Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 18 (2.3.1893)
- Date
- 1893-03-02
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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sein früherer Hauptberuf als Schneider war ein verfehlter, seitdem er einmal einen Leibrock als Meisterstück machte, dessen beiden Schöße eine retrograde Richtung einschlugen, indem sich der eine Schoßflügel nach Norden, der andere nach Süden wandte. Sein Aeußeres bezeichnet ihn schon als „Schlemiel" und doch versteht er seinen Vortheil und Nutzen gut zu wahren. Wie gesagt, er war das Factotum der Jeschiwah. Durch seine Hände wanderten die Uhren, Ringe, Winterröcke und Sommergarderoben der Bachurim, je nach der Jahreszeit, in die „Jeschiwah". für deren Beförderung und nachträgliche Einhändigung des Versatzzettels er eine Taxe von 20—30 Kreuzer bezog. Der Himmelsflicker ist sehr verschwiegen und weiß das Geheimniß des Namens seines Commitenten auf das Strengste zu wahren. So wie „Hans Sachs Schuhmacher und noch Poet dazu" war, so war unser Himmelsflicker alles Mögliche und noch Flickschneider dazu. Er handelte und hausirte mit allen erdenklichen Dingen, so z. B. vor Pesach mit Schimure-Mazzoth, im Monate Elul mit Luchoth2), vor Sukkot mit Lulowim und Esrogim, vor Chanukkah mit kleinen Wachslichtern, das ganze Jahr mit Milikerzen, Sabbat- und Erez- Jsrael-Wein.3) Kurz alle seine Verkaufsartikel, welche er zu seinem Vortheile theuer verkaufte, gehöhrten zu Mizwoth. Heimisch fühlte er sich nur unter seinen Bachurim und in der Schiur stube. Man mußte ihn nur ansehen, wie er am Tage des „großen Verhörens",Paquetevon „Zuckerte" dem Obergabbe verkaufte, welche dieser nach altem Brauche in der Schiurftube umherwirft, wie sein Gesicht lachte, wenn sich die kleine „Chas erbacherlech" auf dem Boden herumwälzten, um die Süßigkeiten zu Haschen. Man mußte ihn auch betrachten, wie 2) Kalender. 3) Palästina. er nach den „großen Verhören", zu welcher Zeit die Bachurim, die dasselbe gut bestanden, wohlgelaunt, mit seinem immerfort lächelnden und schmunzelnden Gesichte, im näselnden Tone die Bachurim zu überreden sucht, seine Süßigkeiten nur zu versuchen, weil sie dann diese gewiß kaufen werden, wie seine Physionomie strahlte, wenn die reichen Bachurim ganze Paquete seiner Näschereien kauften. Der Himmelsflicker ist und bleibt eine Originalfigur der Preßburger Jeschiwah. vermischtes. Zwischen der Kaiserin Elisabeth von Rußland, einer Tochter Peter's des Großen., und Friedrich II. bestand eine erbitterte Feindschaft, welche sich bis zum Tode der Kaiserin fortgesetzt hat. Der König hatte sich über einige Schwächen der etwas pedantischen, aber auch „zarten" Gefühlen nicht unzugänglichen Monarchin lustig gemacht und das konnte sie ihm nicht vergeben. War dies doch auch der Grund, weshalb sie sich am siebenjährigen Kriege betheiligte. Ihr Haß wurde womöglich noch durch Friedrich's Waffenglück erhöht und machte sich selbst in kleinlichen Spöttereien Luft. So ließ sie, als die Russen in Preußen eingerückt waren, in Königsberg Zwölferstücke prägen, auf welchen König Friedrich mit einem langen Judenbarte dargestellt war. Es sollte dies eine Anspielung sein, daß Friedrich die Münze an Juden verpachtet hatte. Später ließ die Kaiserin auf diesem Geldstück ihr eigenes Bildniß prägen. Dies benutzte der Preußenkönig zu einem neuen Scherz, indem er dieselbe Münze in Berlin prägen, jedoch mit dem Königsberger Münzzeichen versehen und in der Umschrift einige Buchstaben versetzen ließ, wodurch der Inhalt, der sich hier nicht wohl wiedergeben läßt, eine arge Beleidigung der Kaiserin ausdrückte. Elisabeth war darüber außer sich. Nach dem Hubertusburger Frieden wurden diese Münzen durch den König emsig zurückgekauft, um eingeschmolzen zu werden. Die wenigen, welche erhalten blieben, gelten als große munismatische Seltenheiten. _Anzeigen._ Für den folgenden Theil ist die Redaetio« nicht verantwortlich. ch suche für ein kräftiges junges Mädchen, das in allen Handarbeiten erfahren, eine Stelle als besseres Hausmädchen in religiösem Hause. Lehrer Scheuer, 1525) Gr. Umstadt (Hessen). in geprüfter Religionslehrer und Vorbeter, verheirathet, kein Schochet, gutes Zeugniß vom Rabbiner und Gemeinde, jetzt noch in Stellung, wünscht unter mäßigen Ansprüchen vom 1. Mai eine Stelle in einer Gemeinde. Franco-Osierten sind unter Nr. 1562 an die Expedit, ds. Bl. zu richten. Lehrmädchen-Gesuch. Für mein Kurzu. Manufacturwaarengeschäft, welches Samstags und Feiertage geschlossen ist, suche pr. 15. Mai ein Lehrmädchen unter günstigen Bedingungen. E. Adler, 1523) Mosbach, Baden. in armer Mann, dem es an dem nöthigen Geld zu 7ULO fehlt, bittet um milde Gaben. Offerten unter Nr. 1555 befördert die Expedition dieses Blattes. /gesucht aus sofort eine Verkäuferin für 'S' mein Partiewaarengeschäft, sowie auf Mai d. I. eine Köchin für einen kleinen Haushalt, welche Hausarbeiten mit übernimmt. Eli Frank, (1560 Oldenburg i. O., Langestr. 66. Ein Lehrling aus guter Familie und mit gediegener Vorbildung — hübsche Handschrift erforderlich — findet Stelle. Samstags und israel. Feiertage geschlossen. Gebrüder Jgersheimer, Bankgeschäft, Frankfurt a. M. (1546