Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 102-103 (28.12.1892)
- Date
- 1892-12-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1966 9li$\a. Der Umstand, daß alljährlich im Winter eine große Anzahl armer, kranker Glaubensgenossen aus allen Weltgegenden hterherkommen, um unter dem Einflüsse unseres herrlichen Klimas Linderung ihrer Leiden zu erlangen, hat uns schon oft die Nothwendigkeit vor Augen geführt, ein jüdisches internationales Krankenhaus zu errichten, zumal die christlichen Hospitäler nur solchen Kranken ihre Pforten öffnen, welche einen sechsmonatlichen Aufenthalt in hiesiger Stadt Nachweisen können. Jndeß der Wille war gut, nur fehlen die Kräfte. Wir konnten unseren Plan nicht verwirklichen, da wir keine Geldquellen zu finden wußten. Endlich vor ca. zwei Jahren ist es unserem Rabbiner, dem Herrn Honel Meiß. gelungen, einen reichen Berliner, der hier zur Kur weilte, zu bestimmen, die ansehnliche Summe von 150,000 Frs. zur Gründung eines „Asilelsra61ite Inte r n atio n al“ in Nizza zu schenken, welche es ermöglichte, mit dem Baue der wohlthätigen Anstalt baldigst zu beginnen. Schon im vorigen Jahre stand der Bau in seiner Vollendung da, konnte jedoch nur eine beschränkte Anzahl Kranker aufnehmen, da es an Mitteln fehlte. Durch die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen und jenes Berliner Wohlthäters, der außer seiner großartigen Bauspende einen jährlichen Beitrag von 3000 Frs. gewährt, sind wir nunmehr in der Lage, einer größeren Anzahl Kranker die Wohlihat unserer Anstalt zukommen zu lassen. Es sind noch mehrere Stellen frei, für die wir allerdings bei unserer beschränkten Kaffe eine Pension von zwei Mark pro Tag auszusetzen gezwungen sind. In diesem Jahre ist es uns auch gelungen, eine tüchtige ärztliche Kraft in Herrn Dr. Aronsohn, der während der Sommermonate in Ems prakticirt, zu gewinnen, und hat derselbe sich unentgeltlich in den Dienst unseres Asyls gestellt, wofür wir ihm allgemein die größte Anerkennung zollen. > Vermischtes. < Hamburg, im Dezember. Die Jubiläumsfeierlichkeit des Herrn Sally Lewisohn, über deren Bevorstehen wir kürzlich berichteten, ist in erhebender Weise verlaufen. Nachdem bereits am Abend vorher die Besucher der Privatsynagoge des Herrn Lewisohn ein Widmungsgedicht überreicht hatten, versammelten sich am anderen Morgen die sämmtlichen Mitglieder der Familie zur Ueberreichung eines Familienbildes unter Ansprache des Schwiegersohnes Herrn Dr. med. Levy. Daran reihten sich eine Deputation der Talmud-Thora-Schulc, eine Ansprache des Herrn Oberrabbiner Dr. Hirsch, ein Chorgesang unter Leitung des Herrn Oberkantor Süßkind und nun folgten noch eine große Reihe von Deputationen und Gratulanten. Inzwischen war eine Fülle von Blnmenspenden eingetroffen und zahlreiche Telegramme liefen ans allen Richtungen ein. Zn Ehren des Tages wurde von dem Sohne Herrn Leon Lewisohn, London, dem dentsch-israelitischen Krankenhaus in Hamburg eine namhafte Summe überwiesen. Herr Raphael Lewisohn aus Rew-Pork sandte ein iiberaus kostbares gesticktes ro-i£ und eine ebensolche Schulchandecke, die von dem Jubilar der Synagoge der Elbstraße gewidmet wurde. Möge es dem Jubilar vergönnt sein noch lange Jahre in ungeschwächter Kraft zur Freude aller seiner Angehörigen und Freunde zu verbringen. Berlin. Dieser Tage starb Professor Paulus Cassel. Als Saulus Cassel in Glogau geboren und von seinen Eltern zum Rabbiner bestimmt, trat er 1855 zum Christenthnme über. In den letzten Jahren trat er in entschiedener Weise gegen den Antisemitismus auf. Berlin. Rektor Ah l w ard t soll, wie wenigstens dem Stöckerschen „Volk" versichert wird, im Februar nächsten Jahres die Leitung der antisemitischen „Reuen Deutschen Zeitung" in Leipzig übernehmen. Dieselbe wird jetzt bekanntlich von Dr. Erwin Bauer redigirt. Reetz. (Kreis Arnswalde). Es ist hier, wie bekannt geworden, von einzelnen Bürgern angestrebt, für Ahlwardt resp. dessen Frau eine Collekte zu sammeln. Die hierzu erforderliche polizeiliche Genehmigung ist jedoch von der Polizei-Verwaltung nicht ertheilt worden, von dem Prinzip ausgehend, daß, falls sich dieselben wirklich in einer Rothlage befänden, die Heimathsbehörde hierfür in erster Linie einzntreten hätte/ S. S. Wochen - Kalender. Donnerstag, 29. Dezember, 10. Tebeth. rOÖ3 mttfy. Freitag, 30. Dezember, 11. Tebeth. Sabbat-Anfang 3 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 31. Dezember, 12. Tebeth. 'fri Sabbat-Ausgang 5 Uhr — Min. (Mainzer Uhr.) In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und! Württemberg) ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von j der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betreffende Orts- ' zeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen. _WT M n 5 e t g « «♦ "Mv_ mr Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. S.&D.LÖWENTHALSilberwaaren 867) Frankfurt a. M., Zeil SS, Israel. Cultaggegenstände«