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Der Israelit · 1893-03-20 · Heft 23 (20.3.1893) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 23 (20.3.1893)
Date
1893-03-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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447 minister gefunden. Die Erklärung, die dieser dann abgab, fand die Zustimmung aller Parteien und die Haltung des Hauses dabei bewies, daß man diesem Ahlwardt allgemein von vornherein nicht zutraut, daß eine seiner Behauptungen wahr sein könnte. Berlin. Wie die „Fr. Pr. hört, ist der Ingenieur Paasch, welcher auf Beschluß der Strafkammer des Landgerichts aus der Haft entlassen worden war, auf Anordnung des Kammergerichts gestern wieder in Untersuchungshaft genommen worden. Das Kammergericht ist nicht der Ansicht gewesen, daß Fluchtverdacht ausgeschlossenerscheine. Karlsruhe, 8. März. Heute wurde, wie ein norddeutsches jüdisches Blatt zu erzählen weiß, unser Herr Rabbiner Dr. A. Schwarz vor seiner Uebersiedelung nach Wien — zur Uebernahme des Directorats am Rabbinerseminar — vom Großherzog in längerer Abschtedsaudtenz empfangen, in welcher der edle, großherzige und Gerechtigkeit liebende Schwager des hochsel. Kaisers Friedrich III. u. A. die bemerkenswerthe Aeußerung that: „Sagen Sie den Ihrigen, und nehmen Sie in Ihren neuen Wirkungskreis die Ueberzeugung mit, auch in dieser tiefbewegten Zeit — Sie verstehen mich wohl — bleibt in Baden Alles beim Alten." Auch die leutselige Großh rzogin hatte den Herrn Rabbiner zur Audienz befohlen. Oesterr.-Nng ar. Monarchie. Neutra. Unter der Ueberschrift „die Rabbtnerwahl in Neutra" finden wir folgende überraschendeNotiz in der „Pester 'Allgemeinen Jüdischen Zeitung": Nach langer Zeit soll» endlich das Rabbinats-Amt in Neutra wieder besetzt werden. Hierzu war in letzterer Zeit fast jede Aussicht geschwunden. An der Spitze dieser bedeutenden Gemeinde Ungarns, die auf orthodoxer Grundlage, auf Basis des Schulchan Aruch, konstituirt ist, steht bekanntlich ein Vorstand, unter dem Präsidium des Dr. Peresleni, der nicht weniger als orthodox ist. Dieser Vorstand wollte das bisher von wahrhaften D'p'-w d^iw versehene Reutraer Rabbinat einem Prediger überlassen und begründete dies mit den bekannten „Anforderungen der Neuzeit". Die wirklich orthodoxen Mitglieder der Reutraer Gemeinde kämpften entschlossen gegen diese beabsichtigte Neuerung, so daß es scheinen mußte, es könne zu keinem Ausgleich der Gegensätze und somit auch zu keiner definitiven Besetzung des Rabbinats-Postens kommen. Nun bereitet sich aber glücklicherweise eine Lösung dieser schwierigen Frage vor — eine Lösung, die alle Elemente im Schoße der Reutraer Gemeinde befriedigen kann. Wie uns nämlich aus Neutra gemeldet wird, fand daselbst vorgestern eine Sitzung der isr. Gemeinde-Repräsentanz statt, in welcher mo jixjn Dr. Breuer, Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in Frankfurt a. M., einstimmig zum Oberrabbiner in Neutra acceptirt wurde. Als Jahresgehalt wurde chm außer freier Wohnung und Nebeneinkommen ein Fixum von 2400 Gulden bestimmt. „Die einstimmige Wahl des Herrn Dr. Breuer bei der General-Versammlung ist gesichert", fügt der Bericht unseres Correspondenten hinzu. Der Name des Herrn Ober-Rabbiners Dr. Breuer, der in der Gemeinde Päpa so segensreich wirkte, ist ein in Ungarn und auch weit über die Grenzen unseres Vaterlandes so sehr vortheilhaft bekannter, daß wir uns der Nothwendigkeit überhoben sehen, hier die Vorzüge dieses Vn-ip'd bnj zu schildern. Für Neutra aber hat er den besonderen Vorzug, daß er talmudische Gelehrsamkeit mit weltlichem Wissen, wahrhafte Frömmigkeit mit allgemeiner Bildung in sich vereinigt. Wir können der Gemeinde Neutra zu dieser Wahl nur von ganzem Herzen gratuliren. (Auch durch private Mittheilungen aus Oesterreich wird uns diese Nachricht bestätigt; dessenungeachtet erscheint es uns unglaublich, daß der in Frankfurt so hochverehrte Herr Rabbiner diesem Rufe zu folgen geneigt ist. Wir hoffen zuversichtlich, daß derselbe mit Gottes Hilfe seinem segensreichen Wirkungskreise noch lange erhalten bleiben wird. Redaction.) > Vermischtes. < Frankfurt a. M. Wie wir vernehmen, wird das Internationale „Montefiore-Album" von vr. Jos. Fiebermann (Verlag von Mahlau und Waldschmidt, Frankfurt a. M ) in Chicago zur Ausstellung gelangen. Dasselbe eignet sich (nebenbei bemerkt) ganz vorzüglich als Prämie bei Preisvertheilungen in Religionsschulen und höheren Lehranstalten. — M. Berlin, 15. März. Wie tief eine Zeitung durch die Annahme antisemitischer Allüren zu sinken im Stande ist, das beweist die heutige Ausgabe der „Täglichen Rundschau", die nichts Besseres ihren Lesern zu bieten vermag alS — den Abdruck eines Artikels aus den — Deutschsozialen Blättern, begründet von Theodor Fritsch in Leipzig. Ja, „Politik verdirbt den Charakter!" (Anmerkung der Red.) DaS war das Schlagwort mit der die „Tägl. Rundschau" sich s. z. einzufuhren suchte, indem sie vorgab, ein Blatt zu liefern, durch dessen Inhalt Niemandens Charakter verdorben werden könnte. Wochen - Kalender. Freitag, 24. März, 7. Nissan. Sabbat-Anfang 5 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 25. März, 8. Nissan. ^TUn rQlP ,18 Sabbat-Ausgang 7 Uhr 5 Min. (Mainzer Uhr.)

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