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Der Israelit · 1893-03-06 · Heft 19 (6.3.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 19 (6.3.1893)
Date
1893-03-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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362 Wann wird die Menschheit endlich zur Einsicht gelangend! Wann werden die Völker zur Erkenntniß kommen, daß ihr Fluch der Krieg, ihr Segen der Frieden ist?! Der weiseste unter den Königen Israels war von dieser Wahrheit ganz durchdrungen. Er suchte nicht den Ruhm in Massenmord auf dem Schlachtfelde, er wollte nicht als Ritter des Schwertes gelten, sondern als Ritter des Geistes, für ihn galt der als Held, der sich selbst zu beherrschen vermochte. „Beffer als ein Kriegsheld ist der, der seine Begierden zu zügeln weiß, und wer seine Leidenschaften meistert, gilt mehr als der Eroberer einer Stadt" (Sprüche K. 16, 32). „Nicht durch große Heeresmacht oder durch Eroberungen! besteht ein Land, sondern durch die Gerechtigkeit des Herrschers und der Regierung" (das. 29, V. 4.) Auf diesen Grundsätzen bafirte die Regierung Salomos, unter dessen Herrschaft ein beständiger Friede in Israel waltete. König David deutete schon auf Dieses Prinzip seines Sohnes hin, das er mit seinem Seherauge voraussah, indem 'er singt: „An Salomo! Herr, gib Dein Recht dem Könige und Deine Gerechtigkeit dem Königssohn, auf!daß er dem Volk richte mit Gerechtigkeit und die Armen mit Recht. Laß die Berge den Frieden bringen für das Volk und die Hügel die Gerechtigkeit. Zu seinen Zeiten wird blühen der Fromme und ein großer Friede bis der Mond nicht mehr ist." (Psalm 72.) Ohne allen Zweifel war auch König David von diesen Grundsätzen beseelt, aber er war wieder seinen Willen durch die Angriffe die er abzuwehren hatte, zu mehreren Kriegen gezwungen. Klagte er doch: „Ich bin friedlich, halte Frieden mit jedem, aber wenn ich rede, so fangen sie Krieg an." (Das. 120.) Sein Gebet war auch: „Errette und behüte mich Herr vor jeglicher Blutschuld (das. 51.)" Wie der Friede in der jüdischen Lehre als die Quelle des Segens gepriesen wird, so wird der Krieg in derselben als ein gottloses frevelhaftes Laster betrachtet und seine Vermeidung anbefohlen. Nur Esau, dem unwürdigen Sohne Jsaks, der im Waffenhandwerk sein Heil und seine Lebensaufgabe erblickte, gereicht cs zum Segen, wenn ihm sein Vater die Versicherung gibt nnn *pin by, daß er durch sein Schwert leben wird, nicht aber so dem frommen Jakob, für ihn bedeute der Frieden die ganze Wohlfahrt und das Lebensglück. Das Verbot -iittn mbi aipn uh „du sollst nicht rachsüchtig sein", das für den Einzelnen gilt, hat auch für die Völker Giltigkeit. Dasselbe ist auch der Fall mit dem Grundsatz: „Söhne sollen nicht wegen der Schuld der Väter getödtet werden" und ein Volk darf das andere nicht bekriegen, weil es sich nach Jahrhunderten etwa erinnert, daß ihm einst Unrecht von den Vorfahren desselben geschehen. Denn wer nur Eine menschliche Existenz vernichtet, ist des Todes schuldig (Leviticus K. 24, V. 18), um. somehr gilt es als Verbrechen durch den Krieg unzählige Menschenleben zu Grunde zu richten. Dasselbe sagt auch der Talmud: Wer Ein Menschendasein vernichtet, vernichtet gleichsam die ganze Welt (Sanhedrin 37.) *) Wer nur die Hand erhebt über seinen Mitmenschen wird ein Gottloser genannt, selbst dann, wenn er ihn auch nicht schlägt (das. 58^5).2) Das Sanhedrton, welches ein Todesurtheil an dem Mörder vollziehen ließ, durfte am Tage der Justificirung nichts genießen, weil an demselben Menschenblut vergossen wurde. (Das. 63 a.)3) (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten nnd Correspondeuzen. Deutschland. E. Mainz, 5. März. Wir werden gebeten, gelegentlich des herannahenden Peßach wiederholt darauf aufmerksam zu machen, daß zur Fabrikation verschiedener Cichorienpräparate Fett verwendet wird. In vielen Fabriken benutzt man sogar Schweineschmalz. Wenn man nun deßhalb schon das ganze Jahr hindurch bei dem Gebrauche dieses Genußmittels große Vorsicht walten lassen muß, um wieviel mehr muß man am Peßach darauf sehen, dieselben nur aus solchen Fabriken, die unter strengster rabbinatlicher Aufsicht stehen, zu beziehen. Liegnitz, 4. März. (Reichstagsstichwahl.) Bis jetzt sind gezählt für Jungfer (freis.) 6738, für Hertwig (Antisemit) 3926. Jungfers Wahl ist zweifellos. Wingersheim, 11. Februar. (Bestrafte Rohheit.) In seiner letzten Sitzung hat das Schöffengericht Hochfelden eine That abgeurtheilt, die viel böses Blut in unserer Gegend erregt hat. Im Oktober vorigen Jahres wurden von hiesigen Burschen bei den angesehensten israelitischen Bürgern die Fensterläden zertrümmert und die Scheiben eingeschlagen. Angesichts der Rohheit, sowie des Umstandes, daß die That aus reinem Muthwillen verübt war, wurden zwei der Rauhbeine, Lorenz Fuchs und Joseph Debus, zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt. Der Hauptthäter und zwei Konsorten sind über die Grenze entwischt. Einer von -q’n ib’ND twitro nnN e>dj “DNan b (i .0"? p-iruD) inan Nb M-, x-ipj non by tt mjDn b (2 .(yy ,n": deO nnn Mi!? iN'i iidnje' b mb pjnD tsnjn nx unnE' p"?ruD^> po 3 •(N"y ,r'D deO Qin by ibxn n1? -idnje' dvh imN

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