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Der Israelit · 1893-02-16 · Heft 14 (16.2.1893) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 14 (16.2.1893)
Date
1893-02-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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259 fungirt habe, habe sein Gutachten von dem bestraften Aron Briemann anfertigen lasten. Redner geht auf den Prozeß etwas näher ein. Der „Jndenspiegel" von Justus d. i. Briemann, ist veröffentlicht und vom — „Westfälischen Merkur" gelobt worden. Der „Westfälische Merkur" wurde daraufhin angeklagt wegen Aufreizung der Christen gegen die Juden. Dr. Ecker erstattete ein Gutachten. Sollte er sich wirklich von dem Verfasser des „Judenspiegel" das Material dazu haben geben lassen? Nachträglich hat Dr. Eckert eine Schrift „Der Judenspiegel im dichte der Wahrheit" geschrieben, in welcher er dem Justus (d. i. Briemann) nicht in allen Punkten beitrat. Er hat dabei Briemann befragt und mit ihm den Talmud studirt, aber schließlich seine eigene, zum Theil von Briemann abweichende Meinung kundgegeben. Selbst wenn Briemann ein schlechter Mensch sein sollte, können seine wissenschaftlichen Kenntnisse große sein. Redner beruft sich auf die telegraphische Auskunft des Dr. Ecker und untersucht dann die Frage, ob dann der Schulchan Aruch maßgebend sei für die Juden. Das scheint ihm daraus hervorzugehen, daß die Rabbiner sich bei ihren Entscheidungen immer darauf berufen Im Gegensatz zu der Erklärung der Rabbiner, die gestern veröffentlicht sei, stellt er fest, daß das Wort „Äkum" auch auf Christen angewendet werde. Daß Dr. Ecker sich seinen Professortitel durch eine fremde Arbeit erschlichen habe, soll irr einem Wiener Prozeß festgestellt sein. Ich habe nichts weiter ermitteln können, als daß Professor Rohling diesen Prozeß gegen Bloch in Wien auf Befehl der Regierung aufgeben mußte. Die Akten dieses Prozesses sind aber veröffentlicht. Das Buch war mir nicht zugänglich, aber Sebastian Brunner, ein bekannter Antisemit, wußte von dieser erwiesenen Erschleichung des Professortitels nichts. In den Schriften der jüdischen Schützt, uppe heißt es, daß der Ritualmord kein Märchen sei, der x es würden Menschen geopfert, freilich nicht Christen von Juden, sondern Juden von Christen. Redner erklärte, daß er an den Herausgeber geschrieben, um den Beweis der Wahrheit zu verlangen. (Zuruf Rickerts: Ironie!) Das hat der Herausgeber nicht gesagt; er hat aus den Judenmord in Alexandrien hingewiesen und hinzugefügt, daß der Sinn des Satzes sich leicht ergebe. Herr Rickert meint also, das sei nur ein schlechter Witz. (Gelächter und Heiterkeit.) Der Minister sollte der Kommission, der die jüdischen Religionsbücher übergeben wurden, auch aufgeben, zu untersuchen, ob der Schulchan Aruch maßgebend für die Juden sei bei ihrem Vorgehen gegen die Akum, d. h. die Christen. Daß jeder Jude alles thut, was ihm danach erlaubt ist, ist nicht gesagt. Die Juden wissen ja. daß es auch ein Strafgesetzbuch gibt, das sie mehr zu fürchten haben, als den Schulchan Aruch. (Zuruf Rickerts: Darnach kann ja die Debatte recht schön werden!) Hieraus wird die weitere Debatte abgebrochen. Zeitungsnachrichten und Correfpoudeuzeu. Deutschland. K. H. Frankfurt a M Der Aufruf zur „Purimspende" für das „Deutsch-Israelitische K in d e r h eim" in Diez ist jetzt versandt. Die Verwaltung des Kinderheim darf sich wohl der Hoffnung hingeben, daß die Berheiligung in diesem Jahre hinter der der vergangenen Jahre nicht nur nicht zurückstehen, sondern dieselbe noch übertreffen wird. Sind ja die Leistungen dieses wohlthätigen Instituts, das jetzt 19 Kindern aus allen Theilen des deutschen Reichs Wohnung, Kleidung, Kost, Erziehung und Unterricht bietet, hinlänglich bekannt. Es ist nicht ein Versuch, für welchen eine Unterstützung erbeten wird, es ist eine Wohlthäügkeitseinrichtung, die sich seit Jahren bewährt hat; jeder, der spendet — und es werden ja nur kleine Gaben erbeten — weiß, wofür er spendet, weiß, daß sein Geld gut verwendet ist. Die „Purimspende" bildet aber eine der Hauptquellen für die Erhaltung dieser Anstalt, und so werden die Freunde derselben gewiß nicht aufhören wollen, diese Quelle in gutem Stande zu erhalten, zumal die Ansprüche an die Anstalt und die Kosten derselben sich stetig steigern. PT E n j c t fl e n. 'ü wr- Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. S.&D.LÖWENTHflLSilberwaaren J075 Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. Cultusgegenstände. eivsth. Für eine Waise, große, stattliche Erscheinung, Ende 20er, einfach erzogen, religiös, durchaus tüchtig im Haushalt, wird passende Parthie gesucht. Wittwer nicht ausgeschlossen. Gute Aussteuer und einige Tausend Mark Mitgift. Offerten unter H. K. 1196 befördert die Expedition dieses Blattes. 1272 heirath. Ein junger Mann, 27 Jahre alt, streng relig. Eharacters, welcher ein selbstständiges Geschäft in einer preuß. Provinzial-Sladt betreibt, wünscht sich Jnit einer Dame gleichen Alters, auch Witlwe nicht ausgeschl., die über ein Baarvermögen Won 8—10,000 Mark verfügt,"baldigst zu verheirathen.i ■,-®' Offerte» mit Photogr. find unter Chiffre „Eser" 1243 an die Exp.^d. Bl. zu richten.

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