Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1892-12-19 · Heft 100 (19.12.1892) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 100 (19.12.1892)
Date
1892-12-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448218-2448312--35418-2483401
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1930 daß damals der Lehrer behauptete, daß er der Zweite nach dem Rav würde, wenn ihn seine Mutter, eine von Nahrungssorgen bedrängte Wittwe hätte weiter lernen lassen. Was aber dieMutter unterließ, das suchte er sreiwillig wieder gut zu machen. Sobald er geschäftlich frei war, lernte er und so führte erden Spruch unserer Weisen n"~i djj irrn HD’ am schönsten aus. Er lernte, lehrte und lebte nach den Vorschriften der heiligen Thora. Nie fehlte er im Gotteshause. Und mit welcher Andacht Verrichteteer die Gebete! Wer ihn beobachtete, merkte die Gottesfurcht, die ihn beseelte. Jeden Sabbat trug er vor versammelter Gemeinde D"1N "li oder aus dem TiS’p vor und war bestrebt, seine Zuhörer zu echten Jehudim heranzubilden. Im Stillen übte er Wohlthaten, damit sein Name nicht in der Oeffentlichkeit genannt werde. Er war einseltener Mensch, ein TDn im wahren Sinne des Wortes, ein Mann des biedersten Charakters und der ehrlichsten Sinnesart, er war kivLOZ p~p"l0 und erzog feine Kinder zu strenggläubigen Jehudim. Seine liebste Unterhaltung war die in der Thora. Wie oft äußerte er mir den Wunsch, wenn es ihm einst vergönnt sein werde, den Rest seiner Lebenslage in Frankfurt a. M. bei seinem Sohne verleben zu können, so würde er den ganzen Tag bei dem Rav weilen, um sich an seinem Schiur zu ergötzen. So groß war seine Liebe zur Thora und zu ihren Lehrern. Doch der Allgütige hatte es anders beschlossen. ns *tjj. Bis hierher! Jetzt weilt er in den Gefilden der ewigen Seligkeit, uns als Muster der wahren Frömmigkeit und alles Edlen leuchtend, pns "dt. Alteuhoven bei Jülich, 2. Kislew. Frau Rachel F ei ber, Enkelin des durch umfangreiches Wissen und tiefe Religiosität ausgezeichneten Oberrabbiners Lob Scheuer in Düffeldorf, ist heute im'78. Lebensjahre sanft verschieden, an demselben Tage, an welchem auch vor 25 Jahren ihr gelehrter und gottesfürchtiger Vater, Aron Scheuer “»"m in Deutz, aus diesem Leben abberufen wurde. Eine sonderbare^göttliche Fügung war es ferner, daß auch ihre um 10 Jahre ältere Schwester in Hamm, an der sie stets mit wahrhaft schwesterlicher Liebe hing, fast zur selben Stunde in ein besseres Leben eingegangen ist. Zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte, ohne Unterschied der Confession folgten ihrer Bahre-, denn bei Allen stand sie in hoher Achtung. Sie vereinigte in sich alle Tugenden einer?'n ntfiW. Bei wahrer ungeheuchelter Frömmigkeit, gepaart mit unbegrenztem Gottvertrauen, erzog sie ihre Kinder in gesetzestreuem Sinne, non rD’Ca waren ihr ein HerzenSbedürfniß gewesen, die sie in ihrer großen Bescheidenheit geräuschlos, ohne Aufsehen zu erregen, ausübte. Im Trauerhause widmete Herr Lehrer Wolff aus Langweiler der Verstorbenen herrliche Worte der Anerkennung und am Grabe schilderte Lehrer Blumenthal aus Deutz die seltenen Vorzüge, Tugenden und Verdienste der Heimgegangenen in beredten und zu Herzen gehenden Worten. B. Wie«, 13. Dezember. Seine Majestät der Kaiser hat dem Fregatten-Kapitän Friedrich Pick den Adelsstand mit dem Ehrenworte Edler und dem Prädikate von Seewart — dem Ministerialsekretär Camil Kuranda, den Titel und Charakter eines Sektionsrathes verliehen. Wochen - Kalender. Freitag, 23. Dezember, 4. Tebeth. Sabbat-Anfang 3 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 24. Dezember, 5. Tebeth. Vt J * 1 Sabbat-Ausgang 4 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg) ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betreffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen. WT Anzeigen. "W« xer Für de« folgenden Theil ist die Redaction «icht verantwortlich, -m Deutsch-Israelitisches Kinderheim zu Diez an der Lahn. Die Unzulänglichkeit der bisher für die Zwecke des Deutsch-Israelitischen Kinderheim zu Diez ermietheten Räume, und der Wunsch, im verstärkten Maaße dem vorhandenen Bedürfniß genügend, einer größeren Anzahl Kinder als bisher den Segen einer guten Erziehung zu Theil werden zu lassen, haben die Noihwendigkeit gezeitigt, mit dem Bau eines den hygienischen Anforderungen der Jetzzeit entsprechenden Hauses zu beginnen, obgleich bisher nur ein kleiner Theil der nothwendigen Geldmitiel zur Verfügung steht. Vertrauend auf die edlen Zwecken sich nie entziehende Opserwilligkcit unserer Glaubensgenossen, hat der Unterzeichnete Vorstand, nachdem es gelungen war, ein gesundes, schön gelegenes Grundstück zu erwerben und einen bewährten Architekten zu gewinnen, bereits im vergangenen Sommer mit dem Bau beginnen lassen, welcher derartig fortschreitet, daß eine Fertigstellung desselben bis zum Juli nächsten Jahres in Aussicht steht. Wir wissen, daß unsere Hoffnung nicht getäuscht werden wird und wenden uns daher vertrauensvoll an alle unsere Glaubensgenossen mit der innigsten Bitte, durch eine Bauspeude unser Werk unterstützen zu wollen. Das Bewußtsein, hierdurch dazu beigetragen zu haben, verlassenen Kinder ein bergendes und glückliches Heim zu bereiten, ist gewiß geeignet, alle Hände zu öffnen. Ueber die Gaben wird öffentlich quittirt werden. Die Verwaltung des „Deutfch-Fsraelitifchen Kinderheim" D. H. Apelt, Halle. Herrn. Cramer, Frankfurt a. M. Lorlis Feist, Frankfurt a. M. Louis Goldschmidt, Leipzig. Julius Goldschmidt, Frft. a. M. Baukdrkt. Carl Herzberg, Frnkf. a. M. L. Mainz, Frankfurt a. M. S. Mayer, Diez. Rechtsanwalt Memelsdorf, Limburg. Leop. Rosenthal, Diez. Dr. A. Sulzbach, Frankfurt a. M. LZ- Töchter besserer Familien erhalten tüchtige Ausbildung in Küche, Haushaltung, Handarbeiten, Maschinennähen rc. nebst vollständiger Pension bei Frau L. Wormser, Bendorf a. Rh. (7082 Frau Baftansky, geprüfte Wärterin in Ruppertshofen bei St. Goarshausen a. Rh., empfiehlt sich ergebenst den geehrten Mainzer Herrschaften.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.