Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1893)
- Date
- 1893-01-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXIV. Jahrgang. Erste Beilage ju M B des „Israelit". Leitender Artikel. Wettfriede und Iudenlstum.! von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen). IV. Von den Tugenden, deren Früchte man im diesseitigen Leben genießt und deren ewige Belohnung im Jenseits erfolgt, ist eine davon das Friedenstiften zwischen Menschen und Menschen. (Peah 1.)*) Wo der Friede waltet, kann man sogar des j Rechtes entbehren, denn das Recht in Anspruch zu nehmen, wird erst dann zur Notwendigkeit, wenn z der Friede gestört wird (Sanhedrin 6 b.)2) und der Förderer der Tugend und der Gerechtigkeit wird dadurch zum Förderer des Friedens. (Aboth 1.)*) Das beweist uns auch folgende Midraschstelle: Der Arme, wenn er sich unglücklich und gedrückt fühlt, | hadert oft mit dem Geschick und klagt die göttliche Vorsehung an; wenn dann aber ein Wohlthäter I kommt, der ihn unterstützt und sein Gemüth aufz richtet, so versöhnt er ihn gleichsam mit Gott und stellt den Frieden her zwischen ihm und seinem j Schöpfer. So hat die Tugend den Frieden zur Folge. (M. Neelam Ruth.)^)! Der Frieden selbst ist eine hohe Tugend und I er wird als solche angerechnet, wenn auch dabet keine andere Wohlthat geübt wird; denn wenn man? nur einem Ankommenden freundlich entgegengeht; und ihm den Friedensgruß spendet, wird es als so! verdienstlich angesehen, als wenn er ihm Speise und Trank verabreicht hätte. (M. Neelam Lech-! Lecho.)8) Um Einigkeit und Frieden in der Ge-! sellschaft zu erzielen, muß sich die Wohlthätigkeit i auch auf alle Glieder derselben erstrecken und darf! sich nicht auf einzelne Theile beschränken. Deßhalb ist man verpflichtet, die Unterstützung der Armen, die Pflege der Kranken, die pietätvolle Beerdigung i ppm .rmya arvnn’B Sit^ 0"E canaiS (1 | .('n 'd hnd) narr? din p aiS ntoni 'iai aan tinyh na”p I i’N DlS vrw Dipaai DW |*N D2tyB m Dipaa (2 | .(a*y p pirua) bbit/b j -<'n '2 maN) 01S nana npny nana <Z | ntyiy Nin pnna iayy nNt nNi-w nytpa ayn (4 bpw npy npny iay rwiyi vva pnnani nbys ’sna nana 'an’ nPa r6;na wpaai ayn nnns:' ’£? rrapn oy Ha’aa | isma) ,uip paP wa diS in nfya ’B^a onan n’onttf Py .(nn cpyj pui yrin ja *tan nNnpP n*svi anpan t>a (5 '») k jnu Nin »-rnao nP’ON Pn3 ainan i'Py nbya aitw •CP *p üby: der Todten bei den Heiden in derselben liebevollen Weise zu üben, wie bei den Israeliten. (Gittin 61 a.)6) Zu dem Priestersegen, welcher mit den Worten schließt: „Und Er (Gott) verleihe dir Frieden", bemerken unsere Weisen: Friede sei bei deinem Eingang, Friede bei deinem Ausgang, Friede halte mit Jedermann. (Jalkut Noßau.)*) Der Segen, womit Gott Israel segnet, ist der Friede. (Megilah 7 b.)8) Wer seine Nachbarn liebt und gegen seine Verwandten liebevoll sich zeigt, von dem sagt der Prophet: „Wenn du Gott anrufest, so wird er dich erhören." (Jebamoth 62 b.)8) Um jedem Streit bei den Ehrenbezeugungen in der Synagoge aus dem Wege zu gehen, haben unsere Weisen die Verordnung getroffen, daß zuerst ein Kohen (ans dem Geschlechte Ahrons), dann ein Levite, dann ein Js° raelite zur Thora gerufen werden. (Gittin 59 b.)10) Des Friedens wegen soll man nie eine Ausnahme machen von der Gesammtheit und sich in deren Sitten und Bräuchen fügen, wenn dies nicht mit dem Gottcsgebote oder mit der Moral im Widerspruch ist. Von Moses heißt es, als er zu Gott auf den Sinaiberg aufstieg, um die Bundestafeln zu empfangen, da aß er und trank nichts volle 40 Tage lang, die 3 Engel aber, welche als Gäste zu Abraham kamen, schienen als ob sie bei ihm äßen. (Baba Meztah, 83 a.)") Aus Rücksicht für die Einigkeit und Gleichheit haben hier sowohl Moses, wie die Engel Gottes ihre Gewohnheit geändert, denn auch die Gottheit selbst ändert ihren Rathschluß um des Friedens willen. (Das.)^ Dasselbe finden wir auch bei den Brüdern Josefs. Die Söhne Jakobs, von denen hervorgehoben wird, daß sie ehrlich, aufrichtig und offenherzig waren, und daß sie deßhalb nicht mit Josef freundlich verkehren konnten, weil sie aS niixi hds nn« waren, weil sie nicht anders sprachen, als sie dach- ,Ln>in anpaai Siet »ay oy o*iay ”jy ponea (6 t\b Dy ona: 'na pnapai L"wrar ann ny D"iay .(N*y ,n"d poa) asa dpi? "nN’sra oi^ ■pDaaa afrff :bp» T?_ dbh (7 .(nbb aipS bin P oy .(a*y 'a rPaa) ow rrapm nana (8 ir>< law ainan my vanp anpani laattf amxn (9 .(a"y ,a*D niD3’) n:y’ 'ni Nnpn asa mriNi 'V rnnNi pt£wn f-oip ps (io .(3*y ,p“j ppa) diS on n~7y ncra nnp jruan :a oin nji^ S abiy^ (n □ny i73Ni noab m’ m»n onP npi onaP , .(J:B NJTSa N33) Oaipaa a») ia ru*» n*apn y'sw növn t>ru (12