Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1892)
- Date
- 1892-12-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIII. Jahrgang. M 99 Der Israelit. Ein KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Judentum. Begründet von I>r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 15. Dezember 5653 (1892). Da mit dem 1. Januar 1893 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 3224. Leitender Artikel. Pie Zeitige Sprache. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmatttt in Baden (Schweiz). I. Warum heißt die hebräische Sprache die heilige? R a m b a m im More Nebochim führt als Grund dafür an, daß sie bei allem sonstigen Reichthum keinen Ausdruck für verschiedene Funktionen habe, die sich an die sinnliche, tierische Seite des Menschen knüpfen. Rambam in seinem Thora-Commentar zu II. B. M., Cap. 30, 12, tritt dieser Auffassung entgegen, indem er einerseits darauf hinweist, daß diese Bezeichnungen in der hebräischen Sprache allerdings vorhanden sind, und indem er andererseits betont, daß eine Sprache, der diese Bezeichnungen fehlen, deßhalb weniger das Attribut „heilig", als „rein" — rvpj — verdiente. Er findet die Heiligkeit der hebräischen Sprache in dem Umstand, daß sie die Sprache der Thora und der Propheten ist, daß sie es ist, die den Begriff der Heiligkeit uns übermittelt hat, in der Gott sich seinen Auserwählten und seinem ganzen Volke offenbarte u. s. w. Gegen diese Erklärung macht R. Moscheh Sofer (in seinem posthumen Commentar auf die min) geltend, daß, wenn sich Gott den Nachkommen Ebers, den Ebräern, offenbart hat, er es nur in der ebräischen Sprache konnte, falls das Wort Gottes von seinen Empfängern verstanden werden sollte. Hätte sich z. B. Gott den Jsmaeliten oder Edomiten offenbart, so wäre immerhin die Möglichkeit vorhanden, daß er ihre Sprache erwählt hätte. Da somit die Nothwendtgkeit der göttlichen Offenbarungen in ebräischer Sprache gegeben war, wegen der Sprache des Volkes, an die sie sich - richteten, so liegt in diesem Umstand keine zwingende Notwendigkeit gerade ihrer besonderen Heiligkeit. Besondere Wort- und Formeigenthümlichkeiten der hebräischen Sprache, auf welche von Anderen verwiesen wird, rechtfertigen ebensowenig die Bezeichnung „heilig", nickt einmal für diese Eigentümlichkeiten an und für sich, noch weniger aber für die gesammte Sprache. R. Moscheh Sofer gibt deßhalb eine Erklärung, für welche eine andere Eigentümlichkeit den Schlüssel bietet, daß wir nämlich den Ausdruck „heilige Sprache" für hebräische Sprache niemals in Thenach, sondern erst bet unseren Weisen finden. In Jesaja, Cap. 36, V. 11, wird die hebräische Sprache geradezu die „jüdische" genannt.*) Werfen wir zur Ergründung der Eigenart der heiligen Sprache einen Blick dahin, wo dieselbe in ihrer ursprünglichen, ungetrübten Form am prägnantesten zum Ausdruck kommt, auf unsere heilige Thora. Aus der Fülle von Eigentümlichkeiten, deren Summe die Eigenart der Thora ausmacht, ist es eine, die von unseren Weisen besonders betont wird, wenn sie wiederholt darauf Hinweisen, wie sich die Thora einerseits nur schwer dem Menschen erschließt, und sich andererseits so schnell und leicht selbst denjenigen wieder entzieht, welche unablässig auf ihre Pflege und Erhaltung bedacht sind. Wenn es in Hiob heißt, daß der Mensch zu fortwährenden Mühen geboren ist, weil selbst das seiner begeisterten Gluth Entsprossene sich wie im Vogelflug davonschwingt, so bezieht dies die Weisheit der n: 121 npBQ~i rwvi waten o’pv?N no>n (* .'di mm» i:dn “irm?ni upun d’jjdw d rvmN -pay