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Der Israelit · 1893-02-06 · Heft 11 (6.2.1893) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 11 (6.2.1893)
Date
1893-02-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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m drückten Lage, in der sich die Juden damals befanden, nicht zu verwundern ist. In religiöser Beziehung bringen Jehuda Halevi's Gedichte alle Beziehungen der Seele zu Gott zum entsprechenden Ausdruck. Manchmal kommt es uns vor, als wollte die Seele in den Himmel hineinfteigen, um das Wesen Gottes zu schauen. Bemerkt sei schließlich noch, daß Prof. vr. Kaufmann die Herausgabe der Heller'schen Gedichtsammlung besorgt und ihr ein schwungvolles Vorwort mit ans den Weg in die Oessentlichkeit gegeben hat. (Allg. Ztg., München) Zeitungsnachrichten und Korrespondenten. Rumänien. Bukarest, 29. Januar. Kommenden Samstag, 4. Februar, Mittags, wird unser erlauchtes Kronprinzenpaar, das erst vor einigen Tagen in Sigmaringen den Bund fürs Leben geschlossen hat, seinen feierlichen Einzug hier halten und werden schon in allen Häusern Vorbereitungen zu einem würdigen Empfange des erlauchten Paares getroffen. Selbstverständlich werden auch hierin die Israeliten Bukarests ihren christlichen Mitbürgern nicht nachstehen und gleichfalls ihre Häuser mit den Landesfahnen, theilweife auch mit den Bildnissen des erlauchten Paares schmücken. Aus den Provinzstädten sind schon mehrere jüdische Huldignngsdeputationen hier anguneldet, und werden auch sonst zahlreiche Israeliten hier eintreffen, um Zeugen des festlichen Einzuges sein zu können. Anläßlich des Einzuges, der gerade um die Mittagsstunde stattfindet, wird wahrscheinlich der Beginn des sabbatlichen Gottesdienstes auf eine frühere Stunde verlegt werden. -£» Vermischtes. Aldenhoven bei Jülich. Am rot: starb im 86. Lebensjahre, der als p'"ill und Ton weit über das Weichbild seines Wohnortes geachtete und geschätzte Herr Veith Feiber, 48 Tage nach seiner ihm in den Tod vorausgegangenen und 48 Jahre mit ihm vereint gewesenen Gattin Rachel Feiber, geb. Scheuer, über deren echt jüd. und frommes Leben an dieser Stelle berichtet worden. Der Verblichene verdientes nicht minder, daß ihm in diesen weit verbreiteten Blättern ein Denkmal gesetzt werde. Er war.ein Jehudi in des Wortes edelster Bedeutung. tyiDi Q’OH "^ln VD’ 73 pis, der sich immer eines streng redlichen Lebenswandels beflisien, Recht und Gerechtigkeit übte im Handel und Wandel, freundlich und wohlwollend war gegen jedermann, theilnehmend in Freud und Leid, nsoj n7 H7ij;i l’nBBQ, besten Lippen nie ein unlauteres Wort entschlüpfte und dessen ganzes Streben auf die Erwerbung eines 3ii3 dl? gerichtet gewesen, was er auch bemüht war, seinen Kindern zur Lebensregel zu machen. Die Krone seiner Frömmigkeit, von der er von seiner Jugend auf durchdrungen war, war seine Demuth, sein einfaches und bescheidenes Wesen. Sein ganzer Lebenswandel war ein Dt^n ti'H’p. Darum auch erfreute er sich gleicher Beliebtheit bei seinen Glaubensgenosten, wie bei Nichtisraeliten. — Im Trauerhause und am Grabe gab Herr Lehrer Blumenthal aus Deutz in zu Herzen gehenden Worten vor versammelter Gemeinde und viele Auswärtigen, die herbeigeeilt waren, .um dem Todten die letzte Ehre zu erweisen, der Bedeutung des Verstorbenen beredten Ausdruck. Möge die Zahl derer, die ihm gleichen, sich vergrößern zum Segen für Israel! .ü’Tin ">ns3 mns mOE'J Nnn .]on .tn-w’ ’p/N 'n nj/D notw lmrapo ’nm Kolberg Dem neunzehnten Jahresbericht über die Verwaltung des jüdischen Kurhospitals riNiEn no im See-, Sool- und Moorbade Kolberg im Jahr 1892 entnehmen wir: Trotz des drohenden Nothstandes, des Russischen Hilfswerks und der überaus schlechten Erwerbsverhältnisse, trotzdem die öffentliche Wohlthätigkeit im laufenden Jahre nach allen Richtungen hin in einem ganz ungewöhnlich hohen Maße und über Gebühr in Anspruch genommen war, — trotz alldem sind wir am Schlüsse dieses Jahres in der erfreulichen Lage, mit besonderer Befriedigung feststellen zu können, daß die warme Theilnahme an der segensreichen Wirksamkeit unserer Heilanstalt nicht erkaltet ist, vielmehr sich durch Spenden zahlreicher Menschenfreunde in Nah' und Fern' von Neuem glänzend bewährt und bewiesen hat. Nur an einer Einnahmequelle, an den „laufenden Jahresbeiträgen", ist das Zeichen der Ungunst der Zeit nicht zu verkennen, indem dieser Einnahme Posten zum ersten Male seit dem Jahre 1875 keinen Fortschritt, sondern einen Stillstand zu verzeichnen hat. Alle übrigen Einnahmequellen aber sind hinter denen der Vorjahre nicht bloß nicht zurückgeblieben, sondern haben zum Theil auch noch einen Zuwachs erfahren. Die nächste Folge hiervon war, daß wir in der glücklichen Lage uns befanden, die Zahl der armen und zugleich kranken Pfleglinge unseres Hauses wiederum ein wenig zu vermehren, und dieses wäre noch größer gewesen, wenn nicht das drohende Gespenst der Cholera-Seuche uns gezwungen hätte, uns Beschränkungen aufzuerlegen. Die Anstalt wurde am 31. Mai eröffnet und am 29. September geschlossen. In diesem Zeitraum fanden 126 würdige, arme und zugleich kranke Personen 3 mehr als im Vorjahre) zum Zwecke einer Sool- und Seebadekur gastliche Aufnahme und empfingen ganz unentgeltlich die ihnen angemessene Verpflegung und ärztliche Behandlung. Arzneien, Bäder und sonstige Kurmittel. Es wurden bei unseren Pfleglingen 3812 Verpflegungstage gezählt, und es ergibt sich demnach für jeden einzelnen Pflegling durchschnittlich eine Kurperiode von mehr als 30'U Tagen; im einzelnen bewegte sich jedoch die Kurzeit zwischen 15 und 56 Tagen. Außer den Verpflegungstagen der Pfleglinge wurden bei dem besoldeten Dienstpersonal noch 623, — demnach im Ganzen 4435 Verpflegungstage verzeichnet. Die Aufnahme der Patienten war zum großen Theil von Privatpersonen, zu einem überwiegend großen Theile aber von Gemeinden, öffentlichen Korporationen und Vereinen, von Krankenhäusern, Schulen, Waisenerziehungs- Anftalten und Vereinen und von Ferienkolonien beantragt. Die Anzahl der in unserer Badeanstalt unentgeltlich verabreichten Soolbäder betrug 2499, wovon 1921 auf die Pfleglinge unseres Hauses und 578 auf arme Personen entfallen, die unserer Anstalt nicht angehört haben. In den Städtischen Badeanstalten wurden von unseren Pfleglingen 667 Seebäder genommen, die auf Antrag des Vorstandes unentgeltlich verabreicht wurden, wofür wir an dieser Stelle den städtischen Behörden unfern ehrerbietigen Dank zum Ausdruck bringen. Wochen - Kalender. Freitag, l0. Februar, 24. Schebat. Sabbat-Anfang 4 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 11. Februar, 25. Schebat. tY3!3 "bpw 'EJ D’EDSttfE Sabbat-Ausgang 5 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr.)

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