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Der Israelit · 1893-01-12 · Heft 4 (12.1.1893) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 4 (12.1.1893)
Date
1893-01-12
Page
– (sequence 27)
Language
German
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47 Sinne, als Arbeiter und Lehrburschen weiter an der j Schule verbleiben. Diese Prämien, welche nach den von dem Zögling geleisteten Diensten und nach seinen Arbeiten bemessen werden, sind derartig festgesetzt, dass ein Zögling, der vier Jahre als Lehrbursche gearbeitet hat, bei seinem Austritte aus der Anstalt ungefähr 10 0 0 F r c s. beziehen kann; dieser Sparpfennig bildet eine sehr wirksame Aufmunterung. Durch diese Neuerung hat sich das Central-Comite allerdings ein beträchtliches Opfer auferlegt, dafür haben wir aber, wie Sie bemerken können, nicht mehr, wie früher, jene vorzeitigen Abgänge der Zöglinge zu beklagen, die häufig alle unsere Anstrengungen und Ausgaben fruchtlos machten. Die Arbeiten und den Eifer der Lehrburschen des vierten Jahrganges vermag ich nicht genug zu loben. Sie haben es verstanden, mit der Fertigkeit in den Arbeiten recht ausgedehnte theoretische Kenntnisse zu vereinen, und ich bin überzeugt, dass aus ihnen mit der Zeit tüchtige und geschickte Werkführer werden. Diejenigen vom dritten Jahrgange haben mich nicht in gleichem Maasse befriedigt, aber sie zeigen gleichfalls guten Willen und Eifer. Dasselbe kann ich von den übrigen Lehrburschen sagen. Unter den Schüler-Lehrlingen befinden sich dreizehn, die, obwohl sie ihre dreijährigen Studien noch nicht beendet haben, dennoch aus- I gebildet und kräftig genug sind, um während des ganzen Tages auf den Feldern arbeiten zu können. Wenn Sie mich dazu ermächtigen wollen, werde ich acht von ihnen in die Kategorie der Lehrburschen des ersten Jahrganges einreihen. Die muthmasslichen Ausgaben für die Lehrburschen während des Lehrjahres 1892 würden sich, vorbehaltlich Ihrer Zustimmung, folgendermassen stellen: 1. 4 Zöglinge vom 4. Jahrgang, 290 Arbeitstage gerechnet zu Pr. 0,75 pro Zögling und Tag . . . 870 2. 3 Zöglinge vom 3. Jahrgang zu Fr. 0,60 pro Tag . 522 3. 6 Zöglinge vom 2. Jahrgang zu Fr. 0,50 pro Tag . 870 4. 8 Zöglinge vom 1. Jahrgang zu Fr. 0,40 pro Tag . 928 Summa Fr. 3190 Es ist klar, dass wir bei unseren achtzig Zöglingen eine Anzahl haben, die von langsamer Auffassungsgabe sind und eine gewisse Trägheit aus den Gewohnheiten ihrer Kindheit bewahrt haben; im Allgemeinen aber arbeiten unsere Zöglinge mit grossem Eifer und folgen dem Unterricht der Lehrer mit Aufmerksamkeit. Nur sehr selten haben wir irgendwelche Aeusserung von Unbotmässigkeit oder Faulheit zu ahnden. Im Gegentheil müssen wir darüber wachen, dass sie nicht des Abends im Schlafsaal irgend ein wissenschaftliches oder landwirtschaftliches Werk lesen, oder vor der vorschriftsmässigen Stunde aufstehen. (Fortsetzung folgt.) Dritter Rechenschaftsbericht des Gemeindevorstandes in Jaffa für die Zeit vom Januar bis September 1892. Werte Glaubensgenossen! Indem wir Euch den dritten Rechenschaftsbericht über unsere Thätigkeit vorlegen, der die letzten acht Monate umfasst, hätten wir gar gerne nur in Zahlen gesprochen, ohne noch weitere Bitten daran zu knüpfen. Allein die Not zwingt uns, Euch abermals um Hilfe anzuflehen. Während wir mitansehen, wie Franzosen, Engländer und andere fremde Nationen hier Boden fassen und nach Kräften wohltätige Anstalten errichten, müssen wir zu gleicher Zeit sehen, wie wir fast keinen Begräbnissplatz mehr besitzen; denn der bisherige ist bis zum letzten Platz angefüllt, und die Gemeinde, welche in den letzten Jahren um das Siebenfache zugenommen, vergrößert sich täglich mehr. Dennoch hätten wir geschwiegen, wenn wir im Stande wären, wenigstens unsere täglichen Bedürfnisse mühelos zu beschaffen. Warum müssen wir nun immer wieder erst um Gaben bitten? Sollten nicht unsere Glaubensgenossen ausserhalb des heil. Landes wissen, dass wir nur für die armen Vertriebenen zu sorgen haben, deren Unterhalt ihnen ebenso obliegt wie uns? Und alle Gelder, die wir täglich brauchen, müssen wir leihweise herbeischaffen und mit Bangen auf die Unterstützung hinblicken, die uns tropfenweise zu Theil wird, und um welche wir erst kläglich betteln müssen. Wahrlich, wenn es nicht arme Glaubensgenossen wären, deren Existenz von uns abhängt, wir wären schon längst unserer Thätigkeit überdrüssig und hätten dieselbe gänzlich eingestellt. Allein wir können es nicht über’s Herz bringen, mit eigenen Händen den Bau einzureissen, den wir mit solcher Mühe aufgerichtet haben. Wir wollen daher auch weiter unsere Pflicht tun und mit Gottes Hilfe das begonnene Werk fortsetzen, in der

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