Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1893)
- Date
- 1893-01-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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144 sich der hohen Bedeutung bewußt sein, welche der Besetzung dieser Stelle zukommt und möge der rechte Mann an die richtige Stelle kommen. Rußland. Rußland. Ein Rundschreiben des Ministeriums des Innern ist an alle Gouverneurs und deren Unterorgane ergangen, in welchem eine strenge Beachtung der am 10. Juli 1865 und 3. Mai 1882 herausgegebenen Gesetze zur Schmälerung der Rechte, hauptsächlich der Besitzrechte der Juden anbefohlen wird. Zugleich wird aufgegeben, alle Pachtverträge über unbewegliche Güter mit Juden, die nach dem 3. Mai 1882 abgeschlossen worden sind, zu vernichten. Ueber die Juden scheint nun auch der Zwang der russischen Sprache in Anwendung kommen zu sollen. Im Nikolai-Gymnasium zu Liebau soll von diesem Jahre ab das Russische zum Unterricht in der jüdischen Religion eingeführt werden. — P a l ä st i n a. Jerusalem, 6. Januar. Allgemeine tiefe Trauer verbreitete sich in der heiligen Stadt und Seufzer und Wehklagen ertönten in ihr, als sich die schmerzliche Nachricht verbreitete, daß der jwn-i, Chacham Baschi, Rabbi am 14. nätD in ein besseres Jenseits eingegangen ist. Arbeitseinstellung in und außerhalb der Stadt wurde angeordnet, die Läden und Lehrhäuser wurden geschlossen und eine große Menschenmenge sammelte sich um das Trauerhaus. Oberrabbiner hielt im Sterbegcmache ein Mi Stunden dauerndes nvon, das alle Anwesenden zu Thränen rührte. Die Todesnachricht wurde dem Pascha und den Konsuln übermittelt, die sich auch offiziell durch ihre Beamten an dem Leichenbegängnisse vertreten ließen. Dem Leichenzuge voran gingen die Schüler der Talmud-Thoraschulen der Sephardim und Aschkenasim, die Hörer des ]vy ynn Torva mit ihren Lehrern an der Spitze, ebenso die Schüler der Allianceschule, alle brennende Kerzen in der Hand. Bevor sich der Leichenzug, dem sich an l 0.000 Personen anschlossen, in Bewegung setzte, wurde von Rabbiner n^tq *pv am Trauerhause und vor dem Eingänge der Synagoge der Sephardim von Rabbiner Nissim Baruch und an drei andern Stellen von drei weiteren Rabbinen Trauereden gehalten. Der Verstorbene erreichte das hohe Alter von beinahe 97 Jahren, war an 40 Jahren Rabbiner, 12 Jahre Oberrabbtner und 8 Jahre mit der Würde eines Chacham Baschi bekleidet. Er vereinigte in sich viele hohe, edle Eigenschaften; gut, gerade und gottesfürchtig hatte er das ernste Streben den Stand seiner Gemeinde zu bessern. Von Herrn Selig Hausdcnsf wird uns unter dem 23 hdb mitgerheilt, daß Rabbi Menachem Auerbach, Enkel des berühmten Meir Auerbach y'si, also ein Aschkenasi, vom Vorstande der Sephardimgemeinde neuerwählt wurde, das nson in deren Synagoge abzuhalten, eine Begebenheit, die vordem in der tnpn *yy noch nicht vorgekommen und die einen sichtlichen Beweis davon liefert, daß zu unserer Freude die Sephardim und Aschkenasim ein inniges Band der Eintracht umschlingt, das nur gute Früchte zu Tage fördern wird. Die Rede des Herrn Auerbach fand so großen Anklang, daß sie gedruckt und unter den Zionsfrennden Europas und Amerikas vertheilt werden soll. > vermischtes. <4- Dirschau, im Jan. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Dirschau, bestehend aus den Herren I. Lebenstein, S. Hirschfeld, I. Goetz, versendet folgendes Circular: .Der alte Friedhof unserer Gemeinde und das an demselben stehende Wärterhaus ist dem Verfalle nahe und bedarf die Umzäunung des Friedhofes sowie das Wärterhaus einer größeren Reparatur. Ferner ist es erforderlich, einen Theil der verfallenen Gräber neu aufzuhügeln und die Denksteine gerade zu rücken. Diese mit großen Kosten verknüpften Arbeiten vermag unsere Gemeinde aus eigenen Mitteln nicht zu bestreiten und sehen wir uns daher zu unserem größten Leidwesen genöthigt, den Friedhof ganz verfallen zu lassen, sofern uns nicht fremde Hilfe zu Theil wird. Wir erheben zur Deckung unserer Bedürfnisse bereits 115 pCt. der Staatseinkommensteuer, ferner zahlen wir an die politische Gemeinde 400 PCt. als Gemeindesteuer. „Wir wenden uns daher an Sie mit der dringenden Bitte, durch einen Geldbeitrag es uns zu ermöglichen unser Vorhaben auszuführen und ersuchen Sie Geldsendungen an den Rendanten unserer Gemeinde, Kreis-Kommunal-Kassen Rendanten Stern Hierselbst oder an einen der Obengenannten zu senden. Ueber die gespendeten Gaben werden wir jedem Wohlthäter Quittung ertheilen." Wirschließen uns der Bitte des verehrlichen Vorstandes in Dirschau auf das Wärmste an. Red. d. Jsr. E tt j e i 0 e n. »*r Für den folgenden Theil ist die Rednetion nicht verantwortlich. S.&D.LÖWENTHALSilberwaaren 867) Frankfurt a. 91., Zeit 25, Israel. Cultusgegenst&nde.