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Der Israelit · 1893-01-09 · Heft 3 (9.1.1893) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 3 (9.1.1893)
Date
1893-01-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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51 Bedarf sind vorhanden, so daß jeder den religiösen Vorschriften gemäß Lebende alles Erforderliche in nächster Umgebung finden kann; nur an einer durchaus nothwendtgen Einrichtung mangelt es, an einem größeren Gotteshaus! Schon vor sechszehn Jahren wurde eine den damaligen Verhältnissen entsprechende Privat-Synagoge in der Eichen-Allee errichtet, welche jedoch der heutigen Anforderung räumlich nicht mehr entspricht. Da sich der Zuzug unserer Glaubensgenossen nach der Gegend vor dem Dammthor fortwährend gesteigert hat, so ist das Ersorderniß nach größeren, würdigeren Räumen schon seit einigen Jahren so dringend geworden, daß eine zu diesem Zwecke entstandene Verwaltung mit allem Eifer dahin streben zu müssen glaubt, ihren Plan, ein würdiges Gotteshaus vor dem Dammthor zu schaffen, endlich verwirklichen zu können. Verhandlungen mit dem Synagogenverbande zwecks Erbauung einer größeren Synagoge haben leider den gewünschten Erfolg nicht gehabt. Um nun zum Ziele zu gelangen, wendet sich die genannte Verwaltung an die Hilfe unserer Glaubensgenossen, indem sie sich der Hoffnung hingibt, daß es ihr mit Unterstützung hochherziger Geber unter dem Beistand des Allmächtigen gelingen wird, ein Gotteshaus zu bauen, das seinen hohen Zwecken entspricht. Die Geldmittel, die zum Bau und zur Ausschmückung des Gotteshauses nothwendig sind, beabsichtigt die Verwaltung, soweit nicht durch freiwillige Spenden die Ausgaben gedeckt werden, durch Zeichnungen in folgender Weise zu beschaffen: Dieselbe emittirt bis zu tausend unkündbare, unverzinsliche Antheilscheine a, Mk. 100.—, und verpflichtet sich, aus dieser Anzahl je nach den erübrigten Geldmitteln bis zu 25 Antheilsscheinen ä Mk. 100.— jährlich zur Rückzahlung auszulosen. Die Auslosung soll thunlichst nach Ablauf des ersten Jahres des Bestehens der Synagoge beginnen. Sobald der Betrag, der zur Errichtung einer den Bedürfnissen entsprechenden Synagoge ausreicht, gezeichnet ist, wird die Verwaltung mit dem Bau beginnen und ihn aufs Eifrigste fördern. Ein Jahr ist für den Bau in Aussicht genommen. Die Verwaltung hat zu diesem Zwecke ein Circular verbreitet, in welchem sie bittet, ihr Unternehmen durch freiwillige Beiträge oder durch Zeichnungen von Antheilsscheinen zu fördern. Die „Verwaltung der Synagoge vor dem Dammthor" besteht aus den Herren Moses M. Heilbut, Vorsitzender, Gustav Glückstadt, Samuel Halber st adt, Emil May, Emil v. Son, Moritz Stavenhagen, Bd. Weinstein, welche gern bereit sind, auf Verlangen Weiteres mitzutheilen. Oester.-Ungar. Monarchie. Sarbogard (Ungarn), 1. Januar. Am ersten Tage roun ist eine große gottgeweihte Leuchte des Judenthums erloschen, OberrabbinerWolfBreuer in Tab (Somogyer Com.) hat an diesem Tage das Zeitliche verlassen. Was der Verstorbene Tt für seine Gemeinde, für die ungarische Judenheit, für das gesammte orthodoxe Judenthum gewesen ist, das zu erzählen, wäre unsere Feder zu schwach und auch der uns zugewiesene Raum zu klein. Eine kurze Beschreibung seines Lebens dürfte vielleicht einen blaffen Begriff seiner Größe geben. In Mattersdorf geboren, wurde er von seinen frommen Eltern zum Thorastudium bestimmt. Er ward ein würdiger Schüler der D»yiw, R. Moses Perls in Bonyhad, R. Binjamin Szofer in Preßburg, R. Josef Saul Nathansohn in Lemberg. Von seinen Lehrern warm empfohlen, wurde er Rabbiner in Ragendorf und trat später den altehrwürdigen und berühmten Rabbinersitz in Tab an, den unmittelbar früher sein weltberühmter Großvater R. Wolf Abeles hn\ und R. Jochanan Spitzer b"i eingenommen hatten, wo er 21 Jahre segensreich wirkte. Hier gründete er den min 'p'iliv-Verein, dessen Zweck die Förderung und Unterstützung des Thorastudiums bei jungen Kindern ist. Wie hingebungsvoll er nmn lernte, erhellt aus dem Umstande, daß er während 30 Jahre nztp1? nuiPD nicht im Beite schlief. Die Frucht dieses emsigen Fleißes ist sein idd, das er im Jahre 5649 der Öffentlichkeit übergab und das seinen Namen weit über die Grenzen Ungarns hinaus berühmt machte. Er war, mit einem Worte ein berufener Kämpfer des orthodoxen Judenthums und ein echter Vertreter des altjüdischen Thorageistes. Mit Wehmuth müssen wir fragen, was hätte das Judenthum, die Thora noch von ihm erwarten können, wäre er nicht in dem Alter von 64 Jahren in die Gruft gegangen. Das Begräbniß fand unter ungemein großer Betheiligung am zweiten Tage Chanuka statt. Der Sarg wurde in die Synagoge getragen, wo man 2 rvspn machte. Dann hielten die Söhne des Verstorbenen tiefergreifende n'iDOn; sie hoben die seltene Frömmigkeit, den beispiellosen Fleiß und die edle, hervorragende Wohlthäiigkeit ihres großen Vaters hervor. Die ganze Gemeinde brach in lautes Schluchzen aus, als man des Verlustes gedachte, den sie erlitten hat. Dann sprach Herr Oberrabbiner Jgn. Löwy aus^Sarbogard und schilderte, anknüpfend an das

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