Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 34 (27.4.1893)
- Date
- 1893-04-27
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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655 prüfen. Kommt es doch oft vor, daß Sätze wie: Unumstößlich wahr ist .... u. dgl. m. nicht immer Wahrheiten einleiten. Wir lassen uns darum nicht beirren zuerst die Uebersetzung von m: rfcyo, Wiederkäuer, zu untersuchen. Im Tract. Tamid 31«. gilt .112 für Hals: mithin 112 .^^-„Ausbringer durch den Hals." Das Targum wieder setzt für iwb p’DD: ni2 r6yo, wortgetreu ein Ausstößen des Zerweichten Aufgelösten, ntyo nämlich vom Zeitw. nby Aufsteigen; .112 Rinnendes, Flüssiges wie in 1122 '2'p; mithin gleichfalls „ein Speichelaufstoßer" Aufsteiaen des Magensaftes. Die Erläuterung dieser Worte, sie ist einfach klar und erleichtert allein schon uns unsere Aufgabe. Die Nagethiere, Hase und Kaninchen bewegen stets ihre Kinnladen. Wohl sagt man: Sie bewegen sie ihrer Zähne halber. Gleichviel! Diese Bewegung muß durch irgend etwas unterstützt werden, und dieses Etwas ist der Magensaft, der unmerklich aufsteigt und den Reiz bildet. Jnsolange diese Kinnladenbewegung nicht auf anderem Wege erklärt wird, hat Niemand das Recht, an das 112 r6yo sich zu stoßen. Ebensowenig hindern uns auch die 4 Magen, welche den Wiederkäuern eigen sein sollen; weil diese kleinen Thiere allenfalls entsprechend kleine Magenzellen haben dürften. Unter na:iw per ist Meister Lampe u. Comp, zu verstehen. Es paßt auf sie Dns> welches der Herr Einsender beanstandet, und zählen sie keineswegs zu denen, welche die Schrift unter rsa by 1^.1 bi begreift. Denn hdib kommt von ]'didi in dem bekannten Mene tekel . . . und wird 101s Nij?2 rvpi^n niyaiw d w ^>21 *p biw 'vi>, auf alle Futzformen angewendet topi iwa. Das hievon stammende D'ibd . . . wird hingegen unterschiedlich aufgefaßt. Beim Kameele bedeutet uj’n v'ivv:keine durchgebrochene Spalte, pio 13 pn, bei Kaninchen, Hase, „daß sein Fuß nicht wie Hufthiere gedeckt i st", niDis ’^yaa hdidd 1^21 ptw. Allemal aber und entschieden sind nanw p*r nicht unter VD3 by ^1.1 begriffen. Bär, Hund, Katze, ^inn ibj an, ja Affe, .11^.1 »2id« kjip — letzterer umsomehr, als k)a „hohler Ballen" heißt — sie können mehr oder weniger unter vaa by gezählt werden. Niemals aber und nie Kaninchen und Hase. Die Entdeckung, die na:iNi pp gewaltsam in Lama und Giraffe verwandelt und sich in Gegensatz zu allen großen Männern stellt, ist vollends unerklärlich. Die Familie der Kameele ist groß, und der Einsender und die Welt zählen denn auch Lama und Girafe zu ihnen, also sind diese gleichfalls unter ^v2 zu verstehen und der Satz 1121 ab rn n« i« büsn nK noian ’D’idöd so aufzufasscn: „Ihr sollt sie nicht essen, die von den Wiederkäuern und Kläugespaltenen ähnlich mit dem Kameele, weil es d’ibb 122’n hdibi ist. Gibt es doch der Kameele viele, außer den D'aDin *33 D’3iniww und sagt schon der Talmud B. Kama: Kameel bleibt Kameel; trotz aller abweichender Formen ’N,n ‘^pb tooii 'nh 'inp^> -px kürzer oder länger, ob ^aa /oder 'vis ^>O2. Die reinste Willkür aber und völlig beweislos ist die Zutheilung der Girafe dem na2i« und des Lamas dem pr. Denn die Begründung ptp „sputzendes" Thier, kann doch nicht ernst genommen werden, und keine blaffe Spur von Beweis ist zu erbringen, daß nan« langhalstg heiße. Diese Langhalsigkeit, sie ist waghalsig. Wir wagen weniger und begnügen uns pp in ruivv w» zu finden, als das in seinem Bau verborgene Kaninchen, so wie wir na:iN für die Kurzfüßige nTy» D'^n halten, unter welchen Namen die weisen bekannten Uebersetzer den Hasen, recte najiN Häsin, umschrieben. Wir verzichten dabei auf solche gewagte Sprachfährten zu geben und setzen nicht 1« für iy und an für na:, was zusammen den „Lippenschwachen" geben könnte. Wir stützen uns dagegen gerne auf seine Stützen und führen das Citat des Herrn Einsenders von Psalm 104, v'y^v □yarV nDriD an. Wie wir ihm dankvar dafür sind! iDna, Schutz. Der Bau des Kaninchen bietet ihm Schutz; dem Lama, das, nebenbei bemerkt, gar nicht baut, bieten die d*j6d als solche keinen nonv, Schutz. Deutlicher noch und weit ausdrücklicher erkennen wir unsere Kaninchen in dem Satze, Mischle 30,24: p«n >:vp di nyaiN, „Bier, sie find die Kleinen der Erde"..'. id'vT,di*p oy D'2strn □no j£oa „die Kaninchen ein Volk ohnmächtig und sie legen in Felsen ihr Haus an." Wo hat das Lama ein Haus, wo legt es eines an? Und wie will der Herr Entdecker diese großen Thiere unter die kleinsten. Kleinen der Erde, wie Ameise, Heuschrecke und Spinne gewaltsam hineinprefsen? So schwer denn auch das Auseinanderhalten der erlaubten und unerlaubten Thiere sein mag, wie Chulin 142a es erkennen läßt, in den dort angeführten "«1 da ,Tapn Danp *»nn mi bxynvr n >ai wn . . . bin nNT low rwub ntnm srn, indem wir wissen, daß dieser Ausspruch (s. Toßfat zur Stelle) das Schwerbegretfltche der Unterscheidung darstellen will — so kann in Bezug auf niu-ito pp auf „nichtige Ausreden" kein Zweifel erhoben5 werden, daß das „Kaninchen und Hase" ist. Und ohne „Entdecker" zu sein, darf man die Erwartung aussprechen, daß außer denjenigen, die erfüllt sind von „Abneigung gegen den klaren und unzweideutigen Wortlaut der heiligen Schrift"-Niemand fernerhin schwanken wird auf Kaninchen und Hase zu sagen: na2it<i pp "n.i nur. Josef Reif, Brünn.