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Der Israelit · 1893-02-16 · Heft 14 (16.2.1893) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 14 (16.2.1893)
Date
1893-02-16
Page
– (sequence 25)
Language
German
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61 Die Kolonisation Palästinas. -< I ..-' Industrie in Palästina. (IV. Fortsetzung.*) - -«-- Zunächst wäre für den einheimischen Markt zu arbeiten, dann aber die Ausfuhr nach Beirut und Alexandrien, die beide enorme Märkte für Baumwollwaaren sind, in Betracht zu ziehen. Dem Europäer gegenüber wäre man jederzeit im Vorth eil: 1. durch 8pCt. Zoll; 2. durch die Gesetze in der Türkei, die auf Geschäfte und industrielle Unternehmungen gar keine Steuern erheben; 3. durch die ausserordentlich billigen Löhne, zu denen die Juden, gestützt auf das billige Leben Palästinas und grössere Intelligenz, arbeiten könnten. Wo und wie hinaus? Mit den besprochenen vier Industriezweigen ist die Zahl der Unternehmungen natürlich noch nicht erschöpft, welche sich in Palästina anlegen liessen als breite und sichere Unterlage für die Ansiedelung grosser Massen unserer Glaubensge¬ *) 8. Nr. 462. nossen im heiligen Lande. So zum Beispiel ist die Möglichkeit wohl gegeben, die Rohstoffe alle, welche zum Export gelangen, vorerst im Inlande selbst zu verarbeiten, und umgekehrt liessen sich die aus dem Auslande eingeführten fertigen Fabrikate im Lande selbst her stellen. Die Frage „Wo hinaus?1' ist nicht jetzt neu entstanden, sondern haben unsere Glaubensbrüder im Osten sich schon seit einem Jahrzehnt unausgesetzt mit ihr beschäftigt. Diese Frage wird von sechs Millionen Juden, der überwiegenden Mehrheit und dem Kern des ganzen Judentums in einer W eise beantwortet, welche sich in Uebereinstimmung befindet mit der Geschichte des jüdischen Stammes, seinen Neigungen und seinen religiösen Empfindungen und Hoffnungen. „Palästina“ lautet die Lösung dieser Frage, das ausgegebene Losungswort ruft die auswandernden russischen Juden zurück nach dem Orient, nach der W iege unseres Stammes, der Geburtsstätte jüdischer Kultur. (Fortsetzung folgt.) Alliance Israelite Universelle. Elementarschulen und Lehrlingswerk. Bagdad. — Auszug eines Berichtes des Herrn M. S o m e k h , Directors der Schule der Alliance, über das Lehrlingswerk in dieser Stadt. Ich bin glücklich, Ihnen mittheilen zu können, welche reichen Erfolge das Lehrlingswerk in Bagdad gehabt hat. Sie wissen, dass wir augenblicklich zu der Anfertigung des neuen Mobiliars für unsere Schule schreiten; ich habe daran gedacht, mich wegen dieser Arbeit an israelitische Tischler zu wenden, die verwendbarer sind als ihre muhamedanischen Collegen. Ich war angenehm überrascht, darunter wahre Meister zu finden, die die muhamedanischen Tischler weit hinter sich lassen. Es sind dies ehemalige Lehrlinge, die unter i der Aufsicht der Alliance herangebildet wurden. Sie haben mit ebensoviel Geschmack wie Erfolg die 50 Tischbänke verfertigt, welche wir benöthigten. Jedermann giebt zu, dass die geschicktesten muhamedanischen Tischler der Stadt sie nicht besser gemacht hätten. Diese Klasse israelitischer Handwerker beläuft sich wenigstens auf 60, welche wieder eine dreifache Anzahl junger Lehrlinge beschäftigen. Sie sind Kunsttischler und Zimmerleute zugleich, da die Arbeitsteilung in Bagdad unbekannt ist, aber das hindert nicht, dass sie in beiden Handwerken eine gleich grosse Geschicklichkeit besitzen. Die meisten verdienen 3 bis 4 Frs. täglich, und da sie nüchtern und sparsam sind, bringen sie es oft zu sehr namhaften Ersparnissen. Ein glücklicher Industriezweig ist die Schuhmacherei. Die israelitischen Schuhmacher, welche gleichfalls durch die Bemühungen der Alliance herangebildet wurden, sind die I besten der Stadt. Sie sind viel zahlreicher als

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