Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1893)
- Date
- 1893-02-27
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXIV. Jahrgang. Mette Beilage ju M 17 des „Israelit^. Leitender Artikel. Wettfriede und Iudentßum. von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen). VIII. Wenn die Israeliten nach den sechs Werktagen am Sabbat in die Synagoge zum Gebet kommen, da spricht Gott: Meine Kinder, erhebet Euere Stimme und saget zuerst an, ob Einigkeit unter Euch herrscht, ob Ihr einander nicht feindlich seid, damit die Ankläger nicht sprechen, Ihr handelt nicht im Sinne meiner Lehre, die den Frieden will. (Rabbah z. hohen Lied.) *) Es ist nicht nur gottgefällig allein, sondern auch für die Menschen ehrenhaft, jedem Srreit fernzubleiben. (Sprüche 20, 3.) Unter den vier Gewächsarten, die am Sukkothfeste zuni Feststrauß gebunden werden, befinden sich zwei, die Früchte tragen und zwei, die keine Früchte tragen, sie müssen miteinander verbunden werden, sonst hat man die religiöse Pflicht nicht erfüllt; auch Israel hat seiner Aufgabe nur dann entsprochen, wenn Einigkeit unter ihm waltet, wenn die Wohlhabenden, deren Mühen Früchte getragen, sich Eins wissen mit ihren Brüdern, deren Arbeit ohne Erfolg geblieben und die daher auf Unterstützung ihrer bemittelten Genossen angewiesen sind, denn aus Einigkeit ist die Welt gegründet (Minachoth 27)*) und Gottes Name wird dadurch verherrlicht. (Das.)b) Der Bestand der allgemeinen Ordnung ist nur durch solche Menschen verbürgt, die sich von aller Zwistigkeit fernhalten. (Chulin 89.) Z In welcher Weise jeder Schein vou Feindseligkeit vermieden werden soll, geht aus Folgendem hervor. Die Gotteslehre befiehlt, Du sollst nicht rachsüchtig sein. Was heißt rachgierig? Wenn Einer kommt und sagt, borge mir Deine Axt, darauf erwiederst Du, nein. Morgen kommst Du;—’C’ rww cnsN^on C’poiy ^"»sr i U2 cm pcin n "cpn , nc:cn mcP D't>*2i cts’ce'e ncirci ncN’ riT tn n; wje'p nPc conyi um noPip irran . rcn mc) ro C'pDi>* pNcnP nn;ff mm ir‘nc;no '2i m-rs iw pm '3 2>P2E' qu’E h (2 xxi niTE prij? 'ppip; vm nn’D pEnyn mTE iwy iniui "icsjC* rns mutfc p'2 vmü' ly mcm 'c Nyr d“n vrvr “v nwsrr.c pn-kt pi . 0*2 mruc) mc by . nnN .tsund p'2 phn “t;n ywy pE* n"cpn ntyno mcv (3 . (CE') nyE’c -csy cmr »cc D"pnc D^iyn (4 .(n"E r^n) nc’ic und verlangst von ihm eine Axt geliehen und er sagt, ich leihe sie Dir nicht, weil Du mir die Detnige auch nicht geliehen hast, das ist Rache. Was heißt Feindseligkeit im Herzen bewahren? Dein Nächster ersucht Dich um eine Gefälligkeit, Du verweigerst sie ihm. Morgen aber kommst Du zu ihm und verlangst dieselbe Gefälligkeit und er gewährt sie Dir mit den Worten: Obwohl Du mir gestern meine Bitte verweigert hast, ich gewähre Dir die Deine dennoch und bin besser als Du, das heißt die Feindseligkeit bewahren. (Joma 22 d.)^) Wenn das schon Feindseligkeit heißt, umsomehr daß man sich in Acht nehmen soll vor wirklichem Haß und Zwist. Darum lebe friedlich mit Deinem Nächsten, trachte Dich überall beliebt zu machen und gefällig zu zeigen, dem Menschen wie Gott gegenüber (Sprüche 3), denn Du hast die Pflicht, die Gebote der Nächstenliebe ebenso streng zu erfüllen, wie die Gebote der Gottesfurcht und Seiner Verehrung. (Jeruschalmi Schekalim 3.)6) Wir haben bisher ausgeführt, daß jede Friedensstörung im allgemeinen verwerflich ist, nun wollen wir untersuchen, wie sich das jüdische Schriftthum der Friedensstörung der herrschenden Gewalt und der st a a t l i ch e n Obrigkeit gegen übe r verhält. Jede Friedensstörung in der Gesellschaft untergräbt allmählig auch die staatliche Autorität. Der Beweis dafür liegt nahe genug. Der Nationalitätenhader, der confessionelle Streit, der Rassenhaß unserer Zeit bestätigt dies vollkommen. Die höchsten Würdenträger, der Richterstand, die Regierung, alles wird verdächtigt. Die heiligsten Güter werden irr den Straßenkoth hinabgezerrt und den niedrigsten und verwerflichsten Zwecken dienstbar gemacht; nichts wird geschont, nichts geachtet, der Jüngling bläht sich stolz auf gegen den Greis, der Geringgeschätzte gegen den Vornehmen, allenthalben Gährung, Zerrüttung, Zerklüftung, Zwietracht, Streit und Spaltung und wenn nicht mit gewaltiger Faust, mit mächtigem Arm, mit eiserner Willenskraft diesem Treiben bald Einhalt geboren wird, da ist es nicht mehr ferne und in dem Staatsgebäude wird ein unheimliches Knistern vernehmbar, es zeigen pcrrp m’Ntrn “tn nD’pj m’BJ nwi.no’pj n;;N <5 in*? “onnp uPwn ine1-? w? s"n pp.r: Vrwn Vn rvrtu mw ncp: x;n 17 uppneti --•'22 nEny ~rn pSjc u^neti mm -xs . (2" 5? ,2“2 MOV) PTC: N71 " ULMETS nPe* msm “■■'SE’ thd rmcn ein“ 7m m; . (7 p"!C D'bpE' cipcr. ’T