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Der Israelit · 1893-02-23 · Heft 16 (23.2.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 16 (23.2.1893)
Date
1893-02-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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287 zu berathen, was zur Milderung der n->u zu thun sei, so läge doch nichts näher als die uns Allen geläufige Wahrheit: rmn jm m p-ropö npnsri nrron „Rückkehr, Gebet und Pflichttreue beseitigen das Schlimme jedes Verhängnisses. —" Unter den zahllosen Mitteln zur Bekämpfung des Antisemitismus sind wir diesem seit Jahrtausenden bewährten, jüdischen Hausmittel noch nicht begegnet. Und doch lohnte es sich einmal, die Probe mit ihm zu machen. Und wenn es auch nicht die mu selbst weghöbe, wenn es ihr nur den Stachel, mun yn, nähme, wäre das nicht ein unendlicher Gewinn? Zurückgekehrt zu uns selber, zu unserer Lebenspflicht, zu unserer Geschichte und ihren Trägern, unseren Vätern, würden wir uns an ihrem Beispiel erheben und aus ihrem Leben Rath suchen und finden für das, was uns Roth thut. Sie hatten schwerere nnw zu ertragen als ihre Kinder und Enkel, und sie verloren doch nicht die Ruhe und die Besonnenheit, ja sie büßten ihre Lebens- Heiterkeit nicht einmal ein, obwohl sich eine ganze Welt gegen sie verschworen hatte, um ihnen das bloße Dasein zu verkümmern. Was hielt sie aufrecht? Wir griffen zu unserem zweiten Talisman, zum Gebete, vertieften uns mit der alten Innigkeit in unsere Tefillo, in welche die Väter ihr Glück und ihr Weh aushauchten, und fanden dort auf jeder Seite, was wir suchen. Was den Vätern beigestanden hat? D^iyö Nin nnN u,rva>« miy. „Der Beistand unserer Väter warst Du von jeher, bist auch Schild und Helfer ihren Kindern nach ihnen in jeder Zeit. In der Höhe der Welt ist zwar Deine Stätte, aber Dein Recht und Deine Gerechtigkeit reicht bis an die Enden der Erden. Glücklich der Mann, der Deinen Geboten gehorcht, der Deine Thora und Dein sie deutendes Wort sich zu Herzen nimmt." Mit diesem aus dem wahren, innigen Gebete erblühenden Vorsatz zur Pflichttreue, wird Gott unser Herr und Helfer, der uns nirgends sonst Schutz und Hilfe suchen läßt, der uns mit der beglückenden Wahrheit ausstattet : ihn nti nna pdn „Du bist in Wahrheit der Herr deinem Volke und der mächtige König, der ihren Streit führt. Du bist in Wahrheit das Erste, Du das Letzte, außer Dir haben wir keinen König, der erlöst und hilft." Das hat sich bereits in den ersten Anfängen unserer Geschichte bei der Erlösung aus dem ägyptischen Sclavenloos bewährt, das läßt uns noch heute Deiner uns verheißenen Erlösung hoffen: Aeitungsrtachrichte« «mb Correspoudenzerr. Deutschland. Z. Aus Süddeutschlaud. Mehrere Zeitungen registriren die Namen derjenigen Herren, welche der bekannten „Erklärung der deutschen Rabbiner" nicht beigetreten sind. Es erscheint deßhalb nicht überflüssig, die Motivirung des Standpunktes dieser Rabbiner hier mitzutheilen. Dieselben hatten, wie wir erfahren, sich gegen die Fassung der Erklärung ausgesprochen, weil die Göttlichkeit und ewige Verbindlichkeit derschriftlichen und mündlichen Lehre, die ein unzertrennliches Ganzes bilden, in derselben nicht so präcisirt war, daß jedes Mißverständniß ausgeschlossen erschien. Dieses vom Standpunkte des gesetzestreuen Judenthums gerechte Bedenken gegen die Fassung der Erklärung, das mancher der Unterzeichner, wenn er darauf aufmerksam gemacht worden wäre, wohl getheilt hätte, hat bereits seine volle Bestätigung gefunden durch die Deutung, welche nach dieser Seite hin der „Erklärung" im preußischen Landtage, sowie in der judenfreundlichen, wie antisemitischen Tagespresse gegeben wurde. Auf diesem glaubenstreuen Standpunkte der Gl eich Wichtigkeit der mündlichen mit der schriftlichen Lehre, wie sie im Talmud niedergelegt und im Schulchan Aruch codificirt ist, stehend, wissen sich selbstverständlich die der Erklärung nicht beigetretenen Rabbiner vollständig einig mit allen deutschen Rabbinen bezüglich der Sittenlehre des Judenthums, wie sie in jener Erklärung ausgesprochen ist, sowie der Verpflichtung der Israeliten zur aufrichtigsten Treue gegen das Staatsgesetz und zur aufrichtigsten Liebe der Gesammt-Menschheit gegenüber. Berlin, 7. Februar. Die Kriminalstatistik des kaiserlichen Statistischen Amtes, welche jahrgangsweise die wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze Verurtheilten nach persönlichen, örtlichen und konfessionellen Gesichtspunkten zusammenftellt, ist für 1890 soeben erschienen. Der Religion nach waren 1890: a b Evangelische 22!,446 1038,8 Katholische 150,853 1238,1 Ueberhaupt Christen 372,644 1108.9 Juden 3,546 867,4 Die Juden sind also an den kriminalistischen Verstößen nur mit 867,4 von 100,000 Köpfen am wenigsten betheiligt, um 171,4 weniger als evan-

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