Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 18 (2.3.1893)
- Date
- 1893-03-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Wmm für bas'^^^ll Ivwll BrthodoLe -MuderrthumÄ A R .0 N'T?^ |-OM OS E S v"") 2. März. 1893.] INr. 2. m&: Leben und Treiben der Preßburger Jeschibah von Hermann Löwinger. (Fortsetzung statt Schluß). 3. Der Schittesfabrikant. Zu unserer Zeit hat es unter den Jüngern der Jeschibah Schittesfabrikanten gegeben, welche den Vortrag des Rabbiners, des Rabbi Samuel Wolf Sofer ^"rn, welcher dreimal wöchentlich, am Sonntag, Montag und Dienstag stattsand und der in der gründlichen Behandlung und Erklärung der von ihm ausgegebenen nmid, in der Zusammenfassung aller Meinungen der Meforschim oder mts'tp, wie man gewöhnlich die divergirenden Meinungen der verschiedenen Commentatoren nannte, ferner in der schließlichen Kundgebung der aus der Majorität sich ergebenden Halachah und der „Pschättlach", den eigenen Geistesprodukten des Rabbis bestand, zu Papier brachte, diese in mehreren Copien vervielfältigten und gegen eine Leihgebühr von einigen „Sechserln" den Gaurolbachurim, die nicht zum „Verhören" genügend vorbereitet, zur Verfügung stellten. Diese geschriebenen Schittes >) wurden in der Nacht vor dem „Verhören" so lange und oftmals durchgenommen, bis der Betreffende sie auswendig kannte und so in den Stand gesetzt war, die etwaigen Fragen des Rabbis, wenn auch nicht gründlich, aber doch so ziemlich gut zu beantworten. So wurde der Rabbi durch das mechanische Ableiern der eingelernten Schittes oftmals hintergangen. Doch pflegte dieses Manöver nur so lange zu gelingen, als der betreffende Bachur nicht schwarz angeschrieben war; wenn dies aber der Fall war, dann hatte das schwache Gewebe der Schittesgelehrsamkeit nicht viel genützt. Einige Kreuz- und Querfragen des Rabbi und das trügerische Gespinnst der Schitteswiffenschaft war durchbrochen und der Betreffende erhielt vom Rabbi in scharfen Worten seinen „Ausputzer". Doch für einen auf gewöhnlichem Wege zum Gaurolzettel gelangten Bachur genügten die Schittes vollkommen und haben sich noch immer bei der Prüfung vortrefflich bewährt für diejenigen, die nichts gelernt haben. 4. Die Chewrabachurim. Die Rabbinatsschüler, die sich besonders vor dem Verhören zu fürchten hatten, waren die Chewrabachurim. Dieses sind nämlich die armen und bedürftigen Bachurim, die von den verschiedenen, von den reicheren Mitgliedern der Jeschiwah und der Gemeinde erhaltenen Wohlthätigkeitsvereinen (Chewras) Unterstützungen erhielten. Diese konnten ihnen, im Falle sie einigemal beim Verhöre durchgefallen, theilweise und manchmal sogar gänzlich entzogen werden. Es exfftirten und bestehen noch heute folgende Wohlthätigkeitsanstalten in der Jeschiwah: 1. Die Chewras Habachurim, von welchem Vereine die erwachsenen armen Rabbinatsschüler zeitweilig Geldunterstützungen und die kleinen, jüngeren Rabbinatsschüler, die noch einen Chasorbochur, einen Corepetitor benöthigten, das monatliche Honorar für denselben erhielten. Dieser Verein wurde gewöhnlich, im Gegensätze zu den anderen kleineren weniger Mittel besitzenden, „große Chewra" genannt. Die zweite Chewra war der Verein „Mesaunaus Habachurim". Von den Beiträgen dieses Vereines wurden in einer jüdischen Drakterie 70—80 arme Bachurim dreimal in der Woche, am Montag, 1) Verschiedene Meinungen der Commentatoren.