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Der Israelit · 1893-04-10 · Heft 29 (10.4.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 29 (10.4.1893)
Date
1893-04-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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546 erlitt. Hierauf gründen sich denn die sogenannten Bauern- und Schäferregeln und Wetterverkündigungen, die bis auf den heutigen Tag in fast allen Kalendern (auch einige jüdische nicht ausgeschlossen) einen besonderen Platz einnehmen. Daß bei den Juden die Witterungskunde weniger populär wurde, als bei andern Nationen, erklärt sich aus dem Umstande, daß erstere lange Zeit von der Betreibung des Ackerbaus gesetzlich ausgeschlossen waren. Doch finden wir auch Spuren von jüdischer Witterungskunde schon im Talmud und zwar B. Bathra 147 a., wo ein ganzes Kapitel über diesen Gegenstand handelt, sowie Joma 21 b. Da die Wiedergabe des dort Gesagten jedoch nicht in unmittelbarer Beziehung zum obigen Thema steht, so sei hier nur dasienige mitgetheilt, was ausschließlich zu diesem gehört. Ich entnehme das nun Folgende einem Artikel des Oberrabbiners der spanischen und portugiesischen jüdischen Gemeinden zu London, Rev. Dr. G a st e r, in der Jubliäums-Nummer der „Jewtsh Chronicle" p. 8. Derselbe schreibt: In einem in meinem Besitze befindlichen Gebetbuche aus Jemen, geschrieben im Jahre 1750, hat der Schreiber am Schluß des Kalendariums eine große Anzahl Wetterbestimmungen und Prognostiken theils in hebräischer und theils in arabischer Sprache hinzugefügt, von denen sich einige auf die jüdischen und einige auf die mohamedanischen Monate beziehen. Dieselben sind aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Bei dem Ritual für die Festtage finden wir hier das jener Tage hinzugefügt, welche den Anfang der Jahreszeiten, nisipn, die Sommer- und Wintersolstitien und die beiden Aequinoctien bezeichnen. Dies sind so zu sagen geringere Neujahrstage, da jede Jahreszeit als etwas für sich Bestehendes betrachtet wird. Die rosipn erlangten in den astrologischen Berechnungen eine hohe Wichtigkeit; wir wollen uns jedoch hier nur insoweit mit denselben beschäftigen, als sie zur Meteorologie in Beziehung stehen. „Unser Text beginnt: R. Abraham s. A. schrieb: „Wenn die nno 'n auf Mittwoch oder Sabbat fällt, wird Hungersnoth kommen; wenn auf Montag oder Donnerstag, so wird das Jahr einen Mittlern Character haben. Gott bewahre vor einem Jahre, dessen msipn auf Mittwoch, Freitag oder Sabbat fallen. Fällt die nno 'n vor dem 10. des Monats, so wird das Jahr ein schlechtes werden; fällt sie auf den 15., so wird das Jahr ein gutes werden, ausgenommen wenn sie auf Mittwoch oder Freitag fällt. jd'J 'n am Sonntag ist von guter Vorbedeutung für das Jahr." So weit dessen Worte. Der hier erwähnte R. Abraham ist wahrscheinlich R. Abraham ben Esra und diese Stelle dürfte dem ihm zugeschriebenen Werke rvwn nDDn, welches bis jetzt noch nicht in hebräischer Sprache erschienen ist, wohl aber in lateinischer Uebersetzung bekannt war, entnommen sein. (Cs. Steinschneider, Cat. Bodl. col. 687—688 und Neubauer, Catal. col. 920; desgl. auch Benjakob, Thesaurus unter D'Dffn mpn, Nr. 794.) Das folgende Kapitel beginnt: „Fällt die rDD 'n auf Sonntag, so wird Krieg, Sterben und Schnee kommen, die Saaten werden in Ueberfluß reisen, Regen wird herniederfallen, der Mond wird sich verfinstern und große Calamttäten werden zu erwarten sein." In derselben Weise erfahren wir, was geschehen wird, wenn die;d\j ti und non auf Montag oder jeden andern Wochentag fallen. Weiter heißt es: „Wer zu wissen wünscht, wie der Regen während des Jahres fallen wird, muß jene 3 Tage beobachten, in welchen besondere Weisheit verborgen ist, nämlich den 13., 14. und 15. Tamus (Zeit der non t>). Ist am 13. der Himmel bewölkt, so werden die ersten 4 Monate, Tamus, Ab, Elul und Tischri regnicht sein. Ist am 14. der Himmel bewölkt, so wird es die folgenden 4 Monate regnen, ebenso zeigt der 15. bei bewölktem Himmel an, daß es in den folgenden 4 Monaten regnen wird. Zeigen sich die Regenwolken in den ersten Stunden des Tages, so wisse, daß es an den 4 ersten Tagen der ersten 4 Monate regnen wird u. s. w. Zeigen sich an diesen 3 Tagen keine Regenwolken, so muß man um Regen beten. Regnet es am 19., so wird am Anfänge des Jahres die Frucht theuer sein, später aber billiger werden. Alles dieses hat die Erfahrung bestätigt." — In dem Buche onv my, Venedig 1579, sagt der Verfasser im Namen des R. Moscheh Hadarschan, Verfasser und Sammler des tmo »ron nm: „Wenn Jemand die Kornpreise vorher wissen will, so gibt es hierfür ein sicher bewährtes, auf Astrologie basirendes Mittel. Man berechne nämlich den Monatstag, auf welchen die n^v 'n. Ist dieser der 1. bis 10., so wird das Korn theuer werden; wenn der 10. bis 15., so wird das Korn sehr theuer werden; wenn vom 15. bis zum 20., wird der Preis mäßig sein und wenn vom 20. bis 30., so wird das Korn sehr billig werden. Alles steht aber in Gottes Hand und soll man dieses nicht Jedermann, sondern nur den Eingezogenen (o'yus) offenbaren. Eine andere Regel findet sich in fast allen nunay nso: „Fällt die Tekupha, wenn die Sonne in den Zenith tritt, so wird das Jahr heiß, wenn sie halb im Zenith steht, so wird die Hälfte des Jahres mäßig und die Hälfte heiß; ist es Venus, so kommt viel Regen; ist es Merkur,

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