Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1893)
- Date
- 1893-01-26
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Notiz. Südamerika* Ueber das künftige Verwaltungssystem der neben den bereits bestehenden, noch in nächster Zeit zu gründenden Baron H irsch’schen Kolonien in Argentinien werden die nachstehenden, uns von competenter Seite zugehenden Mittheilungen von allgemeinem Interesse sein. Den Kolonien soll eine vollständige Autonomie gewährt werden. Niemand aus dem Personal der Kolonisations-Gesellschaft darf sich in die inneren Angelegenheiten der Niederlassung einmischen. Die Delegiiten, welche jetzt von jeder Auswanderergruppe behufs Besichtigung der zukünftigen Ansiedelungsplätze zur Errichtung der Kolonien, bis zur Ankunft der Ansiedler gewählt werden, sollen später als Dorfälteste in den betreffenden Kolonien fungiren, an der Spitze der Dörfer jedoch soll ein sogenannter Dorfausschuss fungiren, dem die wirtschaftliche Geschäftsleitung, wie auch die Verwaltung des polizeilichen, sanitären und unterrichtlichen Ressorts obliegen wird. Jede 5 oder 10 Kolonien bilden eine Gemeinde, die vom Gemeindechef oder Inspektor verwaltet wird, der seinerseits unbedingt einer höheren agronomischen Ausbildung theilbaftig sein muss. Seine Hauptaufgabe ist, über die rationelle Führung der Wirtschaft in der ihm anvertrauten Gemeinde zu wachen. Er hat auch die Oberaufsicht über das Polizei- und Gerichtswesen zu üben, dergestalt die höhere Instanz bildend. In jeder Gemeinde (von 250 oder 500 Familien) wird ein Gemeindearzt, sowie eine Apotheke und eine Hebamme sich befinden, desgleichen ausserdem in jeder Kolonie ein Chirurg und eine kleine Apotheke. Die Hauptverwaltung aller Kolonien wird sich in der argentinischen Residenz Buenos-Ay res befinden und die höchste Instanz ausmachen. Die Hauptverwaltung wird einige Abteilungen besitzen, welche jede ihr Ressort zu leiten haben wird. Die eine Abteilung hat die Leitung des wirtschaftlichen Theils in Händen, die Ausgabe von Geldern zur Bestreitung der Koloniebedürfnisse, sowie den Empfang der einlaufenden Summen zur Deckung der von den Kolonisten gemachten Schulden. Die zweite Abtheilung befasst sich mit dem gerichtlichen Theil, und entscheidet die internen Angelegenheiten einzelner Personen und Kolonien inappellabel. Allgemeine Verbuchen krimineller Natur werden selbstverständlich der Entscheidung der Regierungs-Justizinstitutionen unterbreitet. Die dritte, technische Abtheilung, an deren Spitze Fachmänner von Beruf stehen, wird das Bau- und Kommunikationswesen verwalten. Die vierte, sanitär-medizinische Abtheilung funktionirt unter der Oberleitung des Hauptarztes aller Kolonien. Die fünfte Abtheilung wird den religiösen und unterrichtlichen Theil inspiziren, und die sechste endlich das Polizeiwesen und die Milizbedürfnisse überwachen. Alle Personen, welche die Administration ausmachen, werden unbedingt aus den jüdischen Auswanderern Russlands gewählt werden,und ist gegenwärtig der Bevollmächtigte des Barons Hirsch, ein Herr Falnberg, in den südlichen und westlichen Gouvernements Russlands dahin thätig, die für die Kolonien in s Auge gefassten Elemente einer sorgfältigen Prüfung und Auswahl zu unterwerfen. Als Grundlage der Selbstverwaltung der Kolonien ist das Prinzip der solidarischen Garantieleistung und Verantwortung genommen worden. Briefkasten. Frau 8. II. in H. Die 10 M. habe ich der tief bedauernswerthen Familie G. M a n n h e i m e r in Himmel stadt zugewendet; eine bessere Verwendung hätten sie gewiss nicht finden können. Von den vielen in den „Sp enden-Verzeichn issen“ vertretenen hochedlen Zwecken lege ich Ihnen die Rubriken III, V und XIII ganz besonders warm an s Herz. Ich hoffe und wünsche, öfters etwas von Ihnen zu hören. — Lehrer B. H. in A. Es ist das erste Mal, dass Sie mich mit einer Sendung für p'TiS erfreuten, es war aber auch die erste Sendung aus Belgien überhaupt. Vielleicht könnten Sie in A. n^n-Büchschen einführen? Ich würde Ihnen dieselben gratis und frei zusenden. 8. B. in E. Von den erhaltenen 20 M. habe ich 10 für die russischen Flüchtlinge in Jerusalem und Jaffa verwendet, womit ich Ihrer und der Frau B. Intention entsprochen zu haben glaube. — Rabb. Dr. 8. in 8. pniD ]W ttHpn Im Namen der A. bitte ich Sie recht innig, wenn ein Wiedererzielen der früheren ansehnlichen Beiträge unmöglich sein sollte, wenigstens eine weitere Abnahme derselben zu verhindern gütigst bemüht sein zu wollen. Recht freundlichen Gross! M. A. in HL Für Ihre reiche Spende besten Dank! Gar viele Thränen werden dadurch getrocknet, gar manche Sorgen beseitigt, und des Himmels reichster Segen Ihnen dafür zu Theil werden. H. P. in O. Beachten Sie gütigst die blau angestrichene Notiz in der Ihnen zugesandten Nummer der „Spenden-Verzeichnisse“, und lassen Sie künftig viel mehr als bisher von sich hören. Freundschaftlichen Gross! Bitte r lat der Nothstand unserer Brüder im heiligen Lande das ganze Jahr hindurch ein sehr beklagenswerther. so steigert sich derselbe noch bedeutend beim Herannahen des Pessach - Festes. Um Veranstalten von besonderen 8amm langen zum Beschaffen von niiffi und anderer Lebensmittel zur unnn ]DT für die Nothleidenden im Lande der Väter bittet darum innigst Dr. A, Salvendi. Alliance Israelite Universelle. Um baldgefällige Einsendung der rückständigen Beiträge pro 1892 bittet hötlichst alle bei ihm eingeschriebenen Mitglieder und Local-Coniitßs. Dr. A* Salvendi. Druck der joh. WTrth’schen Hofbn chdruckerei, Actien-Gesellschaft, Mainz.