sic!) Ad ressbuch“ von mir zu verlangen! Thatsächlich werden auch alle zu erhaltenden Adressbücher herbeigeschafft, und nicht blos an Juden, sondern, wie mir von vielen Seiten mitgetheilt wird, auch an Ni chtjuden , deren Namen jüdisch klingen, Bettelbriefe mit mehr oder weniger Siegeln versehen, gesandt, wodurch ein grosser DEJfl entsteht. Es ist Pflicht eines Jeden, solch’ geschäftsmässigen Bettel nach Kräften zu bekämpfen, nicht aber durch Zuwenden von Spenden ihn noch zu ermuthigen! — Frau P. 8. in ©. Am 28. Adar, also am Jahrzeittage selbst, traf Ihre Postanweisung hier ein, wie hätte ich es nun brieflich ermöglichen können, noch an demselben Tage den gewünschten in Jerusalem lernen zu lassen?! In Zukunft müssen Sie mir derartige Wünsche mindestens vier Wochen vor dem Jahrzeittage kundgeben, damit die Sache auch zur rechten Zeit besorgt werden kann. E. K. in V. Es giebt noch gar viele Anstalten und Vereine in Jerusalem und Jaffa, die weit mehr als der von Ihnen bedachte Verein Berücksichtigung verdienen, weshalb ich Sie höflichst bitte, die Eintheilung Ihrer Spenden für p“DN künftig gütigst mir zu überlassen! J. 91. in H. Mit Ihrem bei jeder Geldsendung mitfolgenden, hübsch geschriebenen und vollkommen druckfertigen Spenden-Verzeichnisse bereiten Sie mir stets noch eine besondere Freude; Sie könnten vielen Ihrer Collegen darin als Vorbild gelten, deren Listen erst vieler, und oft sehr schwer anzubringender Verbesserungen bedürfen, bevor sie dem Drucke übergeben werden können. Besten Gruss! Frau 8. Cr. in W. Vielen Dank für die in Ihrer jüngsten werthen Zuschrift mir besonders bekundete freundschaftliche Gesinnung; dass diese auf vollständiger Gegenseitigkeit beruht, brauche ich wohl kaum hinzuznfügen. Das Gewünschte habe ich sofort besorgt. — Berichtigungen. I. In Nr. 469, Seite 68, Kolumne 2, ist an der Spitze dieser „C Spenden“ ausgefallen. II. In Nr. 474, Seite 87, Kolumne 1, Zeile 21 v. u. muss es statt „aus-“ — ausgeführten heissen. Druck der Job. Wirth 'sehen Hofbuchdruckerei, Actien-Gesellschaft, Mainz,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.