Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-03-27 · Heft 25-26 (27.3.1893) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 25-26 (27.3.1893)
Date
1893-03-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448341--36036-2484047
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

X XXIV. Jahrgang. JVs SS LW«. Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Audenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 27. März 5653 (1893). Da mit dem 1. April 1893 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 3224. Leitender Artikel. Kagadalji schek Wesach. Siebente Serie. VII. Mainz, 26. März. ,wh t ump n*?i nattM na Mb inj ibs .u’H mmn ns Mb <nj sbi M'D "in ’jbp mip vN Hätte unsGott den Sabbat gegeben und hätte uns nicht vor dem Sinaiberg sich nahe gebracht, hätte es uns genügt? Hätte uns Gott vor dem Sinaiberg sich nahe gebracht, er hätte uns aber nicht die Thora gegeben, hätte uns dies genügt? Der Sabbat als Tag der Ruhe ist ursprünglich keine specifisch jüdische Institution. Er ist älter als das Judenthum, er ist so alt als die Welt, bei deren Schöpfung er eingesetzt wurde. Er gehörte ursprünglich der ganzen Menschheit, die aber mit der Verkennung und Verleugnung Gottes und der Anbetung selbstgeschaffener Götter auch dieses Kleinod einbüßte. Als nun der Vater der Menschheit sich wieder zur Erde herabließ, um ihr am Sinai sein Gesetz zu offenbaren, mußte Israel, um zu dieser Gottesoffenbarung fähig zu sein, erst durch eine Reihe von Veranstaltungen für diesen Moment vorbereitet werden. Die ganze Leidenszeit in Egypten war nichts als eine solche Vorbereitung. Die rückhaltlose Hingebung, die Entsagung, die Selbstverleugnung, welche die Entgegennahme der Thora und ihre treue Erfüllung fordert, die Verkennung, die Schmach und Schande, welche ihre Besitzer um dieses Besitzes willen zu ertragen haben, erforderte ein Volk, das für diesen Zweck besonders herangebildet war, das den Kelch der bittersten Leiden bereits bis auf die Neige geleert hatte und doch den Idealen seiner Vergangenheit und Zukunft treu geblieben war. Wenn ein Ausspruch des heiligen Soharbuches die Leiden unserer Väter in Egypten in allen Details aufzählt und ihnen die Probleme der Thora gegenüber stellt, so soll vielleicht diesem Gedanken Ausdruck verliehen werden, wie die Härten des egyptischen Dienstes tatsächlich den Schwierigkeiten entsprechen, welche an den treuen Dienst der Thora sich knüpfen, so daß jene für diese vorbereiteten. Jener Ausspruch lautet: Vpa ,iaim ,rwp miayä nrrn r.N mo’i ,wv'“i3 ,maa miay bm ,snibn pb D’jabai .(m^N-Q 's tt) nwo xi ,Dm*3y bj ns Noch mehr wurden unsere Väter für die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Sinai durch die Gotteswunder vorbereitet, die sich in Egypten, am Meere und in der Wüste an ihnen vollzogen. Alle diese Momente bekundeten, wie unendlich nahe Gott seinem Volke sei. Daß nun aber auch das Volk sich Gott nähere, dafür wurden ihm schon in Mara vor der sinaitischen Gesetzgebung einige Gesetze gegeben, unter welchen der Sabbat obenan steht. Aber das Sabbatgesetz, wie tief es auch den jüdischen Menschen zu ergreifen und von Grund aus umzuwandeln geeignet ist, unsere durch dasselbe bewirkte Annäherung an Gott hätte nimmermehr für das Hochziel der sinaitischen Offenbarung genügt, wenn Gott uns s i ch nicht nahe gebracht hätte, durch alle die wunderbaren Veranstaltungen, die wir bisher aufzählten, und — die hier nicht aufgezählt werden. Unsere Hagada läßt nämlich eine ganze Anzahl von Wundern hier völlig unerwähnt, wie die Feuerä

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.