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Der Israelit · 1892-12-22 · Heft 101 (22.12.1892) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 101 (22.12.1892)
Date
1892-12-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1952 zu zahlen. Der arme junge Mensch antwortete, daß er nichts besitze. Der Kaid ließ ihn auf die Erde werfen und ihm 800 Peitschenhiebe geben. Seine Kleider waren bald in Fetzen und sein Fleisch blutig. Nachdem er die ersten hundert Hiebe bekommen, fing der Arme zu schreien an, indem er den Kaid und den Sultan um Erbarmen anflehte. Der Kaid blieb taub. Nach 200 Schlägen fiel der junge Mann zur Erde und blieb bewußtlos. Sechs Soldaten sollten ihn abwechselnd schlagen. Während zwei bei der Arbeit waren, ruhten die vier andern. Der Kaid befahl weiter zu schlagen, um ihn wieder zum Bewußtsein zu bringen. Endlich wurde er nach dem Gefängniß geschleppt, wo er sich heute noch befindet. Er ist in einem sehr ernsten Zustand, und ist es nicht wahrscheinlich, daß er seine Wunden überlebt. An jenem Tage suchten wir zwei Aerzte auf, die bei Sid Boubecker wohnen, mit der Bitte, unseren armen Glaubensgenossen zu besuchen. Die Herren gaben unseren Bitten nach, doch weigerte sich der Kaid ihnen die Thore des Gefängnisses zu öffnen und sagte: ,Ob er lebt oder stirbt ist mir einerlei; ich habe ihm die Stockschläge versetzen lassen." Die Aerzte mußten fortgehen, ohne den Gefangenen gesehen zu haben. Wir baten sie, um eine schriftliche Erklärung und sie antworteten, daß sie bereit seien, dieselbe abzugeben, sobald sie ihr Consul verlangen würde. Um das Unglück voll zu machen und in natürlicher Folge des Verfahrens des Kaid, mißhandeln jetzt die Araber unsere Glaubensgenossen, da sie der Straflosigkeit gewiß sind. Die Israeliten sind gezwungen, ihnen Geld zu geben, auf daß jene nicht hingehen und beim Kaid Klage führen gegen sie. Es giebt Araber, die ohne Grund Klage führen, um uns Stockschläge geben zu lassen, oder uns Geld zu erpressen. So sind die Israeliten gezwungen, den Araberu alles zu geben, was jene verlangen, weil sie wissen, was sie erwartet, wenn sie vor unseren furchtbaren Kaid kommen. Sie werden augenblicklich mit Stockschlägen traktirt, in Ketten gelegt und der Sonne ausgesetzt. Unser neuer Kaid hat für Niemanden Rücksichten. Erst kürzlich stellte er zwei Wärter an das Thor des Mellah, damit sie ihm Bericht erstatten über Alles, was im Judenviertel vorgeht. Sobald ein Streit unter zwei Juden entsteht, werden sie von den Wärtern erfaßt, die sie vor den Kaid schleppen, der ihnen 500 Frcs. für ihre Freilassung abfordert. Es ist dies seine gewohnte Handlungsweise. Wir sind durchdrungen davon, daß S. M. Mouley Hassan (Gott verlängere sein Leben und schenke ihm noch viele glorreiche Tage) uns sehr gewogen ist, doch weiß er nicht, was vorgeht. Wir fürchten uns, ihm zu schreiben, aus Angst, daß es der Kaid erfahre. Diesen Brief, den wir an Euch richten, schreiben wir in der Nacht und tiefstem Geheimniß. Mit Ausnahme des neuen Kaid der Kasba, behandeln uns alle andern Beamten der Stadt mit großem Wohlwollen. Wir hatten uns niemals über den Kaid, der zugleich Schwiegersobn des Sultans ist, noch über den Kaid der Medina, Benkaoud, noch über den Controlleur (der Maße und Gewichte). Mouley Abdallah zu beklagen. Wir haben Ihnen unsere traurige Lage beschrieben; Sie werden besser, als wir selbst, wissen, was zu thun ist. Wir bitten Gott, daß er uns Hilfe angedeihen läßt. Das Central-Comito der All. isr. hat den Grafen d'Aubigny, französischen Minister in Tanger, gebeten, die Aufmerksamkeit der Regierung auf die grausame und gewaltthätige Handlungsweise des Kaid von Marocco zu lenken. Die Israeliten von Mogador haben ihrerseits die Intervention der spanischen, französischen und italienischen Consuln zu Gunsten ihrer unglücklichen Glaubensgenossen in Marocco angerufen. _Nnreigerr._ Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Dir Lazarus Posen WS m Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: CzChajim, Tass, Kronen, Channkahlampen, Besoinimbiichgen, Heder- Kegenstände, Pokale, Weinhumpen etc. etc. und vergeudet ihre neuen, gehr vergröggerten Mngterhefte nebst Preis-Couranten gratis und Iranko! (189 Verkaufs - Lokalitäten: Frankfurt a. M., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Palais“. Unter den Linden 5, Hotel Bristol. Pensionat und höhere Töchterschule Fräul. Jenny Lehmann, Hannover. 3 Rttmanftratze 3. Gründlicher Unterricht in allen Wissenschaften, Sprachen, Handarbeiten und Musik. Anleitung im Haushalte. Prospekte durch die Vorsteherin. (6733 Gßlö-u.Seiden-Stickepei.v^s «HA SPECIAUTÄT: jb"’ 1 feppsn /pöTpiM?» /nana J |fp in künstlerischer und solider kl vom einfachsten biszumfeinslen Genre. M JENNY BLEICHRODE, Berlin,SW. Friedric,;3tr246. M A. Marx, Mastbach, Unterfr. offeriert Koch- und Servelatwurst, Nauchu. Pöckelfleilch, ger. Zungen in bekannter Güte zu billigsten Preisen. Versandt gegen Nachnahme. Res. Ihre Ehrw. die Hrn. Rabb. Bamberger in Bad Kissingen, Buttenwieser in Straßburg i. Elf. (6670

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